Image-GAU: Goldman Sachs jagt Kermit

Image-GAU: Goldman Sachs jagt Kermit

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Kermit und das Kundenproblem: Goldman schmäht an falscher Stelle.

von Nils RüdelQuelle:Handelsblatt Online

Die öffentliche Kritik eines Ex-Mitarbeiters hat Goldman Sachs kalt erwischt. Die Investmentbank geht nun den Vorwürfen akribisch auf den Grund - sorgt dabei an der Wall Street aber eher für Lacher. 

Verfluchte Puppen. Mehr als 1200 Wörter lang war die öffentliche Abrechnung eines Goldman-Sachs-Bankers mit seinem Ex-Arbeitgeber, doch eines von ihnen bleibt besonders in Erinnerung: „Muppets“. Als solche, klagte Greg Smith in seinem Artikel in der „New York Times“, hätten Goldman-Mitarbeiter in E-Mails eigene Kunden geschmäht. Der Aufsehen erregende Text erschien bereits vergangene Woche, doch über die „Muppets“ amüsiert sich die Wall Street noch immer.

Frischen Stoff hat die US-Investmentbank nun ungewollt selbst geliefert. Goldman lässt neuerdings interne E-Mails durchforsten – nach dem Wort „Muppet“ und anderen Hinweisen, ob sich Mitarbeiter abschätzig über Kunden geäußert haben könnten. Dies sei Teil der Antwort auf Smiths Artikel, wie Bankchef Lloyd Blankfein in einer Telefonkonferenz angekündigt habe, berichtete Reuters unter Berufung auf informierte Kreise. Man nehme die Sache ernst, so Blankfein, und versuche herauszufinden, inwieweit Smiths Vorwürfe zutreffen könnten. Ein Goldman-Sprecher bestätigte am Donnerstag im „Wall Street Journal“ die E-Mail-Scans. „Wir nehmen die Sorgen unserer Mitarbeiter ernst, deshalb sind wir Mr. Smiths Einlassungen auf den Grund gegangen“.

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Offener Brief Führender Banker rechnet mit Goldman Sachs ab

Zwölf Jahre arbeitete Greg Smith für Goldman Sachs. Nun kündigt er und wendet sich in einem Brief an die Öffentlichkeit und greift CEO Blankfein an. Titel: "Warum ich Goldman Sachs verlasse".

In der Kritik: Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein Quelle: REUTERS

Der Ex-Mitarbeiter, ein Derivatehändler aus London, hatte einen massiven Verfall der Werte bei Goldman beklagt. „Vergiftet und zerstörerisch“ sei die Atmosphäre mittlerweile, schrieb Smith, es gehe nur noch um maximalen Profit. Es würden sogar diejenigen Mitarbeiter belohnt, die Schrottpapiere an den Mann bringen – Hauptsache, die Firma mache ein gutes Geschäft. Für Geschäftspartner bliebe stattdessen manchmal nur Hohn. So habe er fünf Mal erlebt, schrieb Smith, dass Mitarbeiter ihre eigenen Kunden in E-Mails als „Muppets“ bezeichnet hätten. Während man dabei in Amerika an jene dicknasigen Figuren rund um Kermit der Frosch und Miss Piggy denkt, steht der Begriff in England schlicht für „Deppen“.

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