Hunderte Filialen schließen: Großer Kahlschlag bei der Hypo-Vereinsbank

Hunderte Filialen schließen: Großer Kahlschlag bei der Hypo-Vereinsbank

, aktualisiert 06. August 2014, 11:32 Uhr
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Hypo-Vereinsbank-Filiale in Nürnberg: Dem Umbau im Privatkundengeschäft fallen viele Filialen zum Opfer.

Quelle:Handelsblatt Online

Dass Jobs im großen Stil wegfallen sollen, war schon länger bekannt. Doch wie viele Filialen die Hypo-Vereinsbank nun schließt, schockiert die Mitarbeiter. Hunderte sollen geschlossen oder zusammengelegt werden.

Die Hypo-Vereinsbank hat sich mit den Arbeitnehmern auf den grundlegenden Umbau des Privatkundengeschäfts und einen Stellenabbau geeinigt. Bis 2015 sollen 240 der noch rund 580 Standorte geschlossen oder zusammengelegt werden, insgesamt 1500 Stellen werden im Zuge des Umbaus gestrichen – davon 1300 im Privatkundengeschäft und etwa 200 in der Zentrale, wie die Tochter der italienischen Unicredit am Mittwoch in München mitteilte.

Parallel sollen durch die Modernisierung der bestehenden Filialen und den Ausbau des Online-Angebots jedoch neue Arbeitsplätze entstehen. Die Bank wolle alles daran setzen, betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern, erklärte die HVB. Pro Jahr sollten mindestens 200 Mitarbeiter auf freie Stellen in der Bank vermittelt werden. Ende 2013 hatte die HVB rund 19.000 Mitarbeiter auf Vollzeitbasis.

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An rund 50 Orten sollen Selbstbedienungs-Zonen erhalten bleiben. „Für 85 Prozent der HVB-Kunden, die Beratung in Anspruch nehmen, erhöht sich der Weg zur nächsten Filiale damit nicht oder kaum“, erklärte die Bank.

Affäre um Dividendengeschäfte Hypo-Vereinsbank soll Fiskus hintergangen haben

Die Hypo-Vereinsbank soll nicht nur den deutschen Steuerzahler geschädigt haben, sondern auch die Schweizer Finanzbehörden hintergangen haben. Ein Teil der Schuld wurde bereits bezahlt.

Hypo-Vereinsbank hat offenbar auch Schweizer Fiskus hintergangen. Quelle: dpa

Die Größenordnung des Jobabbaus und den Umbau hatte Bank-Chef Theodor Weimer bereits angekündigt. Die HVB reagiert mit der Straffung des Filialnetzes auch auf das veränderte Kundenverhalten. Viele Menschen wickeln ihre alltäglichen Bankgeschäfte inzwischen via Internet ab. Die HVB will daher künftig verstärkt auf Online-Banking und Video-Beratung setzen.

„Unsere Investitionen sind ein klares Bekenntnis zum Privatkundengeschäft und Filialen als wichtigem Bestandteil der Multikanalstrategie“, sagte HVB-Privatkundenchef Peter Buschbeck. Laut Weimer will sich die HVB künftig verstärkt auf wohlhabende Kunden konzentrieren.

Starker Gegenwind im Investmentbanking macht der Bank zu schaffen. Der Gewinn des Münchener Instituts brach im ersten Halbjahr um 59 Prozent auf 334 Millionen Euro ein. Die Unicredit-Tochter leidet wie andere Investmentbanken darunter, dass viele Unternehmen derzeit weniger Geschäfte zur Absicherung von Währungs- oder Zinsrisiken abschließen. „Das enorm niedrige Zinsniveau hat auch bei uns Spuren hinterlassen“, sagte HVB-Chef Weimer am Mittwoch. Das Privat- und Firmenkundengeschäft sei dagegen stabil und habe etwas mehr Gewinn abgeworfen als vor Jahresfrist.

Insgesamt fielen die operativen Erträge der Hypo-Vereinsbank um ein Fünftel, im Investmentbanking sogar fast um ein Drittel. Die HVB kämpft seit Monaten damit, dass Unternehmen weniger große Kredite und strukturierte Finanzierungen nachfragen. Im Handel lahmt unter anderem das Geschäft mit Pfandbriefen und Kreditverbriefungen.

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