Hypo Real Estate: Gericht will Verfahren gegen Ex-HRE-Manager einstellen

Hypo Real Estate: Gericht will Verfahren gegen Ex-HRE-Manager einstellen

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Eine Niederlassung der Hypo Real Estate (HRE) in Berlin

Die einstige Staatshilfe für die Hypo Real Estate sorgt weiter für Ärger. Das Management soll damals die Lage beschönigt haben. Sechs der acht angeklagten Ex-Vorstandsmitglieder müssen aber wohl doch nicht vor Gericht.

Im Strafverfahren um die Beinahe-Pleite der Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) in der Finanzkrise schmelzen die Vorwürfe gegen das frühere Management weiter zusammen. Sechs der insgesamt acht angeklagten Ex-Vorstandsmitglieder müssen sich voraussichtlich nicht vor Gericht verantworten, wie mehrere mit dem Verfahren vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Das Landgericht München plane eine Einstellung des Verfahrens gegen diese sechs Banker noch vor Prozessbeginn. Vorgesehen sei lediglich ein Gerichtsverfahren gegen Ex-Vorstandschef Georg Funke und den früheren Finanzvorstand Markus Fell. Sie sollen die Lage der Hypo Real Estate (HRE) beschönigt haben, bevor die Bank 2008 in einer dramatischen Rettungsaktion verstaatlicht wurde.

Der Prozess solle am 20. März beginnen, hieß in Kreisen der Beteiligten weiter. Funkes Verteidiger Wolfgang Kreuzer hatte bereits im November erklärt, er rechne mit einem Prozessauftakt gegen den früheren HRE-Chef im März. Er werde sich für einen Freispruch einsetzen, da die Vorwürfe haltlos seien. Am Donnerstag bestätigte Kreuzer, dass das Gericht die Anklage gegen seinen Mandanten wie erwartet zugelassen hat. Darüber hinaus äußerten sich das Gericht und die Verteidiger von Funke und Fell am Donnerstag nicht zu dem Verfahren.

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Die Staatsanwaltschaft hatte bereits früher einen Teil ihrer Ermittlungen gegen die insgesamt acht Ex-Vorstände eingestellt, weil sich einzelne Vorwürfe nicht erhärtet hätten. Ein von der HRE-Hauptversammlung beauftragter Gutachter vertrat die Auffassung, dass die Banker trotz Managementfehlern nicht schuld an der Existenzkrise gewesen seien. Allerdings urteilte das Oberlandesgericht München in einem von Aktionären geführten Schadenersatzprozess, der HRE-Vorstand habe Anleger über die desaströse Lage getäuscht. Der Schadenersatzstreit ist noch nicht ausgefochten, er liegt beim Bundesgerichtshof (BGH).

Der mit Staatshilfe abgewendete Zusammenbruch der Hypo Real Estate war in Deutschland das dramatischste Kapitel der Finanzkrise, die infolge fauler Immobilienkredite in den USA weltweit Banken in Schieflage brachte. Der HRE wurde zum Verhängnis, dass sie wegen der Finanzkrise kein frisches Geld mehr bekam. Ihre Tochter Depfa hatte lang laufende Kredite zu kurzfristig refinanziert, ein Liquiditätsengpass war die Folge. Kurz nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers rettete die Bundesregierung das Münchner Institut im Jahr 2008 mit fast zehn Milliarden Euro frischem Kapital und Garantien von zeitweise 124 Milliarden Euro.

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