JP-Morgan-Chef: Jamie Dimon reuevoll im Sündenpfuhl

KommentarJP-Morgan-Chef: Jamie Dimon reuevoll im Sündenpfuhl

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JPMorgan-CEO Jamie Dimon musste sich vor dem US-Bankenausschuss in Washington verantworten.

von Angela Hennersdorf

Vorbei ist der schöne Schein, Bilderbuch-Banker Jamie Dimon, Chef der US-Großbank JP Morgan, entschuldigt sich für die milliardenschweren Spekulationsverluste – doch so leicht kommt die Bank nicht davon.

Lammfromm gab sich Banker Jamie Dimon bei der Anhörung vor dem US-Bankenausschuss in Washington. Der Senat hatte den Top-Banker nach Washington gebeten, um die milliardenschweren Verluste zu erklären, die bei seinem Finanzinstitut in weniger als sechs Wochen aufgelaufen waren - ausgerechnet bei JP-Morgan, der US-Bank, die die Finanzkrise relativ unbeschadet überstanden hatte. Der Chef des Finanzinstitutes war gut vorbereitet auf die Fragen der Senatoren.

Lobbyisten in Washington hatten den 56-jährigen gebrieft, wie so eine Anhörung vor dem mächtigen Bankenausschuss des US-Senats möglichst ohne Schaden zu überstehen ist. Sei bescheiden, denn keiner will dort wissen, wie super du bist – lautete eine  Empfehlung. Eine andere: Vermeide spezifisch zu sein, dann können sich die Senatoren nicht an einer Sache festhaken und dich in die Enge treiben. Interessant auch folgende Empfehlung: Gib lieber längere als kürzere Antworten – dann bleibt weniger Zeit für Fragen.

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Dimon hatte die Lobbyisten-Lektionen gut gelernt. Er gibt vor den Senatoren den freundlichen Banker, der jeden Tag sein Bestes für die Bank tut, und der nun doch leider eingestehen muss, dass eben nicht immer alles so super läuft, wie sich das der Chef einer US-Großbank so vorstellt.

In Schutz nahm er sogar die Top-JP-Morgan-Händler, die den Verlust verursacht hatten. Die Geschäfte, die dort gemacht worden seien, seien derart kompliziert und folgenreich gewesen, dass die armen Händler die Konsequenzen ihres Handelns offenbar selbst nicht überblickten, so Dimon. Wie bitte? Sie wissen nicht, was sie tun, aber pokern munter weiter? Er fühle sich „furchtbar“ angesichts der Verluste, die Aktionäre der Bank erlitten hätten. Der Aktienkurs von JPMorgan hat seit Bekanntgabe am 10. Mai 17 Prozent verloren. Damit sank der Börsenwert um rund 26,5 Milliarden Dollar. Dimon sagte, er übernehme als Chef der Bank die volle Verantwortung, für das was, geschehen sei; er bekenne sich zu den „Sünden“.

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