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Interview-Auszug: UBS-Präsident Axel Weber im Gespräch

Quelle: Handelsblatt Online

In die Züricher Zentrale der UBS hatte Axel Weber die Handelsblatt-Redakteure geladen. Es ist das erste ausführliche Interview mit einer deutschen Zeitung seit seinem offiziellen Amtsantritt Anfang Mai dieses Jahres.

Ex-Bundesbankpräsident Axel Weber leitet offiziell seit Anfang Mai 2012 die Schweizer Großbank UBS als Verwaltungsratsvorsitzender. Quelle: Heike Grasser für Handelsblatt
Ex-Bundesbankpräsident Axel Weber leitet offiziell seit Anfang Mai 2012 die Schweizer Großbank UBS als Verwaltungsratsvorsitzender. Quelle: Heike Grasser für Handelsblatt

ZürichHier ein Auszug des Gesprächs, dessen volle Version Sie in der Freitagsausgabe des Handelsblatts lesen können oder bereits ab 19.30 Uhr in der ePaper-Variante der Ausgabe.

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(...) Herr Weber, die Regierung in Nordrhein-Westfalen wirft der UBS vor, deutschen Kunden dabei zu helfen, Schwarzgeld nach Singapur zu verschieben. Stimmt das?

Als Verwaltungsratspräsident der UBS habe ich eine Kernrolle bei der Strategie der Bank, und die ist klar und unmissverständlich: Die UBS hilft keinem Kunden dabei, sich Steuerpflichten zu entziehen. Die UBS verpflichtet alle ihre Mitarbeiter im grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft, die gesetzlichen Grundlagen einzuhalten. Wer dagegen verstößt, wird hart sanktioniert. In diesem Punkt gibt es bei mir null Toleranz.

So weit die Regel. Können Sie garantieren, dass sich jederzeit jeder UBS-Mitarbeiter auch daran gehalten hat?

Ich habe die zuständigen Vorstände hierzu um Auskunft gebeten. Und wir haben eine klare Aussage von Jürg Zeltner, dem Leiter unseres globalen Vermögensverwaltungsgeschäfts: Die UBS leistet keine Unterstützung bei Steuerhinterziehung. Wir helfen nicht dabei mit, das deutsch-schweizerische Steuerabkommen zu hintergehen. Wir haben die Vorgänge intern sehr sorgfältig geprüft. Bisher liegen uns keine Erkenntnisse vor, die die Vorwürfe, die wir bisher nur aus der Presse kennen, stützen.

Die Betonung liegt hier auf dem Wort bisher?

Sollte NRW belastendes Material haben, so wird sich die Landesregierung mit einem Amtshilfegesuch an die Schweizer Behörden wenden. Dann können wir uns konkret mit den Vorwürfen auseinandersetzen. In einem so großen Institut wie der UBS kann man Fehlverhalten Einzelner nie kategorisch ausschließen. Sollte dies der Fall sein, gilt für die UBS eine Null-Toleranz-Politik, bis hin zur fristlosen Entlassung. Wir unterstützten das deutsch-schweizer Steuerabkommen. Es dient dazu, die Probleme der Vergangenheit zu lösen. Es ist der richtige Weg, endlich einen Schlussstrich unter die Vergangenheit zu ziehen. Es dient auch dazu, dass der deutsche Fiskus mit seinen Steuerbürgern Frieden schließen kann. Die UBS nimmt keine Vermögenstransfers vor, die dazu dienen, dieses Abkommen zu unterlaufen. Singapur ist ein globales Finanzzentrum. Und die Finanzaufsicht Singapurs hat jüngst erst erneut betont, dass sie nicht toleriert, dass illegales Geld ins Land fließt. Das wird dort hart sanktioniert. Es ist unfair, Singapur hier mit einem Generalverdacht zu belegen.


„Ich habe keinen Einfluss auf politische Entscheidungen“

Das Steuerabkommen ist sehr umstritten. Letztlich dient es dazu, den letzten Rest des Schweizer Bankgeheimnisses zu wahren. Wird die Schweiz eines Tages nicht auch dem Informationsaustausch zustimmen müssen?

Die Verhandlungsposition der Schweiz war stets, dass die Abkommen über eine Abgeltungsteuer mit Deutschland, Großbritannien und Österreich dem Informationsaustausch in der Wirkung gleichkommen. Und die Schweiz geht mit diesen Abkommen weiter, als es internationaler Standard ist. Ich halte das für die richtige Strategie, habe jedoch keinen Einfluss auf diese politischen Entscheidungen. Ich konzentriere mich daher auf die Probleme, die direkt vor uns liegen.

Eines dieser Probleme ist der Libor-Skandal. Bei der Deutschen Bank hat der Aufsichtsrat eine interne Untersuchung dazu eingeleitet. Tun Sie das auch?
Die UBS war eine der ersten Banken, die 2010 Verdachtsmomente an die Behörden gemeldet hatte. Daher haben wir als eine der ersten Institutionen bedingte Immunität, also einen Kronzeugenstatus, erhalten.

Wie kommt es dann, dass Barclays als Erste mit einer Strafe belegt worden ist?

Barclays war die erste Bank, die einen Vergleich mit den Behörden abgeschlossen hat. Aber auch die Verhandlungen von Barclays liefen zuvor schon längere Zeit. Wir haben als eine der Ersten mit den Behörden zusammengearbeitet. Das verpflichtet uns auch dazu, dass wir Informationen darüber nicht öffentlich diskutieren dürfen. Ich kann Ihnen aber sagen, dass wir seit langen interne Untersuchungen vornehmen, um die Vorgänge aufzuklären. Dazu greifen wir auch auf externe Juristen zurück. Diese Aufarbeitung läuft seit 2010. Über die Ergebnisse halten wir die zuständigen Behörden stets auf dem Laufenden.

Das heißt, als Sie Anfang Mai dieses Jahres bei der UBS ihr Amt als Verwaltungsratspräsident angetreten haben, gab es schon eine interne Libor-Akte? Oder läuft die interne Untersuchung des Skandals noch?

Wir haben einen Überblick und die Ergebnisse aufgearbeitet. Die Untersuchungen decken die ganze Zeit von 2005 bis 2010 ab. Wir haben uns dabei auf unterschiedliche Tatbestände konzentriert: Zum einen auf Libor-Beeinflussungen, um eigene Handelspositionen zu unterstützen, zum anderen haben wir untersucht, ob ab 2008 systematische Versuche der Libor-Beeinflussung stattgefunden haben, um am Markt als kreditwürdigere Gegenpartei dargestellt zu werden. Wir haben geprüft, ob unsere internen Kontrollsysteme funktioniert haben. Zu den Ergebnissen stehen wir in ständigem Kontakt mit den Aufsichts- und Wettbewerbsbehörden. Wir haben sehr umfassend untersucht, und wir haben auch schon Konsequenzen gezogen. (...)

Die gesamte Fassung lesen Sie in der Freitagsausgabe des Handelsblatt oder ab 19.30 Uhr im ePaper.

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