HSBC Trinkaus: Herr Schmitz schaltet auf Angriff

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HSBC Trinkaus: Herr Schmitz schaltet auf Angriff

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Andreas Schmitz, Sprecher des Vorstandes der Privat- und Transaktionsbank HSBC Trinkhaus + Burkhardt AG.

von Cornelius Welp

Sparen und abbauen war gestern. Die Düsseldorfer Bank HSBC Trinkaus will kräftig zulegen. Ihr Chef Andreas Schmitz, ehemals Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, hat Großes vor.

Bis vor vier Monaten war Andreas Schmitz als Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken im Nebenjob noch oberster Repräsentant des unbeliebtesten deutschen Wirtschaftszweiges. Seit Jürgen Fitschen das Amt übernommen hat, steht Schmitz nicht mehr im Rampenlicht. Das galt bisher auch für die von ihm geleitete Bank HSBC Trinkaus. Das Institut mit Sitz in Düsseldorf halten viele immer noch für eine diskrete Anlaufstelle für reiche Privatkunden. Dabei zählt es im Geschäft mit großen Unternehmen schon lange zu den wichtigsten deutschen Adressen. 

Das stille Dasein mit ständigem schrittweisen Wachstum reicht offenbar nicht mehr. Schmitz und seine Kollegen haben in den kommenden drei Jahren Großes vor. Die Zeit der Zurückhaltung ist für sie jedenfalls vorbei. „Wir haben Spielräume, die andere nicht haben“, sagt Schmitz. Die will er nutzen. Die Zeichen stehen auf Angriff.

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Was Schmitz bei der Vorlage der Halbjahreszahlen verkündet wäre vor zwei, drei Jahren  kaum vorstellbar gewesen. Die Bank will kräftig investieren, deutlich wachsen, neue Produkte anbieten  und auch mehr Risiko nehmen. Sie will dabei auch in Geschäftszweige vordringen, die sie bisher gemieden hat. So hatte Trinkaus etwa bisher keine  Private-Equity-Unternehmen als Kunden. Das soll sich nun ändern. Zudem zählen künftig auch Unternehmen zur Zielgruppe, die nur hundert, mitunter auch nur 50 Millionen Euro Umsatz machen. Ziel ist „eine deutliche Verbreiterung der Kundenbasis“, sagt Schmitz. Sie soll sich ebenso wie einige Bilanzkennziffern nahezu verdoppeln.

Dafür will die Bank in den kommenden drei Jahren bis zu 500 neue Mitarbeiter einstellen und Filialen in Nürnberg und Hannover aufmachen. Dass der Mutterkonzern, die britische Großbank HSBC diesen Kurs mitmacht, sogar forciert, wertet er als Zeichen des Glaubens an Europa. Und besonders an Deutschland.

Den gehobenen Mittelstand haben derzeit allerdings nahezu alle Banken als Wachstumsfeld ausgemacht. So nehmen ihn zunehmend auch Investmentbanken ins Visier, erst kürzlich verkündete die französische BNP Paribas ähnlich ambitionierte Pläne für Deutschland. Auch die traditionellen Branchengrößen wie Deutsche und Commerzbank haben ehrgeizige Ziele. Der Wettlauf ist so wild, dass sich die Aufsichtsbehörden schon warnend  geäußert haben.

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Schmitz sieht sich von den Ermahnungen nicht angesprochen.  Er hält seine Ausgangsposition für höchst solide und deshalb glänzend. HSBC Trinkaus habe schließlich die höchste Kapitalquote alle deutschen Banken, erfülle sämtlichen regulatorischen Vorgaben locker  und könne schon deshalb von den anhaltenden Bemühungen zur Bilanzverkleinerung bei der Konkurrenz profitieren. Die Bank werde als deutsches Institut wahrgenommen, könne aber auf das weltweite Netzwerk der globalen Mutter zugreifen. Und das stelle selbst die Deutsche Bank in den Schatten.

Nutzen sollen es vor allem Mittelständler, die in Schwellenländer expandieren wollen. Dass die Euphorie um die Wachstumsregionen derzeit deutliche Dämpfer abbekommen hat, ficht Schmitz nicht weiter an. Der langfristige Wachstumstrend bleibe intakt. Während er als BdB-Präsident meist mahnend den Finger hob und über die Belastungen der Branche klagte, soll heute offenbar nichts seinen Optimismus trüben.

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