Griechenland: Hellas-Banken fehlen 14,4 Milliarden Dollar

Griechenland: Hellas-Banken fehlen 14,4 Milliarden Dollar

, aktualisiert 31. Oktober 2015, 13:56 Uhr
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Die vier systemrelevanten hellenischen Geldinstitute wie die Piraeus Bank, brauchen eine gewaltige Geldspritze.

Die vier größten griechischen Banken benötigen milliardenschwere Finanzspritzen vom Staat. Laut einem Stresstest der Europäischen Zentralbank sind 14,4 Milliarden Euro nötig, um die Institute krisenfest zu machen.

Die vier größten Banken Griechenlands brauchen Milliarden. Die Europäische Zentralbank (EZB) attestierte den Instituten Alpha Bank, Eurobank, National Bank of Greece (NBG) und Piraeus Bank eine Kapitallücke von bis zu 14,4 Milliarden Euro, falls die Wirtschaft des angeschlagenen Landes in den kommenden Jahren nicht auf die Beine kommt. Sollte sich die Konjunktur wie erwartet entwickeln, liege der Kapitalbedarf der ohnehin bereits vom Staat gestützten vier Banken immer noch bei 4,4 Milliarden Euro, teilte die EZB in ihrer Funktion als oberste Bankenaufsicht der Eurozone am Samstag in Frankfurt mit.

Der Lücke fällt damit so hoch aus wie zuletzt erwartet worden war. Sie ist zudem zur Not auch durch das dritte Hilfspaket der Euro-Partner für das angeschlagene Land gedeckt. Zuvor sollen die Banken aber versuchen, sich das Geld von privaten Investoren zu holen. Bei der Ermittlung des Geldbedarfs untersuchte die EZB die Vermögenswerte der Banken. Zudem überprüfte sie in einem sogenannten Stresstest die Folgen der Entwicklung der griechischen Wirtschaft auf die Bilanzen der Banken. Diese sind vor allem wegen der schwachen Lage der Wirtschaft und der vielen Kreditausfälle unter Druck.

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Das sind die größten Banken Griechenlands

  • National Bank of Greece

    National Bank of Greece ist die größte und älteste griechische Bank, sie wurde 1841 gegründet. Die NBG hat im Vergleich zu ihren Konkurrenten vor allem in der Türkei ein starkes Standbein. Wie die drei Konkurrenten ist sie in den südosteuropäischen Ländern stark vertreten. Die Gruppe beschäftigt 34 157 Mitarbeiter. Zuletzt lag die Bilanzsumme bei 115,5 Milliarden Euro. 528 Filialen hat die Bank in Griechenland. Der griechische Bankenrettungsfonds HFSF hält 57,2 Prozent der Anteile.

  • Alpha Bank

    Alpha Bank ist ebenfalls eine traditionsreiche Bank und wurde 1879 gegründet. Nach eigenen Angaben zählt sie in Griechenland 609 Filialen. In Zypern, Rumänien, Bulgarien Serbien und Albanien ist sie im Ausland vornehmlich präsent. Die Bilanzsumme lag zuletzt dem Geschäftsbericht zufolge bei 72,9 Milliarden Euro. Der HFSF hält 66,2 Prozent.

  • Eurobank

    Eurobank hat eine Bilanzsumme nach eigenen Angaben von 75,5 Milliarden Euro. Sie beschäftigt 16 990 Mitarbeiter. Mehr als 500 Filialen sind es in Griechenland. Vertreten ist sie in acht Ländern, vor allem in Bulgarien, Rumänien und Serbien, aber auch Zypern und Ukraine. Laut Stand von Ende März ist der griechische Bankenrettungsfonds mit 35,4 Prozent beteiligt.

  • Piraeus Bank

    Piraeus Bank beschäftigt nach eigenen Angaben Ende 2014 gut 21 200 Mitarbeiter in 10 Ländern. Sie wurde 1916 gegründet. In Rumänien, Bulgarien, Albanien, Serbien, Ukraine liegt ihr Auslandsschwerpunkt. Die Zahl der Filialen liegt den Angaben zufolge bei 803. Die Bilanzsumme belief sich Ende 2014 auf 89,3 Milliarden Euro. 67 Prozent der Anteile hält der Rettungsfonds HFSF.

Die Banken haben bis Freitag kommender Woche (6. November) Zeit, um ihre Pläne zur Deckung des Kapitalbedarfs zu veröffentlichen. Dabei sollen die Banken zuerst ihre Aktionäre fragen oder sich um andere Mittel an den Kapitalmärkten bemühen. Die EZB geht davon aus, dass private Investoren eine wichtige Rolle bei den anstehenden Kapitalerhöhungen spielen. Experten rechnen damit, dass sich vor allem wieder risikobereite amerikanische Hedgefonds an den Kapitalerhöhungen beteiligen könnten. Diese hatten zuletzt die Kurseinbrüche der Aktien griechischer Banken zum Einstieg genutzt und auch bei neu platzierten Aktien zugegriffen.

Sollte das nicht klappen, haben die Euro-Partner bereits im Sommer vorgesorgt. In dem im Juli beschlossenen dritten Hilfspaket sind bis zu 25 Milliarden Euro für die Banken eingeplant. Insgesamt soll dem seit Jahren wirtschaftlich taumelnden Land mit bis zu 86 Milliarden Euro geholfen werden. Damit das Geld fließen kann, muss Griechenland Reformen umsetzen und in dem konkreten Fall der Banken-Rettung ein Gesetz zur Rekapitalisierung der Institute verabschieden. Dies soll am Samstag geschehen. Eine Zustimmung des Parlaments gilt dabei als sicher.

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Größtes Problem für die Banken ist derzeit der hohe Bestand an Immobilienkrediten. Viele Haus- und Wohnungseigentümer können diese wegen der Wirtschaftskrise derzeit nicht mehr tilgen oder die Zinsen zahlen. Ministerpräsident Alexis Tsipras will aber verhindern, dass die Banken massenhaft Eigentümer aus ihren Häusern oder Wohnungen werfen. Andererseits braucht er wieder gesündere Banken, damit diese wieder Luft haben, um über Kredite die Wirtschaft des Landes anzukurbeln. Die Regierung nahm die Ergebnisse in einer ersten Reaktion positiv auf. „Ich bin heute viel zufriedener und optimistischer im Bezug auf die Rekapitalisierung der Banken als ich es vor einem Monat war“, sagte der Finanzminister Euklid Tsakalotos.

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