Investmentbanking: UBS mit überraschend hohem Gewinn

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Investmentbanking: UBS mit überraschend hohem Gewinn

Die Schweizer Großbank UBS hat dank der guten Stimmung an den Finanzmärkten zu Jahresbeginn deutlich mehr verdient als erwartet. Der Reingewinn sackte im ersten Quartal zwar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 988 Millionen Franken (804 Mio. Euro) ab. Damit übertraf er aber die Erwartungen von Analysten klar.

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Die Schweizer Großbank UBS hat die Analysten mit einem stabilen Gewinn überrascht.

Experten hatten mit einem Rückgang auf 601 Millionen Franken gerechnet. "Es ist noch zu früh, um zu jubeln. Doch wir haben gezeigt, dass unser Geschäftsmodell in der Praxis funktioniert", erklärte UBS-Chef Sergio Ermotti. UBS hat den riskanteren Anleihenhandel aufgegeben und das Investmentbanking insgesamt stärker beschnitten als Rivalen wie Credit Suisse und Deutsche Bank. Ein großer Gewinnbrocken kam aber immer noch aus dem Investmentbanking. Die schwankungsanfällige Sparte konnte die Kosten deutlich senken und der Aufschwung an den Aktienmärkten schwemmte der Bank mehr Kommissionen und Gebühren in die Kasse. Der Vorsteuergewinn stieg auf 977 Millionen Franken von 509 Millionen ein Jahr davor.

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UBS-Logo Quelle: REUTERS

In der Vermögensverwaltung stiegen die Einnahmen. Viele reiche Kunden halten sich mit Wertpapiergeschäften allerdings noch zurück. Der Spartengewinn lag mit 664 Millionen Franken knapp ein Drittel unter dem Stand des Vorjahres. Im Vergleich zum Schlussquartal 2012 stieg der Gewinn um mehr als 50 Prozent. Seit UBS den Steuerstreit mit den USA und den Handelsskandal in London abgehakt hat, bringen reichen Kunden auch wieder mehr neues Geld. Der Neugeldzufluss stieg in den ersten drei Monaten deutlich auf netto 15 Milliarden Franken und erreichte den höchsten Wert in einem Quartal seit 2007. Neues Geld konnte die Bank vor allem in Fernost und in anderen aufstrebenden Ländern sowie von Superreichen einsammeln. Unter dem Druck ihrer heimischen Finanzämter zogen Kunden aus europäischen Ländern Geld aus der Schweiz ab, zum Teil legten sie es aber bei der gleichen Bank im Heimatland wieder an. Die im ganzen UBS-Konzern verwalteten Vermögen kletterten gegenüber dem Jahresende um 143 Milliarden auf 2373 Milliarden Franken. Dabei spielten neben dem Neugeldzufluss der Aufschwung an den Börsen und Währungseffekte eine Rolle.

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Quelle: dpa/Montage

Dennoch seien viele reiche Kunden verunsichert. Die Euro-Schuldenkrise, Bankenprobleme in Europa und die Haushaltslage in den USA zusammen mit unsicheren Wirtschaftsaussichten dämpfen nach Einschätzung der UBS die Aktivitäten der Kunden. Das Schweizer Institut bleibe aber zuversichtlich, weiterhin neues Geld einsammeln zu können. Die Kernkapitalquote berechnet auf Basis der strengeren Vorschriften von Basel III (CET1) erhöhte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 10,1 Prozent. Die Deutsche Bank will mit einer Kapitalerhöhung um 2,8 Milliarden Euro ihre Quote auf 9,5 Prozent von 8,8 Prozent nach oben schrauben.

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