Im Besitz von Private Equity: Firmen rasen auf eine Schuldenwand zu

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Im Besitz von Private Equity: Firmen rasen auf eine Schuldenwand zu

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Kion - bekannt durch die Gabelstaplermarke Linde - ging 2006 an KKR und Goldman Sachs. Der Einstieg des chinesischen Maschinenbauers Weichai Power vor wenigen Monaten sorgte für Freude. Mit der Kaufsumme konnte das Management einen Großteil der Altschulden bei den Firmenjägern tilgen.

von Mark Fehr

Viele deutsche Unternehmen in der Hand von Firmenjägern müssen jetzt hohe Altkredite zurückzahlen, die ihnen bei der eigenen Übernahme aufgepackt wurden.

Mit Feuerwerk und asiatischem Buffet feierten Management, Eigentümer und Berater des Wiesbadener Gabelstaplerherstellers Kion kürzlich den Jahreswechsel. Grund für das exotische Flair in der hessischen Landeshauptstadt war der Einstieg des chinesischen Maschinenbauers Weichai Power, der nun 25 Prozent an dem deutschen Industriechampion sowie 70 Prozent direkt an dessen Hydrauliksparte hält. Die Mehrheit liegt nach wie vor bei den US-Investmenthäusern Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Goldman Sachs. Die neuen Miteigner gehören zur Shandong Heavy Industry Group, die so ihre globalen Geschäfte ausweiten will. Für Kion soll die Partnerschaft den Zugang zu chinesischen Kunden erleichtern.

Während Kion-CEO Gordon Riske den Deal in den höchsten Tönen lobte, freute sich sein Finanzchef Thomas Toepfer im Stillen. Der Herr der Zahlen hat wegen eines willkommenen Nebeneffekts der strategischen Transaktion Grund zu feiern: Ein Großteil der Kaufsumme aus China in Höhe von 738 Millionen Euro fließt in die Tilgung von Schulden, die KKR und Goldman Sachs nach der Übernahme 2006 Kion auf die Bilanz gepackt hatten, um den damaligen Preis von rund vier Milliarden Euro zu finanzieren. Mit wie viel Fremdkapital die Akquisition genau gestemmt wurde, liegt nicht offen.

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Welle fälliger Kredite

Wie den Wiesbadenern – bekannt vor allem durch ihre Gabelstaplermarke Linde – geht es auch anderen deutschen Unternehmen in Private-Equity-Hand. Für viele von ihnen beginnt nun eine heiße Phase, in der sie sich nach frischem Geld für die Rückzahlung der hohen Übernahmekredite umschauen müssen. Fremdfinanzierte Unternehmenskäufe durch internationale und heimische Firmenjäger boomten hierzulande in den Jahren 2006 bis 2007.

Die Banken liehen damals – anders als heute – bereitwillig Geld, die Finanzinvestoren mussten im Schnitt nur 30 Prozent Eigenkapital für die Übernahmen mitbringen. Da solche Kreditverträge üblicherweise sechs bis sieben Jahre laufen, steht nun eine Welle von Refinanzierungen bevor. „Zahlreiche Kredite aus der Boomphase fremdfinanzierter Unternehmenskäufe durch Private-Equity-Investoren stehen jetzt und in den kommenden Jahren vor der Refinanzierung“, sagt Marc Trinkaus, Partner bei Linklaters in Frankfurt. Die internationale Wirtschaftskanzlei aus Großbritannien berät Investoren und Banken bei Rechtsfragen zu Finanzierung und Struktur von Unternehmenskäufen.

Branchentreff 'Super Return' Firmenjäger wollen Image aufpolieren

Bei ihrem Gipfeltreffen in Berlin finden Finanzinvestoren zu neuem Selbstbewusstsein – und legen sich zwecks Imagepflege schon mal passende Argumente für den Bundestagswahlkampf zurecht.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) prognostiziert eine Belebung des Private-Equity-Geschäfts Quelle: dapd

Deutsche Unternehmen im Portfolio von Finanzinvestoren fahren auf eine Schuldenwand zu: Von 2013 bis 2016 müssen sie Bankschulden in Höhe von insgesamt 70 Milliarden Euro tilgen oder refinanzieren, zeigt eine von Linklaters in Auftrag gegebene Studie des Londoner Informationsdienstleisters Dealogic. „In vielen Fällen haben die Banken die Tilgung der Kredite erst zum Ende der Laufzeit gefordert, sodass nun oft die gesamte Darlehenssumme auf einmal fällig wird“, sagt Trinkaus. Allerdings werden die krisengebeutelten Banken künftig nicht mehr so großzügig und günstig Kredit geben wie damals. Statt der klassischen Verlängerung der Kreditlinien sind daher immer öfter innovative Lösungen gefragt.

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