Kulturwandel: Deutsche Bank greift nun hart durch

Kulturwandel: Deutsche Bank greift nun hart durch

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Die Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Bank AG, Jürgen Fitschen (l) und Anshu Jain (r)

von Cornelius Welp

Das größte deutsche Geldhaus will bei Verfehlungen nun knallhart durchgreifen.


Auf der Vorderseite der Postkarte ist ein Spiegel, auf der Rückseite stehen Werte wie Integrität, Kundenorientierung und Disziplin. Etliche dieser Pappen hat die Deutsche Bank kürzlich an ihre Mitarbeiter verteilt. Die sollen sie sich immer mal wieder vors Gesicht halten und selbstkritisch prüfen, ob sie die dort formulierten Ansprüche im Alltag einlösen.

Die Kärtchen sind nur ein kleiner Baustein des Großprojekts Kulturwandel. Das haben Anshu Jain und Jürgen Fitschen mit ihrem Amtsantritt ausgerufen. Die Bank soll aus den Sünden der Vergangenheit lernen. Zentrale Figur für die technische Umsetzung ist der frühere Investmentbanker Stephan Leithner. Als Vorstand für Personal und Recht ist er auch der oberste Verwalter der juristischen Altlasten. „Unser Fokus sind einwandfreie Transaktionen“, sagt Leithner. „Wir machen nicht bei jedem Geschäft mit, nur weil es profitabel ist.“

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So habe die Bank kürzlich den Kauf eines großen Pakets notleidender Immobilienkredite aus Spanien gestoppt, obwohl ein Team wochenlang an der Transaktion gearbeitet hatte. Das Risiko für den Ruf war zu hoch. In der Branche gilt auch das Ende der Geschäftsbeziehung zum umstrittenen Hedgefondsmanager Steven Cohen als Beispiel für die moralische Reißleine. Die Bank will das nicht kommentieren.

Lieber verweist Leithner auf erste Erfolge. Die Vergütung ist deutlich langfristiger und richtet sich bei Vorständen jetzt auch danach, dass sie sich dem Wertekanon gemäß verhalten. Und Tausende Schulungen sollen Banker zu verantwortungsvollem Handeln anleiten.

Nicht zuletzt geht es um null Toleranz gegenüber Fehlverhalten. Die fängt mit Details an. So hat die Bank die einst nach Indien ausgelagerte Spesenabrechnung wieder in die Hände der örtlichen Vorgesetzten gelegt. Die beiden Chefs des Japan-Geschäfts hat sie wegen überhöhter Abrechnungen gefeuert. Die Botschaft: Wer trickst und täuscht, muss gehen.

Das gilt auch für vier Händler, denen die Bank wegen der möglichen Manipulation der Libor-Referenzzinsen gekündigt hat. Die bisherigen Prozesse hat sie verloren, zu einem Vergleich war sie nicht bereit. Auch bei der möglichen Trickserei mit Devisenkursen hat sie belastete Händler gefeuert.

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