Quelle: dapdWo das Investment-Banking schrumpfen muss
Deutsche Bank
Entlassen/Bedrohte Stellen: 500
Das größte deutsche Geldinstitut beschäftigt aktuell mehr als 100.000 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Im Vergleich zu den anderen Großbanken bleibt der angekündigte Stellenabbau mit 500 Arbeitsplätzen moderat.
Quelle: REUTERSNomura
Entlassen/Bedrohte Stellen: 1000
Die japanische Finanzholding beschäftigt rund 30.000 Mitarbeiter. 1000 Investmentbanker sollen demnächst gehen.
Quelle: REUTERSJP Morgan
Entlassen/Bedrohte Stellen: 1600
Die weltweit größte Investmentbank und gleichzeitig Amerikas zweitgrößte Bank, die Investmentbank JP Morgan hat 2011 mit 19 Milliarden US-Dollar zwar so viel verdient wie nie, doch im vierten Quartal sanken die Erträge auf 22,2 Milliarden Dollar. Das sind 17 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn im vierten Quartal sank um fast ein Viertel auf 3,7 Milliarden US-Dollar. In den nächsten Monaten sollen daher 1600 Investmentbanker gehen. Im Oktober sprach Vorstandschefs Jamie Dimon noch von 1000 Mitarbeitern.
Quelle: REUTERSGoldman Sachs
Entlassen/Bedrohte Stellen: 1000
David Viniar, Finanzchef von Goldman will 1000 der insgesamt 35.500 Stellen streichen. Als Begründung führt er wirtschaftliche Gründe an: Beim Handel mit festverzinslichen Wertpapieren machte die Bank 63 Prozent Verluste – das Geld muss erstmal wieder reingeholt werden. Rund 1,2 Milliarden Dollar sollen durch die Kündigungen eingespart werden. Treffen soll es sowohl alte als auch junge Angestellte
Quelle: REUTERSBNP Paribas
Entlassen/Bedrohte Stellen: 1400
Auch die französischen Großbank BNP Paribas hat Einsparungen angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes angekündigt. BNP Paribas will weltweit 1400 Stellen streichen.
Quelle: APMorgan Stanley
Entlassen/Bedrohte Stellen: 1000
Auch Morgan Stanley kürzt und will 300 Mann aus seiner Brokerage-Abteilung entlassen, laut Fox News sollen sogar bis zu 1.000 Leute gehen.
Quelle: ReutersSociété Générale
Entlassen/Bedrohte Stellen: 1600
Im Zuge ihres Sparplans streicht die französische Großbank Société Générale weltweit knapp 1600 Stellen, davon 880 in Frankreich. Der Sparplan werde in Frankreich ab Anfang April ohne Entlassungen umgesetzt, teilte die Leitung der Bank Anfang Januar mit. Für die Société Générale arbeiten weltweit 160.000 Angestellte, 40.000 davon in Frankreich.
Quelle: REUTERSUBS
Entlassen/Bedrohte Stellen: 2000
UBS-Finanzvorstand Tom Naratil hat angekündigt, bis 2014 bis zu zwei Milliarden Schweizer Franken einsparen zu müssen. Es stehe fest, dass alle Sparten betroffen seien und es zu Entlassungen kommen werde. Derzeit ist von 2.000 Mitarbeitern die Rede.
Quelle: REUTERSCrédit Suisse
Entlassen/Bedrohte Stellen: 3.500
Eine Milliarde Franken will die Crédit Suisse einsparen, ein Großteil davon im Investmentbereich. Das beinhaltet auch Kündigungen. Weltweit sollen 3.500 der rund 50.700 gehen, darunter nach Zeitungsberichten 500 Schweizer Angestellte.
Quelle: dapdRoyal Bank of Scotland
Entlassen/Bedrohte Stellen: 5.500
Die RBS, hat sich mit der Übernahme der niederländischen Bank ABN Amro verhoben und schlittert seit 2008 von einer Krise in die nächste. Mehrere Sparprogramme hat der einstige Stolz des Finanzplatzes London bereits hinter sich, zahlreiche Sparten wurden verkauft. Ende September 2011 arbeiteten nur noch 150.000 Menschen für die RBS - fast 50.000 weniger als noch vor drei Jahren. Jetzt stehen weitere Jobs auf der Kippe, rund 5.500 Investmentbanker sollen gehen.
Wo das Investment-Banking schrumpfen muss
Deutsche Bank
Entlassen/Bedrohte Stellen: 500
Das größte deutsche Geldinstitut beschäftigt aktuell mehr als 100.000 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Im Vergleich zu den anderen Großbanken bleibt der angekündigte Stellenabbau mit 500 Arbeitsplätzen moderat.
Wenn am Samstag dieser Woche in Großbritannien die Skiferien beginnen, werden sich für eine Bevölkerungsgruppe ein paar Kleinigkeiten ändern: Um ihren Bonus besorgte Investmentbanker fliegen mit ihrer Familie nicht mehr Businessclass nach Frankreich oder in die Schweiz. Und sie buchen auch kein Fünf-Sterne-Hotel.
In der neuen Normalität angekommen ist auch Stefan Winter. Er war schon Investmentbanker, als es die Berufsbezeichnung noch gar nicht gab. Mehr als 30 Jahre ist er im Geschäft, als Vorstand verantwortet er für die Schweizer UBS das deutsche Investmentbanking.

Der 56-Jährige hat die absurden Höhenflüge der Branche ebenso mitgemacht wie die Abstürze. Einen solchen durchlebt er auch derzeit: „Wir gehen durch eine längerfristige Delle mit sehr massiven Einschnitten“, sagt Winter. Soll heißen: Die UBS, deren Händler Kweku Adoboli 2011 rund zwei Milliarden Dollar verzockte, muss sparen – wie ein normales Unternehmen.
Jetzt müssen Banken an sich selbst exerzieren, was sie sonst nur ihrer Kundschaft vorgeschrieben haben: fokussieren, sparen, reorganisieren – willkommen in der Wirklichkeit.
Für die Branche ist der Höhenflug vorbei, den die Investmentbanker nach dem Absturz infolge der Finanzkrise wieder genossen hatten. Die einst gut geölten Geldmaschinen im Investmentbanking werden statt irrwitzigen 25 auf absehbare Zeit nur noch „zwischen 10 und 15 Prozent“ Eigenkapitalrendite bringen, sagt Winter.
Die Dürre trifft die UBS nicht allein. Fast fünf Jahre nach Beginn der Finanzkrise, ausgelöst durch den Wertverfall der von Investmentbankern zusammengestückelten Wertpapiere, basierend auf US-Hypotheken schwacher Schuldner, ist die Branche im Umbruch.
Rendite Ziel gekappt
Sah es zunächst so aus, als könne die Zockerei weitergehen, sich etwa Ferrari-Händler im Londoner Stadtteil Kensington wieder über gute Geschäfte freuten und die Immobilienpreise erneut kräftig anzogen, läuft nun der Kehraus – sowohl im Geschäft als auch im für Normalbürger unvorstellbaren Lebensstil der einstigen „Masters of the Universe“.
Fast täglich melden Banken rund um den Globus im einst hoch profitablen Investmentbanking Gewinneinbrüche, den Abbau Tausender Stellen und immer noch hohe, für ihre gewohnt gierigen Geldjongleure aber enttäuschend niedrige Bonuszahlungen.
So brach bei der Deutschen Bank 2011 der Vorsteuergewinn im Investmentbanking um rund 40 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro ein. Im vierten Quartal schrieb die Sparte sogar Verluste. Prompt fiel der Aktienkurs um zwei Prozent.
„Investmentbanken dürften selbst bei einem besseren Marktumfeld auf absehbare Zeit das hohe Ertragsniveau früherer Spitzenzeiten nicht mehr erreichen“, sagte der scheidende Vorstandschef Josef Ackermann vergangenen Donnerstag mit ernster Miene bei seiner letzten Bilanzvorstellung.
Er verabschiedete sich daher auch von seinem umstrittenen Ziel einer Eigenkapitalrendite vor Steuern von 25 Prozent: Mittelfristig seien eher 20 Prozent realistisch, kurzfristig gehe es sogar eher um 15 bis 18 Prozent. 2011 schaffte die Bank nur rund zehn Prozent.













