Hypo Alpe Adria: Rückzahlungsstopp trifft deutsche Banken hart

Hypo Alpe Adria: Rückzahlungsstopp trifft deutsche Banken hart

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Gläubiger der Hypo Alpe Adria müssen sich in Geduld üben.

Den deutschen Banken droht ein herber Schlag aus Österreich. Die Banken können ihre Forderungen gegenüber der Bad Bank der einstigen Skandalbank Hypo Alpe Adria womöglich in den Wind schreiben.

Den deutschen Banken droht nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch ein herber Schlag aus Österreich. Vor einer Woche hatte das Finanzministerium in Wien überraschend bekanntgeben, dass die Bad Bank der einstigen Skandalbank Hypo Alpe Adria namens Heta abwickelt wird. Sämtliche Schuldenzahlungen wurden gestoppt. Inzwischen zeichnet sich ab: Die Entscheidung trifft auch Finanzhäuser in Deutschland, die ihre Forderungen in teils dreistelliger Millionenhöhe womöglich in den Wind schreiben können.

Fitch rechnet nach einer Mitteilung vom Donnerstag damit, dass Heta die Branche in diesem Jahr zehn Prozent ihres gesamten Reingewinns kosten könnte. Den Berechnungen der Ratingagentur liegt die Annahme zu Grunde, dass deutsche Banken 40 Prozent der ausstehenden Schulden der Heta halten und dass diese nur zur Hälfte beglichen werden. „Für die deutschen Banken dürften die Verluste wahrscheinlich erheblich, aber auch beherrschbar sein.“

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Gläubiger müssen sich in Geduld üben

Für die Gläubiger der Hypo Alpe Adria beginnt eine lange Zeit der Unsicherheit: Sie erfahren erst in einem Jahr, wieviel Geld sie von der ehemaligen Krisenbank zurückbekommen, erklärte die österreichische Finanzmarktaufsicht FMA.

Zu den Gläubigern des Instituts zählen Banken und Versicherungen aus ganz Europa. Einige davon hatten bereits Klagen angekündigt. Die Münchener Rück erklärte am Mittwoch, sie müsse einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag abschreiben und erwarte eine Ergebnisbelastung im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Darüber hinaus sind auch die Fondstochter der Deutschen Bank, die HRE-Nachfolgerin Pfandbriefbank und die staatliche NRW Bank betroffen.

Ob und wieviel Geld sie zurückbekommen, ist Ergebnis eines langwierigen Prozesses: Zunächst durchkämmen Wirtschaftsprüfer die Bilanz der Hypo, um die Aktiva des Instituts zu bewerten und festzustellen, wie schlimm die finanzielle Lage tatsächlich ist. Auf Basis dieses Gutachtens will die FMA festlegen, wie hoch der Schuldenschnitt für die Gläubiger ausfällt.

Wirtschaftsprüfer warnen vor neuer Finanzlücke

Viele Hypo-Investoren setzen ihre Hoffnung nun auf die Haftungen des Landes Kärnten für Hypo-Anleihen. Allerdings ist fraglich, ob das Bundesland mit einem Jahresbudget von gut zwei Milliarden Euro zu seinen gut zehn Milliarden Euro schweren Garantieversprechen stehen kann.

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Die Hypo hatte sich jahrelang mit Hilfe der Garantien Kärntens günstiges Geld vom Kapitalmarkt besorgt und es in die Expansion am Balkan gesteckt. Doch diese erwies sich als kostspieliges Abenteuer: Die Bank musste seit der Finanzkrise mehrmals mit insgesamt gut 5,5 Milliarden Euro an Steuergeld gerettet werden. Eigentlich wollte Österreich das Institut mit Hilfe der staatlichen Bad Bank Heta abwickeln. Doch Wirtschaftsprüfer hatten jüngst vor einer neuerliche Finanzlücke von bis zu 7,6 Milliarden Euro gewarnt.

Grund dafür sei auch, dass das Institut mit der Umwandlung in eine Bad Bank viele Geschäfte abwerten müsse, weil diese nicht fortgeführt würden. "Es ist für jeden Beobachter ein Mysterium, was hier passiert", sagte FMA-Co-Chef Helmut Ettl. Sein Vorstandskollege Klaus Kumpfmüller zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Finanzlücke am Ende kleiner ausfalle als die prognostizierten bis zu 7,6 Milliarden Euro.

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