Großer Bilanzumbau: Raiffeisen Bank bastelt an der Kapitalquote

Großer Bilanzumbau: Raiffeisen Bank bastelt an der Kapitalquote

, aktualisiert 25. November 2011, 10:38 Uhr
Bild vergrößern

Raiffeisen-Boss Herbert Stepic baut die Bilanz um.

Quelle:Handelsblatt Online

Mit einem groß angelegten Bilanzumbau will die Raiffeisen Bank auf die „harte“ Kernkapitalquote von neun Prozent kommen. Die geplanten Maßnahmen sollen bis zu 3,6 Milliarden Euro einbringen.

WienDie österreichische Raiffeisen-Bankengruppe bereitet sich mit einem groß angelegten Bilanzumbau auf die schärferen Kapitalanforderungen im kommenden Jahr vor. Die Wandlung von privatem Partizipationskapital, eine Verringerung von Risiken und einbehaltene Gewinne sollen der RZB und ihrer börsennotierten Tochter Raiffeisen Bank International bis zu 3,6 Milliarden Euro bringen. Insgesamt habe die Gruppe ein Bündel von rund 20 Maßnahmen erarbeitet, die die Kapitalquote verbessern sollten, sagte Institutschef Herbert Stepic.

Der größte Brocken davon entfällt mit 1,9 Milliarden Euro auf Kapitalmaßnahmen. Dazu zählt etwa die mögliche Umwandlung von privatem Partizipationskapital bis zu einer Milliarde Euro in Stammkapital oder „kapitalbildende Maßnahmen in der RZB“, die diese erst Ende Dezember präsentieren will. Der Abbau von Risiken soll der Raiffeisen Bank International bis zu 900 Millionen Euro bringen. Dabei erwägt die Bank, weniger rentable Geschäfte einzustellen, ohne das Kerngeschäft zu vernachlässigen - und schließt auch einen Rückzug aus einzelnen Märkten nicht aus. Im dritten Quartal war die Bilanzsumme des Instituts im Vergleich zum Vorquartal noch um knapp acht Prozent auf 148,4 Milliarden Euro gewachsen.

Anzeige

Die Tochter RBI soll zudem ihre Gewinne einbehalten und so zuzüglich „weiterer Maßnahmen“ 600 bis 800 Millionen Euro zu dem Ziel beitragen. Insgesamt will die Bankengruppe so bis Mitte 2012 auf die von der europäischen Bankenaufsicht EBA vorgeschriebene „harte“ Kernkapitalquote von neun Prozent kommen. Durch die Vorgabe wollen die Aufseher sicherstellen, dass die Institute künftige Krisen gut überstehen. An der Börse kam das gut an. Anleger, die offenbar mit gravierenderen Kapitalmaßnahmen gerechnet hatten, verhalfen der Aktie zu einem Kursplus von knapp sieben Prozent.


Sorgenkind ist Ungarn

Auf viel Rückenwind durch die Konjunktur in Osteuropa können die Raiffeisen-Banker bei der Erfüllung der Vorschriften nicht hoffen. „Wir stecken mitten in einer Krise drin und diese wird sich verstärken“, sagte Stepic. Der Anteil der faulen Kredite könne daher weiter steigen und höhere Risikovorsorgen nach sich ziehen, die auf den Gewinnen lasten. Mit einem deutlichen Anstieg rechnet die RBI allerdings nicht. Zudem seien Abschreibungen in der Ukraine und eine Neubewertung der Verlustvorträge nicht auszuschließen. Mittelfristig erwartet die RBI daher nur noch eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 15 statt bislang 15 bis 20 Prozent.

Das größte Sorgenkind der Bank ist Ungarn. Während alle anderen Länder in Zentral- und Osteuropa im dritten Quartal Gewinne oder lediglich minimale Verluste verbuchten, stand in Ungarn ein Minus von 245 Millionen Euro zu Buche. Grund ist die maue Wirtschaftsentwicklung, durch die die Vorsorgen für faule Kredite steigen und ein neues Gesetz, das Ungarn erlaubt, ihre Fremdwährungskredite zu günstigeren Wechselkursen zurückzuzahlen. Auf den Verlusten bleiben die Banken sitzen. Die RBI erwartet für das laufende Jahr in Ungarn ein Minus von 320 Millionen Euro und will dieses durch eine „substanzielle Rekapitalisierung“ im vierten Quartal ausgleichen

„Ungarn kostet uns viel Geld und Nerven“, sagte Stepic. Ein Rückzug aus dem Markt sei derzeit aber nicht geplant. Trotz der durchwachsenen Entwicklung kam die Bank von Juli bis Ende September auf einen Nettogewinn von 130 Millionen Euro. Das ist zwar gut 62 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, aber immer noch mehr, als Analysten im Vorfeld erwartet hatten.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%