Investment-Banking: Deutsche Bank bleibt Spitze

Investment-Banking: Deutsche Bank bleibt Spitze

, aktualisiert 16. Dezember 2011, 12:59 Uhr
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Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Die Investment-Sparte des Geldhauses bleibt spitze.

von Peter Köhler und Robert LandgrafQuelle:Handelsblatt Online

Beim Investment-Banking ist die Deutsche Bank die Top-Adresse in Deutschland. Davon profitiert womöglich besonders Stephan Leithner. Der Leiter der Sparte könnte in den Vorstand aufrücken.

FrankfurtVon Krise keine Spur. Das Geschäft der Investmentbanken in Deutschland läuft rund, fast so, als ob es das Desaster mit den Staatsschulden in Europa nicht geben würde. Das gilt vor allem für ein Geldhaus und für einen Bankmanager: die Deutsche Bank und ihren Investment-Banking-Chef Stephan Leithner. Die Bank bleibt die Nummer eins im Heimatmarkt. Sie verdient bei Fusionen und Übernahmen (M&A), Aktien- und Anleiheemissionen sowie Krediten, die syndiziert werden, mit Abstand das meiste Geld. Und davon profitiert besonders Leithner, der auch für das weltweite Firmenkundengeschäft zuständig ist.

Mit dem neuerlichen Erfolg im Rücken hat der Österreicher beste Chancen, die Nachfolge von Jürgen Fitschen anzutreten, der bei der Deutschen Bank zusammen mit dem Investmentbanker Anshu Jain das Erbe von Josef Ackermann an der Konzernspitze antritt.

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Der ehemalige McKinsey-Mann macht – anders als viele Investmentbanker – wenig Aufhebens um seine Person. Er besticht lieber durch Leistung, so wie auch in diesem Jahr. Nicht nur, dass Investmentbanker dem Kollegen „eine glänzende Zukunft“ voraussagen, er hat die Deutsche Bank im Geschäft mit Firmenkunden auch weltweit unter die ersten fünf Adressen gebracht.

In Deutschland kassiert die Deutsche Bank Provisionen über gut 254 Millionen Dollar in diesem Jahr, wie das Finanzanalysehaus Thomsons Reuters exklusiv für das Handelsblatt errechnet hat. Das sind umgerechnet etwa 193 Millionen Euro. Damit nimmt das Institut rund ein Viertel mehr ein als im vergangenen Jahr und baut zugleich seinen Anteil an den gesamten Gebühreneinnahmen um einen knappen Prozentpunkt auf 10,6 Prozent aus.

Engster Verfolger war und bleibt die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs, die wieder auf Platz zwei rangiert und immerhin noch einen Anteil von acht Prozent an den Provisionen hat. Der Gebührenpool beläuft sich insgesamt auf 2,4 Milliarden Dollar und ist damit um sieben Prozent angestiegen. Das hängt auch damit zusammen, dass gerade in den ersten drei Quartalen mehr Kredite vergeben wurden, die später kleinteilig von den Banken an Investoren weiterverkauft werden.


Geschäft mit Fusionen und Übernahmen legt zu

Doch dieser Markt ist nach der Beobachtung von Christoph Seibel, Managing Director bei der UBS, im vierten Quartal wegen der wachsenden Unsicherheit infolge der Turbulenzen an den Märkten eingebrochen. „Eine Übernahme des gesamten Kredits und die Weiterplatzierung danach ist in den heutigen unsicheren Zeiten für eine Bank ungewöhnlich“, sagt Rainer Langel, der das Investment-Banking des australischen Instituts Macquarie in Deutschland leitet. Zudem habe die Staatsschuldenkrise gerade in Europa viele Banken getroffen. Diese seien nicht mehr so aktiv bei der Vergabe von Krediten, wie sie es vor kurzem noch waren.

Den größten Zuwachs verbuchte im laufenden Jahr das M&A-Geschäft in Deutschland. Thomson Reuters errechnet ein Plus von 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei wird der Erfolg allerdings von zwei Großtransaktionen geprägt, die beide wackeln: die Übernahme von T-Mobile in den USA durch den Konkurrenten AT&T mit einem Volumen von 39 Milliarden Dollar und die Fusion der Deutschen Börse mit der New York Stock Exchange zum weltgrößten Handelsplatz im Wert von 12,2 Milliarden Dollar. Beide werden von den Kartellbehörden in den USA und in Europa kritisch hinterfragt. Ein Erfolg ist deshalb noch nicht sicher. Die beiden Deals haben aber einen Anteil von rund einem Drittel an den Gesamttransaktionen über 130 Milliarden Dollar.

Für 2012 erwartet Berthold Fürst, der das M&A-Geschäft der Deutschen Bank auf dem Heimatmarkt leitet, ein ähnlich gutes Jahr wie 2011 – vielleicht ein bisschen besser. „Viele deutsche Unternehmen haben eine gut gefüllte Kriegskasse“, sagt er. Im Gegensatz zu den Problemjahren 2008 und 2009 sei das Management grundsätzlich positiv für Übernahmen gestimmt. Sobald sich das Kapitalumfeld stabilisiert hat, sieht Wolfgang Fink, Co-Head Investment-Banking Deutschland von Goldman Sachs, wieder vermehrt Deals. Denn die Konsolidierung vieler Branchen werde voranschreiten.

Zuversichtlich fällt die Prognose für Anleiheemissionen aus, deren Volumen um 13 Prozent auf 367,8 Millionen Dollar im laufenden Jahr gestiegen ist. Nach dem Eindruck von UBS-Banker Seibel ist die Pipeline an potenziellen neuen Anleihen gut gefüllt, wobei heimische Unternehmen in der Regel gut dastehen und auf günstige Gelegenheiten für neue Bonds warten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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