Korruptionsprozess: BayernLB lobt Gribkowskys Formel-1-Deal

Korruptionsprozess: BayernLB lobt Gribkowskys Formel-1-Deal

, aktualisiert 07. Dezember 2011, 13:32 Uhr
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Gerhard Gribkowsky (links) und sein Anwalt Daniel Amelung unterhalten sich in München im Gerichtssaal.

Quelle:Handelsblatt Online

Der ehemalige BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky steht wegen Korruption vor Gericht. Er soll beim Verkauf der Formel-1-Beteiligung Millionen kassiert haben. Enge Mitarbeiter loben jedoch Gribkowskys Deal vor Gericht.

MünchenIm Korruptionsprozess gegen den früheren BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky haben am Mittwoch Zeugen erneut zwei Erkenntnisse bestätigt: Der frühere Risikochef hat die Beteiligung an der Formel 1 im Alleingang verkauft und dafür aus Sicht von Deutschlands zweitgrößter Landesbank einen extrem guten Preis ausgehandelt. „Es war ein wirklich toller Deal“, sagte eine enge Mitarbeiterin von Gribkowsky aus dem Formel-1-Team vor dem Landgericht München aus. Frühere Vorstände, Verwaltungsräte und enge Mitarbeiter Gribkowskys hatten bereits ähnliche Aussagen gemacht.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hat der Banker im Zuge des Formel-1-Deals gut 32 Millionen Euro kassiert - Schmiergeld, wie es die Ankläger werten. Ein Urteil in dem Strafverfahren um Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung wird nicht vor Ende Februar 2012 erwartet.

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Die Bank hätte die Beteiligung, die ihr im Zuge der Pleite des Medienzars Leo Kirch als Absicherung eines Kredits zugefallen war, auch für wesentlich weniger Geld abgestoßen, so die Zeugin. Sie wollte aus dem Engagement, das immer wieder zu Ärger mit dem schillernden Formel-1-Boss Bernie Ecclestone führte, so schnell wie möglich raus. Andere Angebote hätten aber viel zu niedrig gelegen. Schließlich legte der britische Finanzinvestor CVC 839 Millionen Dollar auf den Tisch. „Ich war sehr überrascht, dass ein so renommiertes Unternehmen zu diesem Preis kauft“, sagte die Mitarbeiterin.

Ein realistischer Preis sei aber äußerst schwierig zu ermitteln gewesen. Die Auto-Hersteller bastelten damals - der Verkauf ging Ende 2005, Anfang 2006 über die Bühne - an einer alternativen Rennsportserie, zudem fochten die Eigner öffentlich Rechtsstreitigkeiten aus. Ecclestone als alter, gesundheitlich angeschlagener und überaus mächtiger Manager habe zudem viele potenzielle Käufer abgeschreckt. Die Verhandlungen mit CVC habe am Ende nur noch Gribkowsky geführt.

Ecclestone soll sich mit CVC besser verstanden haben, während ihm die BayernLB mit Rauswurf gedroht hatte und immer wieder bekämpfte. Dank der Gelder soll Gribkowsky die CVC-Offerte intern durchgeboxt haben, ohne Alternativen zu prüfen und so die Bank geschädigt haben. Der Angeklagte weist jede Schuld zurück und hat aus seiner Sicht einen exzellenten Preis ausgehandelt. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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