Kapitalstärkung: Commerzbank verkauft Mitarbeiteraktien

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Kapitalstärkung: Commerzbank verkauft Mitarbeiteraktien

Nach dem Hickhack um die Schiffsbank zieht die Commerzbank beim Konzernumbau alle Register: Sie wandelt Lohnforderungen in Eigenkapital um und platziert Mitarbeiteraktien im Volumen von 160 Millionen Euro.

In der Commerzbankbilanz klaffte ein 5,3 Milliarden Euro tiefes Eigenkapitalloch, dass das Unternehmen in den vergangenen Monaten mit allen Mitteln zu stopfen versucht hat: Unter Chef Martin Blessing kaufte die Commerzbank mehrmals Anleihen zurück oder vergab Aktien als Mitarbeiterboni. Mittlerweile ist das von "Basel III" verursachte Loch geschlossen - die Bank konnte sogar ein zusätzliches Polster schaffen: Am Donnerstag hat die Commerzbank Mitarbeiter-Aktien im Volumen von knapp 163 Millionen Euro bei Investoren platziert. Die Zahl der Aktien ist damit um 176,5 Millionen Stück (3,2 Prozent) auf 5,77 Milliarden gestiegen. Der Preis habe bei 1,27 Euro gelegen, sagte ein Sprecher. "Die Nachfrage war so hoch, dass das Buch mehrfach überzeichnet war." Blessing wertet das als Beleg für die Zustimmung zu seinem Kurs.

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Die Aktienpositionierung ist das Ergebnis eines regelrechten Geldkreislaufs: Um das Kernkapital des Hauses zu schonen, hatte Konzernchef Blessing bereits im Januar seinen Führungskräften vorgeschlagen, ihre Boni in Aktien auszubezahlen. Eine Barauszahlung hätte sonst die Gewinnrücklagen geschmälert. 90 Prozent der sogenannten außertariflichen Mitarbeiter stimmten dem Vorschlag zu, weshalb das Unternehmen am Mittwoch Vergütungen im Gesamtwert von knapp 214 Millionen Euro in Anteilsscheine umtauschte. Ein Zeichen der Verbundenheit, nannte Personalchef Ulrich Sieber die Entscheidung der Führungsriege. "Durch die hohe Zustimmungsquote verzeichnen wir einen positiven Effekt von über 200 Millionen Euro für unser Kernkapital", freute sich auch Chef Blessing. Insgesamt stärkte die Commerzbank ihr Kapital um 218 Millionen Euro. "In Zeiten wie diesen kann eine Bank - salopp formuliert - gar nicht genug Kapital haben", sagte Blessing.

Deutschland bleibt größter Anteilseigner

Da rund 70 Prozent der Manager die Papiere aber gar nicht behalten wollten, konnte die Commerzbank rund 128,3 Millionen (73 Prozent) der neuen Aktien an Investoren verkaufen. Die dadurch eingenommenen 163 Millionen Euro fließen dann direkt zurück an die Führungskräfte. Die Freiheit hat sich die teilverstaatlichte Bank dadurch aber nicht erkauft. Der Bund bleibt weiter mit etwas mehr als 25 Prozent größter Einzelaktionär. Zeitgleich mit der Kapitalerhöhung hatte der Bankenrettungsfonds SoFFin weitere Stille Einlagen in Aktien umgewandelt, um seine Beteiligungsquote von 25 Prozent an der Commerzbank auch zu halten.

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