HSH Nordbank: Bank bürdet Steuerzahlern 256 marode Schiffe auf

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Die HSH Nordbank bürdet Steuerzahlern 256 marode Schiffe auf.

von Jacqueline Goebel und Mark Fehr

Die krisengeschüttelte Landesbank HSH Nordbank hat den Steuerzahlern von Hamburg und Schleswig-Holstein vorwiegend alte und technisch überholte Schiffe zur Abwicklung aufgebürdet.

Das belegt eine Inventarliste der eigens für den Abbau der HSH-Altlasten eingerichteten Abwicklungsanstalt hsh Portfoliomanagement, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Demnach haben die 256 Schiffe, die sich nun im Besitz der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein befinden, ein Durchschnittsalter von 9,3 Jahren.

Die Schiffe wurden als Sicherheit für notleidende Kredite der Landesbank an Schifffahrtsunternehmen hinterlegt, dürften aber in der Mehrzahl nur noch Schrottwert haben. Der Marktwert dieser Schiffe liegt mit 2,4 Milliarden Euro weit unter dem dahinter stehenden Kreditvolumen von umgerechnet rund fünf Milliarden Euro. Die Kredite wurden zu 97 Prozent, also fast vollständig, in US-Dollar an 193 Schuldner vergeben, wie aus dem Bericht hervorgeht. Die Steuerzahler tragen also zusätzlich das Risiko schwankender Wechselkurse.

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„Der Großteil der Schiffssicherheiten entfällt auf Panamax-Containerschiffe“, heißt es in dem Bericht. Diese veraltete Schiffsklasse richtet sich ihren Maßen nach den alten Schleusen des Panamakanals, die Schiffe sind deshalb besonders schmal. Nach der Verbreiterung der Wasserstraße in diesem Jahr gelten die Containerschiffe als überflüssig. Denn der Kanal ist mittlerweile auch für breitere und technisch effizientere Schiffe passierbar, die mehr Ladung fassen und besser manövrierbar sind.

HSH Nordbank Länder übernehmen faule Schiffskredite

Die Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg retten die HSH Nordbank und übernehmen Kredite für 256 Schiffe im Volumen von fünf Milliarden Euro. Der Leidtragende wird am Ende der Steuerzahler sein.

Die Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg retten die HSH Nordbank. Quelle: dpa

Zu dem Portfolio gehören laut Inventarliste außerdem 25 Bulk-Schiffe, mit denen zum Beispiel Erze transportiert werden können, sowie 25 Mehrzweckschiffe und 46 Tanker. Die Tanker für den Transport von Rohöl haben laut Bericht ein Durchschnittsalter von 10,8 Jahren.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Michael Kruse, bezeichnete die Rettungspolitik von Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) als verantwortungslos. „Mit dem Kauf dieses Portfolios veralteter und zu großen Teilen beschäftigungsloser Schiffe sind die Hamburger nun Miteigentümer von Schiffen im Wert von 2,4 Milliarden Euro, die absehbar weiter an Wert verlieren werden“, sagte Kruse der WirtschaftsWoche. Es sei unbegreiflich, dass über die einzelnen Schiffe noch nicht einmal gegenüber der Bürgerschaft Auskunft erteilt wurde.

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