Kontoprüfung: HSBC kündigt Botschafts-Konten wegen Korruption

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Kontoprüfung: HSBC kündigt Botschafts-Konten wegen Korruption

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Die britische Großbank HSBC stellt Botschafts-Konten auf den Prüfstand.

Die britische Großbank HSBC macht sich derzeit keine Freunde bei Botschaften und Konsulaten. Mehr als 40 Vertretungen kündigte die Bank die Konten auf. Der Grund: Korruptionsvorwürfe.

Die britische Großbank HSBC hat dank geringerer Kreditausfälle im ersten Halbjahr ihren Gewinn gesteigert. Der Überschuss legte um gut 20 Prozent auf 10,3 Milliarden US-Dollar zu, wie das Institut am Montag in London mitteilte. Der Vorsteuergewinn wuchs um 10 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar. Die größte europäische Bank profitierte davon, dass sie für faule Kredite gut ein Drittel weniger abschreiben musste als vor einem Jahr. Zudem zahlt sich das harte Sparprogramm aus. HSBC verfehlte aber knapp die Erwartungen der Analysten, die Aktie rutschte nach Bekanntgabe der Zahlen ins Minus.

Am Wochenende hatten Berichte für Aufruhr gesorgt, dass die Bank im Rahmen der Neuordnung von Geschäftsfeldern mehr als 40 ausländischen Botschaften und Konsulaten in Großbritannien Konten gekündigt haben soll, darunter dem Vatikan. Dies sei Teil einer Überprüfung aller Geschäftsaktivitäten, erklärte Banksprecher Will McSheehy am Sonntag. McSheehy sagte, Anti-Korruptions-Vorschriften seien einer von vielen Faktoren für die Kündigung gewesen. Es gebe allerdings nicht nur einen Grund. Auch das Interesse am Geschäft mit den diplomatischen Vertretungen sei gesunken.

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Der Präsident des Konsularischen Corps in London, Bernard Silver, sprach von mehr als 40 verschiedenen Botschaften, Konsulaten und anderen Vertretungen. „Die Mehrzahl der Missionen haben Schwierigkeiten, Aufnahme bei anderen Banken zu finden“, sagte er. Silver nannte keine Länder.

Nach einem Bericht der „Mail on Sunday“ sollen unter anderen die päpstliche Nunziatur sowie die Vertretungen von Papua Neu-Guinea und von Benin betroffen sein. Diese waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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Diplomatische Vertretungen hantieren traditionell mit großen Summen Bargelds. Die HSBC hatte mehrfach mit Geldwäscheskandalen zu kämpfen. Im vergangenen Jahr erhielt sie eine Rekordstrafe, nachdem US-Beamte enthüllt hatten, dass Vermögen aus dem Iran, Libyen und von mexikanischen Drogenkartellen über die Bank abgewickelt worden seien. Ein Sprecher der Bank erklärte am Montag, HSBC überprüfe seit Mai 2011 die Strategie in verschiedenen Feldern, der Service für Botschaften bilde da keine Ausnahme. Man äußere sich aber nicht zu individuellen Kunden-Beziehungen.

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