Kritik an Bundesbank: Arbeitgeber dämpfen Erwartungen an Lohnrunden

Kritik an Bundesbank: Arbeitgeber dämpfen Erwartungen an Lohnrunden

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Von Belehrungen von außen in Sachen Tarifpolitik hält Arbeitgeberchef Kramer nichts.

Die deutsche Wirtschaft hat an Schwung verloren. Viele Unternehmen warnen daher vor überzogenen Lohnforderungen von Seiten der Arbeitnehmer.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten in Deutschland die Erwartungen an hohe Lohnabschlüsse gedämpft. „Die konjunkturellen Aussichten trüben sich zurzeit ein bisschen ein“, sagte Kramer am Dienstag in Berlin. Die Wolken am Horizont könnten zu größeren Unsicherheiten in den Unternehmen führen. Die bisherigen Tarifabschlüsse dieses Jahres von zumeist zwei bis drei Prozent hätten angesichts der niedrigen Teuerung für alle Arbeitnehmer zu realen Einkommenszuwächsen geführt: „Das wird wohl auch in Zukunft so bleiben.“

Der Chef der Bundesvereinigung der deutsche Arbeitgeberverbände (BDA) kritisierte zugleich die von Bundesbank und Europäischer Zentralbank (EZB) angestoßene Debatte zur Tarifpolitik. Diese hätten zwar keine konkreten Lohnempfehlungen für Deutschland gegeben. Die Äußerungen seien aber überflüssig und in keiner Weise hilfreich gewesen, da sie gegenteilige Interpretationen ermöglicht hätten. „Wer sich auf das öffentliche, glatte Parkett tarifpolitischer Äußerungen begibt, der muss auch mal mit Fehlinterpretationen rechnen. So ist das nun mal“, sagte Kramer weiter.

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„Vielleicht nehmen wir da einfach mal gemeinsam ein bisschen den Druck raus aus einer solchen Diskussion“, mahnte der BDA-Chef. Was man in einem wissenschaftlichen Kolloquium irgendwo erläutern würde, eigne sich in gleicher Formulierung möglicherweise nicht in einer öffentlichen Darstellung: „Das Nachdenken ist ja nicht verboten, nur die Empfehlung an der Stelle. Und die ist ja auch nicht gekommen.“

Vertreter der EZB hatten erklärt, dass angesichts einer niedrigen Inflation und guten Arbeitsmarktlage stärkere Einkommenszuwächse angemessen seien. Auch aus der Bundesbank kamen ähnliche Stimmen.

Der BDA-Chef rechnet für Deutschland 2014 weiter mit einem Wirtschaftswachstum um die zwei Prozent. Aber die Perspektiven hätten sich verschlechtert. Die konjunkturelle Dynamik müsse zwar nicht nachlassen: „Wolken, die am Horizont zu sehen sind, können sich auch wieder verziehen“. Für viele Betriebe sei die Lage aber nicht mehr ganz so positiv, wie sie im vergangenen Jahr für 2014 eingeschätzt worden sei. Deflationsgefahren sieht Kramer nicht.

Die anstehenden Lohnverhandlungen dürften daher teils sehr schwierig werden und sollten mit großer Vorsicht angegangen werden, forderte Kramer weiter. Er plädierte für weiterhin flexible und differenzierte Tariflösungen je nach Region, Branche und Leistungskraft der Unternehmen. Den einheitlichen, pauschalen Abschluss, der allen Arbeitgebern und Arbeitnehmern gerecht werde, gebe es nicht.

Kramer nannte es nachvollziehbar, wenn es jetzt in Euro-Krisenländern zu niedrigen Lohnabschlüssen als in Deutschland komme. Es dürften aber keine höheren Löhne für Deutschland als in Nachbarländern gefordert werden. Dies würde die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie weltweit mindern. Damit wäre auch den europäischen Nachbarländern nicht geholfen: „Deutschland ist die Konjunkturlokomotive im Moment in Europa.“ Die Nachbarstaaten seien in erheblichem Maße mit ihren Vorprodukten involviert.

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