Institut braucht frisches Kapital: Was bringt die Deutsche-Bank-Aktie?

KommentarInstitut braucht frisches Kapital: Was bringt die Deutsche-Bank-Aktie?

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Dass die Deutsche Bank ihre Risiken vollständig im Griff hat, darf weiter bezweifelt werden.

von Christof Schürmann

Mit ihrem Konzernumbau und der geplanten Kapitalerhöhung ist die Deutsche Bank das Thema des Tages auf dem Börsenparkett. Die Deutsche-Bank-Aktie bleibt eine Wette.

Mit sechs Prozent minus bei Kursen um ziemlich genau 18 Euro je Aktie nimmt sich der Verlust, den Deutsche-Bank-Aktionäre am Montag hinnehmen müssen, ziemlich moderat aus. Zumindest gemessen am Kurs, zu denen das Frankfurter Geldhaus frisches Kapital aufnehmen will. Der Dax-Konzern will 687,5 Millionen neue Aktien in der zweiten März-Hälfte zu je 11,65 Euro platzieren – das ist ein Abschlag von knapp 40 Prozent auf den Kurs von vergangenem Freitag. Dass der Kurs nach Bekanntgabe der Pläne nur um bis zu sieben Prozent abfiel, das darf Deutsche-Bank-Chef John Cryan durchaus als Erfolg verbuchen.

Keine drei Jahre nach der vorerst letzten Kapitalerhöhung will er sich rund acht Milliarden Euro besorgen. Zudem will die Deutsche Bank absehbar einen Teil ihrer Vermögensverwaltung an den Markt bringen, was noch einmal zwei Milliarden Euro einspielen soll.

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Zudem gibt es – wieder einmal – eine Rolle rückwärts, was das Privatkundengeschäft betrifft. Die offenbar unverkäufliche Tochter Postbank soll doch wieder voll integriert statt abgegeben werden. Und das zuletzt in zwei Teile aufgespaltene Investmentbanking (Handel sowie Beratungs- und Finanzierungsgeschäft) soll wieder aus einer Hand angeboten werden.

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Der Chef der Deutsche Bank John Cryan. Quelle: AP

Inwieweit beides das operative Geschäft wieder nach vorne bringen wird, ist genauso eine Spekulation, wie die Deutsche-Bank-Aktie eine Wette bleibt. Eine Wette darauf, dass sie, wie jetzt zart avisiert worden ist, eines Tages tatsächlich wieder einmal zehn Prozent Eigenkapitalrendite verdienen wird. Das würde rund 7,5 Milliarden Euro Gewinn auf das bald erhöhte Kapital bedeuten und es würde die Deutsche Bank nach langer Zeit wieder zu einem Kandidaten mit attraktiver Dividende machen.

Gemessen an einer unterstellten Ausschüttungsquote von einem Drittel fiele dann eine Dividende je Aktie von rund 1,20 Euro an –  bei einem am aktuellen Kurs von 18 Euro eine Rendite von 6,7 Prozent. Eine solche Ausschüttungsperspektive und eine nach der jetzigen Kapitalerhöhung halbwegs auskömmliche Kernkapitalquote von 13 bis 14 Prozent ließen Kursfantasien Richtung 30 Euro zu. Fantasien, wie gesagt, denn aktuell rentiert die Aktie bei gut einem Prozent – die Dividende soll bei nur 19 Cent je Aktie liegen, wie am Sonntag bekannt wurde.

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Wer aktuell einsteigt, gibt der Deutschen Bank weiterhin viel Vorschuss. Dass sie ihre Risiken vollständig im Griff hat, darf weiter bezweifelt werden. Inwieweit Rückstellungen zur Risikovorsorge und Prozessstrafen ausreichen sind, wird sich ebenso zeigen müssen, wie die Belastbarkeit ihrer Anlagen. Gerade erst warnte die Bundesbank, die deutschen Geldhäuser sollten für eine mögliche Zinswende besser vorsorgen. Zudem wäre es fast schon ein Wunder, wenn es nach 20 Jahren der Irrungen und Wirrrungen endlich gelänge, eine Strategie für das Privatkundengeschäft aufzustellen, die länger als zwei Jahre hält.

Immerhin dürfen Anleger auf ein solides Management an der Spitze setzen. Neben Cryan stehen seine Co-Vorsitzenden Marcus Schenck und Christian Sewing für eine Bescheidenheit, wie sie die Deutsche Bank seit den Zeiten des legendären Alfred Herrhausen nicht mehr gehabt hat. Das ist mehr wert, als eine Nachkommastelle bei der Rendite.

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