Italien: Bankenverband sieht Vertrauen wiederhergestellt

Italien: Bankenverband sieht Vertrauen wiederhergestellt

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Die EBA hat Europas Banken gestresst.

Der Bankenverband in Italien freut sich über die Resultate des EU-weiten Stresstests und erklärt: „Die Glaubwürdigkeit italienischer Banken ist erhöht worden.“ Dabei schnitt ein Institut des Landes am schlechtesten ab.

Der italienische Bankenverband sieht vom europäischen Stresstest das Vertrauen in den Bankensektor des Landes gestärkt – obwohl ein italienisches Geldhaus am schlechtesten abgeschnitten hat. Der Präsident des Verbandes, Antonio Patuelli, sagte am Samstag zu dem am Freitagabend veröffentlichten Ergebnissen des Belastungstests europäischer Geldinstitute: „Die Glaubwürdigkeit italienischer Banken ist erhöht worden.“ Es seien aber weitere Reformen erforderlich.

Das in Schwierigkeiten geratene Geldhaus Monte dei Paschi di Siena schnitt bei dem EU-weiten Stresstest mit Abstand am schlechtesten ab. Eine Kapitalerhöhung in Höhe von fünf Milliarden Euro soll verhindern, dass die Bank möglicherweise schmerzhafte Rettungsmaßnahmen durchschreiten muss. Diese könnte zu Verlusten für Gläubiger und Aktionäre führen.

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Das italienische Finanzministerium zeigte sich in einer Erklärung zufrieden mit der geplanten Kapitalerhöhung aus nichtstaatlichen Quellen. Dadurch werde kein staatliches Geld benötigt, um Monte dei Paschi zu helfen, hieß es.

Die 1472 gegründete Monte dei Paschi will mehr als die Hälfte ihrer faulen Kredite abgeben und eine Kapitalerhöhung über fünf Milliarden Euro umsetzen. Der Berg fauler Kredite in Höhe von insgesamt etwa 360 Milliarden Euro ist eines der größten Probleme italienischer Banken. Der Wert entspricht etwa einem Drittel all dieser Kredite mit hohem Ausfallrisiko in der EU und ist auch ein Erbe der jahrelangen Rezession, unter deren Folgen die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone noch immer ächzt.

So haben deutsche Banken beim Stresstest 2016 abgeschnitten

  • EZB-Bankenstresstest - die Szenarien

    Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) hat 51 große Banken aus 15 europäischen Ländern unter die Lupe genommen. Sie prüfte mit der Europäischen Zentralbank eine ganze Reihe von Kennzahlen und testeten wie sich diese in verschiedenen Szenarien bis 2018 entwickeln dürften.

    Zum einen spielte die EBA durch, wie es den Banken gehen wird, falls die Vorhersagen der Europäischen Kommission zur Konjunktur in den nächsten Jahren eintreten (Basisszenario). Zum anderen testeten sie die Institute auch im Szenario einer sehr viel schlechteren wirtschaftlichen Entwicklung (Adverses Szenario).

    So haben die neun geprüften deutschen Banken abgeschnitten:

  • Bayerische Landesbank

    Kernkapitalquote (2015): 11,99 %

    Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 12,41 %

    Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 8,34 %

    Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -365

  • Commerzbank

    Kernkapitalquote (2015): 12,13 %

    Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 13,13 %

    Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 7,42 %

    Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -471

  • Dekabank

    Kernkapitalquote (2015): 13,50 %

    Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 14,17 %

    Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 9,53 %

    Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -397

  • Deutsche Bank

    Kernkapitalquote (2015): 11,11 %

    Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 12,08 %

    Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 7,80 %

    Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -332

  • Landesbank Baden-Württemberg

    Kernkapitalquote (2015): 15,98 %

    Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 15,58 %

    Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 9,40 %

    Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -658

  • Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale

    Kernkapitalquote (2015): 13,11 %

    Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 14,42 %

    Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 10,10 %

    Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -301

  • Norddeutsche Landesbank

    Kernkapitalquote (2015): 12,09 %

    Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 13,16 %

    Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 8,62 %

    Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -347

  • NRW.Bank

    Kernkapitalquote (2015): 42,54 %

    Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 39,44 %

    Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 35,40 %

    Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -714

  • Volkswagen Financial Services AG

    Kernkapitalquote (2015): 11,67 %

    Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 12,90 %

    Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 9,55 %

    Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -211

Die Stresstests zeigten, dass die meisten der 51 geprüften europäischen Geldinstitute stark genug wären, um plötzliche Schwierigkeiten in der europäischen Wirtschaft und auf den Märkten zu überstehen, so Patuelli. Neben Monte dei Paschi schwächelten die irische Allied Irish Bank und die österreichische Raiffeisen.

Die italienische Großbank Intesa Sanpaolo, die relativ gut abschnitt, zeigte sich mit den Ergebnissen des Tests zufrieden. „Die Ergebnisse des Stresstests sind ein wichtiger Meilenstein“, sagte Vorstandschef Carlo Messina am Samstag. „Italien ist ein starkes Land und es wird zurückkommen. Wir wollen das Wachstum mit ankurbeln“, versprach er.

PremiumBanken Ein Test ohne Stress

Der Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht verschleiert mehr, als er enthüllt.

Banken in Frankfurt. Quelle: dpa

Analysten dagegen sehen tiefgreifende Probleme in Italien. An vielen Stellen gibt es jahrelanges Missmanagement und Vetternwirtschaft, für die niemand zur Rechenschaft gezogen werde. Dazu kommt eine viel zu laxe Kreditvergabe, darüber hinaus ist der Bankensektor völlig überdimensioniert, stark zersplittert und wenig effizient. Politik und Banken sind in Italien eng miteinander verwoben – aus einer Bankenkrise könne daher auch schnell eine Staatskrise werden.

Das Problem der Banken beschäftigt Ministerpräsident Matteo Renzi und seine Regierung daher schon seit Monaten. Renzi steht innenpolitisch stark unter Druck, oberste Priorität hat für ihn, Kleinanleger bei möglichen Bankenrettungen zu verschonen - was jedoch den EU-Regeln widerspricht. Vergangenes Jahr brachte sich in Italien ein Rentner um, der bei einer Bankenrettung all seine Ersparnisse verloren hatte – und viele Wähler gaben der Regierung die Schuld dafür.

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