Hauptversammlung: Es wird eng für JP Morgan

Hauptversammlung: Es wird eng für JP Morgan

Milliardenverluste, Herabstufung, Kündigungen: Für Amerikas größte Bank sieht es düster aus. Nun will auch noch die US-Notenbank in die Bücher gucken. Das muss Jamie Dimon den Aktionären erklären.

Es gibt sicher Orte, an denen der JP-Morgan-Vorstandsvorsitzende Jamie Dimon lieber wäre, als in Tampa, Florida. Dort muss er am Dienstag den Aktionären der US-Großbank erklären, wie es sein kann, dass das Geldinstitut binnen sechs Wochen rund zwei Milliarden Dollar (1,54 Milliarden Euro) verzockt hat. "Es gibt dafür eigentlich keine Entschuldigung", sagte er am Sonntag in einem Interview mit den Sender NBC.
Und die Verluste könnten noch um eine weitere Milliarde steigen. Besonders unschön ist, dass der Schaden bei Absicherungsdeals entstanden ist, die Handelsfehler abmildern sollen. Außerdem seien die besten Manager involviert gewesen. Das stärkt nicht gerade das Vertrauen in Geldhäuser im Allgemeinen oder JP Morgan Chase im Speziellen.

"Wir waren schlampig und dumm"
Dementsprechend stürzte der Aktienkurs des Unternehmens nach der Bekanntgabe am Donnerstag ab, die Papiere verloren um mehr als neun Prozent und rissen auch andere Banktitel mit in die Tiefe. Die JP Morgan verlor schlagartig 15 Milliarden Dollar an Marktwert. Als Reaktion senkte die Ratingagentur Fitch die Bewertung um eine Stufe von AA-minus auf A-plus. Standard & Poor's senkte den Ausblick auf negativ. „Wir waren schlampig. Wir wissen, dass wir dumm waren. Wir wissen, dass es eine Fehleinschätzung gab“, musste Dimon zugeben. Es sei allerdings noch nicht klar, ob sein Haus auch gegen Gesetze verstoßen habe. Besonders peinlich für Dimon, der als stärkster Gegner der Regulierungsbemühungen gilt, ist, dass US-Präsident Barack Obama den Skandal dazu verwendet, auf die Notwendigkeit der weiteren Bankenregulierung hinzuweisen. "Das ist ein ziemlich unglücklicher Zeitpunkt für einen solchen Fehler", gab CEO Dimon zu.

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Schärfere Regulierung ab Juli

Ab 21. Juli wird der Eigenhandel amerikanischer Geldinstituten beschränkt, Spielereien mit dem eigenen Geld sind dann verboten. Diese Volcker-Regel getaufte Maßnahme soll eine weitere Finanzkrise wie die aus dem Jahr 2008 verhindern. Das Wallstreet Journal berichtete, dass zeitgleich mit der Hauptversammlung ein Treffen der Vertreter von US-Regulierungsbehörden stattfindet, bei dem es um die letzten Details der nach dem ehemaligen US-Notenbankchef Paul Volcker benannten Regulierung geht.

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