Josef Ackermann: „Wir müssen Griechenland im Euro behalten“

Josef Ackermann: „Wir müssen Griechenland im Euro behalten“

, aktualisiert 06. November 2011, 19:43 Uhr
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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann.

Quelle:Handelsblatt Online

Deutsche-Bank-Chef Ackermann will den Euro-Rettungsschirm weiter aufstocken und so angeschlagene Staaten retten. Die Gefahr einer Ansteckung sei enorm gewachsen.

Frankfurt/BerlinDeutsche-Bank-Chef Josef Ackermann warnt vor einem Ausstieg Griechenlands aus dem Euro. „Das ist eine Lösung, die man gar nicht andenken sollte. Das wäre ein ganz dramatisches Ergebnis“, sagte Ackermann am Sonntag in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. „Wir müssen Griechenland im Euro behalten.“ Am gefährlichsten sei die Gefahr einer Ansteckung auf andere Länder. Die italienische Regierung habe die Lösung aber selbst in der Hand. „Italien ist ein reiches Land“, sagte der Deutsche-Bank-Chef. Das Land müsse endlich seinen Haushalt in Ordnung bringen. In Griechenland gehe es darum, das Land als Investitionsstandort attraktiver zu machen. 

Ackermann drängte auf eine rasche Aufstockung des Euro-Rettungsschirms, um die Staatsfinanzierung von Italien und Spanien in den nächsten drei Jahren sicherzustellen. Er sprach sich allerdings strikt gegen Pläne aus, die Währungsreserven einzelner Länder für die Euro-Rettung zu verpfänden. „Das ist verständlich, das würde ich aber verheerend finden.“ Aus den Reihen der G20 hatte es einen entsprechenden Vorschlag gegeben. „Wir kennen diesen Plan und wir lehnen ihn ab“, hatte ein Bundesbank-Sprecher dazu gesagt. 

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Ackermann bekräftigte die Absicht der Deutschen Bank, ihre Eigenkapitalquote wie von Politikern und Regulierern gefordert aufzustocken: „Ja, absolut, und zwar sehr schnell.“ Die Bank muss bis Mitte 2012 auf eine Eigenkapitalquote von neun Prozent im Verhältnis zu ihren Bilanzrisiken kommen. Neun Prozent sind Bankenkreisen zufolge auch der Prozentsatz, den das Institut von 2016 an vorhalten muss, weil es zu groß ist, als dass es ins Wanken kommen dürfte, ohne das weltweite Finanzsystem zu gefährden. Wichtiger seien Hilfen bei der Refinanzierung, die für viele Banken in Europa schwieriger geworden sei, betonte der Deutsche-Bank-Chef. 

Ackermann wandte sich erneut gegen eine Flut von Regulierungsmaßnahmen, - etwa Bankenabgaben und Transaktionssteuern -, die auf die Banken zukomme. „Irgendwann muss man sagen: Genug ist genug“, sagte er. Die Banken könnten nicht mehr leisten, wenn sie zugleich das Wachstum finanzieren sollten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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