Job-Abbau: Commerzbank will Stellen streichen

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Zusätzlich zu den noch ausstehenden 500 Arbeitsplätzen, sollen auch 2013 weitere Stellen bei der Commerzbank gestrichen werden

von Cornelius Welp

Der Vorstandschef des teilverstaatlichten Finanzinstituts arbeitet an einem neuen Streichprogramm. Im kommenden Jahr sollen weitere Jobs wegfallen.

Die Vorgaben waren eindeutig: Als die Commerzbank 2008 mit der Dresdner Bank fusionierte, kündigte Vorstandschef Martin Blessing den Wegfall von 9000 Stellen an. Der Plan ist noch nicht ganz erfüllt. 500 Arbeitsplätze müssen noch abgebaut werden. Da droht schon die nächste Sparrunde. „Wir rechnen Anfang 2013 fest mit einem weiteren Abbauprogramm“, heißt es in Kreisen des Betriebsrats. Auch im Umfeld des Aufsichtsrats gilt eine weitere groß angelegte Stellenstreichung als „zwangsläufige Folge der Geschäftsentwicklung und der Einstellung der Finanzierung von Schiffen und Gewerbeimmobilien“. Ende Juni hatte die Commerzbank die Abwicklung beider Bereiche angekündigt. Neben diesen Sparten dürfte auch die Frankfurter Zentrale von einem Streichprogramm in größerem Umfang betroffen sein.

Bisher hat die Bankführung die Arbeitnehmer noch nicht über ihre konkreten Pläne informiert. Wie es intern heißt, sind die Berechnungen noch nicht abgeschlossen. Mehrere Betriebsräte gehen jedoch davon aus, dass sie bald zu Gesprächen eingeladen werden, um eine Betriebsvereinbarung zu beschließen. Die Details sollen spätestens bei einer Strategietagung im September bekannt gegeben werden, erwarten Insider. Derzeit überprüft die Bank im Rahmen des 2009 gestarteten „Exzellenz“-Programms einmal mehr die Effizienz aller Geschäftsbereiche. Dabei hat sie etwa erwogen, den Zahlungsverkehr auszulagern. Diese Idee hat das Management inzwischen zwar verworfen, weitere Verlagerungsprojekte sind jedoch nicht ausgeschlossen. Dabei kämen erstmals, sagen Insider, auch Standorte im entfernteren Ausland, etwa in Indien, infrage.

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Vorstand Jochen Klösges darf in der Frankfurter Zentrale bleiben, obwohl er seine bisherigen Aufgaben verliert, wenn die Bank die Finanzierung von Schiffen und Gewerbeimmobilien abwickelt. Wie Insider berichten, gab es zunächst Überlegungen, den neunköpfigen Vorstand zu verkleinern. Nun sollen die Aufgaben jedoch innerhalb des Gremiums neu verteilt werden. Klösges, so der aktuelle Stand, soll das Geschäft in Osteuropa und Teile der Abteilung für die Steuerung von Liquidität und Kapital (Treasury) übernehmen. Letztere ist bisher direkt Vorstandschef Blessing unterstellt, was in der Finanzbranche ungewöhnlich ist. Über die Neuordnung entscheidet der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am 8. August. Die Commerzbank wollte sich, wie sie auf Anfrage mitteilte, zu „laufenden Überlegungen infolge der Grundsatzentscheidung von Ende Juni“ bis zum Herbst nicht äußern.

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