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JP Morgan, Goldman Sachs & Co : US-Banken schwimmen sich frei

Die Skepsis gegenüber den mächtigen US-Banken ist geblieben. Trotz guter Zahlen reagiert die Börse enttäuscht. Aber allmählich finden die Geldhäuser zurück zur Stärke – unter strengerer Überwachung.

Europäische Banken – Credit Suisse

Der Schweizer UBS-Wettbewerber Credit Suisse reklamiert die Vorreiterrolle in Sachen Strategie-Anpassungen gerne für sich. Denn auch die Credit Suisse schrumpft kräftig die eigene Bilanz, um sich den neuen Kapitalvorgaben von Basel III anzupassen. Allein in der Anleihesparte innerhalb der Investmentbank hat Credit Suisse das Volumen der risikogewichteten Aktiva innerhalb eines Jahres um 43 Prozent auf 131 Milliarden Dollar gekürzt.

Bild: REUTERS

Vor der Veröffentlichung der Zwischenberichte der großen US-Banken blieben Anleger zunächst in Wartestellung. "Viele Anleger wollen abwarten, wie die Bilanzsaison in den USA weiter verlaufen wird, ehe sie sich neu positionieren", sagte ein Händler. "Und offenbar sind viele weiter zuversichtlich für die Aktien."

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Nachdem Wells Fargo, JPMorgan und Goldman Sachs ihre Zahlen für das vierte Quartal 2012 vorgelegt haben, fiel die Zwischenbilanz zunächst positiv aus. Vier Jahre nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers verdienen die drei US-Großbanken wieder prächtig – und befreien sich allmählich von den Schatten der Immobilienkrise. Dafür müssen sie allerdings auch bezahlen. Dem nun präsentierten Zahlenwerk der Wettbewerbern Citigroup und Bank of America war dies denn auch deutlich anzumerken.

Hart traf es vor allem die Citigroup. Die drittgrößte US-Bank muss wegen Stellenstreichungen und Rechtsstreitigkeiten 2,3 Milliarden Dollar abschreiben. Der Nettogewinn stieg im abgelaufenen Quartal dennoch auf 1,2 Milliarden Dollar, nach 956 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Im Gesamtjahr 2012 verdiente die Citigroup unter dem Strich jedoch nur 7,5 Milliarden Dollar nach 11,1 Milliarden Dollar im Vorjahr. Die Börse hatte deutlich mehr erwartet. Analysten hatten statt eines Gewinns von 0,69 Dollar je Aktie mit 0,96 Dollar gerechnet. Der Aktienkurs gab daraufhin im frühen Handel drei Prozent nach. Es war der erste Quartalsbericht der Bank unter Führung des neuen Chefs Michael Corbat. Er stimmte Anleger darauf ein, dass die Bewältigung der Herausforderungen im schwierigen Marktumfeld noch einige Zeit beanspruchen würde. Immerhin zeigten sich nun erste Erfolge in diesem Bemühen. Insbesondere das Anleihengeschäft entwickelte sich gut.

US-Häusermarkt sorgt für Entlastung

Aufwärtstendenzen sind auch bei der Bank of America (BoA) erkennbar, auch wenn die Zahlen zunächst ernüchternd ausfielen. Die Erholung am US-Häusermarkt und ein strikter Sparkurs haben der Bank of America die Jahresbilanz gerettet. Die BoA, die vor einigen Jahren die strauchelnde Investmentbank Merrill Lynch übernommen hatte, schrieb 2012 einen Gewinn von 4,2 Milliarden Dollar - drei Mal mehr als im Jahr davor. Doch speziell im letzten Vierteljahr verbuchte die zweitgrößte US-Bank eine ganze Reihe von Sonderbelastungen, darunter allein rund fünf Milliarden Dollar für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit fraglichen Hypothekengeschäften.

Zugleich sanken allerdings die Rückstellungen für faule Kredite um rund ein Viertel und das Investmentbanking boomte - wie bei der Citigroup - dank der Geldschwemme durch die US-Notenbank Fed. "Wir haben 2012 viele Risiken hinter uns gelassen", sagte Finanzchef Bruce Thompson. Die Bank will bis Mitte 2015 die jährlichen Kosten um acht Milliarden Dollar senken, was vor allem im Hypothekengeschäft auch mit dem Abbau Tausender Stellen einhergeht. Insgesamt konnte die Bank of America mehr Gewinn erwirtschaften als von Analysten erwartet.

BoA-Chef Brian Moynihan leitet die Bank seit 2010, baute seitdem die Risiken ab und stricht Tausende von Stellen. Am Aktienmarkt wurde dieser Kurs im vergangenen Jahr honoriert. 2012 hatte sich der Kurs der Aktie praktisch verdoppelt - das Papier war damit der beste Wert im US-Standardwerteindex Dow Jones.

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