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Kreditderivate: Deutsche Bank wehrt sich gegen Bilanztrickser-Vorwürfe

Schon wieder hat die Deutsche Bank Ärger wegen forderungsbesicherten Wertpapieren. Sie soll mit hochkomplexen Deals Milliardenverluste gemacht und diese verschleiert haben, so der Vorwurf. Sonst hätte die Bank Staatshilfe in Anspruch nehmen müssen.

Eine Fahne weht am 08.12.2011 am Gebäude der Deutschen Bank in der Wall Street in New York. Quelle: dpa
Nach Berichten der Financial Times haben sich ehemalige Mitarbeiter der Deutschen Bank in den USA an die Börsenaufsicht gewandt. Die Bank habe Verluste verschleiert, um keine Staatshilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Quelle: dpa

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Die Deutsche Bank muss sich in den USA gegen Vorwürfe der Bilanztrickserei verteidigen. Ehemalige Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses beschuldigen das Institut, in den ersten Jahren der Finanzkrise Milliarden an Buchverlusten nicht ausgewiesen zu haben. Dadurch habe sich die Bank, die ohne Staatshilfe durch die Krise gekommen ist, schön gerechnet, erklärte die Anwaltskanzlei Labaton Sucharow, die einen der Ex-Banker vertritt. Das Geldinstitut habe sich mit sogenannten Leveraged Super Senior Trades verzockt - und zwar um bis zu zwölf Milliarden Dollar (rund 9,2 Milliarden Euro). Diese Buchverluste habe die Bank aber nicht korrekt ausgewiesen.

Bei den Leveraged Super Senior (LSS) Trades handelt es sich um hochspekulative Deals mit bestimmten Collateralized Debt Obligations (CDO), also forderungsbesicherten Wertpapieren. Diese enthalten im Normalfall einen Stapel verschiedener Kredite. Im Unterschied dazu enthalten die synthetischen CDO allerdings gar keine Kredite, sondern nur die Wetten auf die Entwicklung fiktiver Kreditpakete.

Kein Tag ohne Klage gegen die Deutsche Bank in den Vereinigten Staaten: Weil das Geldhaus im Jahre 2010 den kalifornischen Strommarkt manipuliert haben soll, zahlt sie nun eine Zivilstrafe in Höhe von 1,5 Millionen Dollar plus Zinsen. Insgesamt zahlt Deutschlands größte Bank rund 1,6 Millionen Dollar, um die Vorwürfe auszuräumen. Ein Schuldeingeständnis im rechtlichen Sinne sei die Zahlung aber nicht.

Bild: dpa

Insgesamt habe die Bank Kreditderivate dieser Art im Volumen von 130 Milliarden Dollar gehalten - deren Risiken jedoch deutlich geringer bewertet, als sie tatsächlich gewesen sind. Laut Medienberichten haben sich drei ehemalige Mitarbeiter der Bank deshalb an die US-Börsenaufsicht SEC gewandt. Wenn das Institut diese Papiere damals korrekt nach Marktwerten bilanziert hätte, wären die Ergebnisziele nicht erreicht worden, erklärte die Kanzlei Labaton Sucharow. Hätte die Bank die Papiere ihrem Marktwert entsprechend in der Bilanz aufgeführt, hätte sie Buchverluste erlitten, die das Eigenkapital möglicherweise so stark angegriffen hätten, dass das Institut Staatshilfe hätte aufnehmen müssen. Das wäre besonders unangenehm gewesen, da Ex-Bankchef Josef Ackermann einmal gesagt hatte, es wäre eine Schande, wenn die Deutsche Bank Gelder des Staates in Anspruch nehmen müsste.

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