Investmentbanking: Schwieriger Umbau der Deutschen Bank

KommentarInvestmentbanking: Schwieriger Umbau der Deutschen Bank

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Die Deutsche Bank ist noch weit von dem ausgeglichenen Ertragsmix entfernt, den ihre Vorstandsvorsitzenden anpeilen.

von Cornelius Welp

Anshu Jain und Jürgen Fitschen wollen das Institut unabhängiger vom Investmentbanking machen. Das ist noch ein weiter Weg. 

Die Deutsche Bank sei eine erfolgreiche Universalbank, betonten Jürgen Fitschen und Anshu Jain in den ersten Monaten ihrer Amtszeit bei jedem öffentlichen Auftritt. Und grenzten sich damit von den Jahren davor ab, in denen sich das Institut stets als führende Investmentbank mit starkem Privatkundengeschäft bezeichnet hatte. Dass das Investmentbanking auch unter der neuen Führung weiter eine überragende Rolle spielt, zeigen die heute vorgestellten Quartalszahlen. Mehr als 60 Prozent der Gesamterträge stammten aus dem Geschäft mit Anleihen, Aktien, Währungen und Derivaten. Das Vorsteuerergebnis in der Investmentbank hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr auf eine Milliarde Euro mehr als verdreifacht, der Gewinn vor Steuern ist nur deshalb 20 Prozent höher ausgefallen als 2011. Die Anleger hat das begeistert. Die Deutsche-Bank-Aktie legte bis zum Mittag  mehr als vier Prozent zu und war damit der Tagesgewinner im Dax.    

Zu Recht? Trotz des momentanen Erfolgs ist das Kreditinstitut eine Großbaustelle. Die Deutsche Bank befinde sich bei ihrem Restrukturierungsprozess im Plan, die Kapitallücke zu Konkurrenten werde aber größer, heißt es in einem Kommentar der Investmentbank J.P. Morgan, die Deutschlands größtes Geldhaus kürzlich von „Neutral“ auf „Underweight“ herabgestuft hat.

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Grund für die Skepsis ist die Kapitalquote, die nach den reformierten Regeln (Basel III)  bei 7,1 Prozent liegt. Durchschnittliche Wettbewerber lägen hier bei 8,5 Prozent, heißt es in dem Analystenbericht. Dass die Kapitalausstattung ausgebaut werden muss, haben auch Jain und Fitschen erklärt. Das soll vor allem durch einbehaltene Gewinne und den Abbau von Risikopositionen geschehen.   

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Wie hoch die Gewinne künftig ausfallen ist jedoch sehr unsicher. Die Bank ist noch weit von dem ausgeglichenen Ertragsmix entfernt, den ihre Vorstandsvorsitzenden anpeilen. Das Investmentbanking jedoch bleibt auch bei einem der unumstrittenen Marktführer schwankend. Vermutlich wird es dauerhaft deutlich weniger profitabel sein. Und das unabhängig davon, ob und wie die Vorschläge der europäischen Expertenkommission um den finnischen Notenbankpräsidenten Erkki Liikanen zur Abtrennung vom Privatkundengeschäft umgesetzt werden.

Dass sie sich auf diesen Ertragsbringer nicht mehr wie in der Vergangenheit verlassen können, wissen auch Jain und Fitschen. Die von ihnen angestoßene Anpassung an die neuen Erfordernisse steht jedoch noch am Anfang. Die Vermögensverwaltung, die die Bank  als eigenen Geschäftsbereich aufgewertet hat, hat erneut ein äußerst bescheidenes Ergebnis abgeliefert. Das Privatkundengeschäft zeigt sich stabil, leidet aber weiter unter der Skepsis der Privatanleger.

Und das große Sparprogramm, mit dem das Management die Kosten in der Bank auf Dauer um 4,5 Milliarden Euro jährlich drücken will, steht auch noch am Anfang. Die Restrukturierungsaufwendungen wie Abfindungszahlungen und die vorzeitige Kündigung von Mietverträgen lagen bei knapp 300 Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten hat sich im Vergleich zum Vorquartal um nicht einmal 200 reduziert. Auch hier bleibt also noch viel zu tun.    

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