Landesbank Berlin: Sparkassen müssen 850 Millionen Euro abschreiben

Landesbank Berlin: Sparkassen müssen 850 Millionen Euro abschreiben

, aktualisiert 01. Dezember 2011, 16:01 Uhr
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Die Sparkassen haben ein großes Problem.

Quelle:Handelsblatt Online

Schock für die Sparkassen: Die Institute müssen eine Abschreibung von 850 Millionen Euro auf den Wert der Landesbank Berlin vornehmen. Der neue Präsident Fahrenschon muss gleich eine Krise bewältigen.

BerlinDie Sparkassen müssen wegen der Schuldenkrise eine Abschreibung von 850 Millionen Euro auf den Wert der Landesbank Berlin vornehmen. Das teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband am Donnerstag mit. Die Landesbank schlage sich zwar besser als vergleichbare Institute, könne sich der Entwicklung auf den Kapitalmärkten aber nicht ganz entziehen.

Die Sparkassen hatten die Landesbank 2007 für 5,5 Milliarden Euro vom Land Berlin gekauft. Die Abschreibung entspricht etwa 15 Prozent davon. Sie werde am 31.12. vollzogen, hieß es. Schon Ende vergangenen Jahres hatte die Erwerbsgesellschaft der Sparkassen-Finanzgruppe etwa 430 Millionen Euro auf die Landesbank Berlin Holding AG abgeschrieben.

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Die Schuldenkrise hatte die Landesbank Berlin in den ersten neun Monaten 2011 in die Verlustzone gedrückt. Die Bank verbuchte ein Minus von 28 Millionen Euro sowohl vor als auch nach Steuern. Grund dafür waren erhöhte Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen. Für das Gesamtjahr ging die Landesbank bei der Vorlage der Zahlen im November von einem ausgeglichenen Ergebnis vor Steuern aus.

„Die auch im sehr schwierigen Jahr 2011 soliden Ergebnisse in den Kundengeschäftsfeldern der Landesbank Berlin sprechen dafür, dass die Landesbank Berlin bald wieder auf die Erfolgsspur zurückkehrt“, teilte der Sparkassenverband am Donnerstag mit, der die hohe strategische Bedeutung des Instituts für die Sparkassen hervorhob.


Schwieriger Start für Fahrenschon

Damit hat Georg Fahrenschon gleich zum Amtsantritt eine Schreckensmeldung zu verdauen. Die Mitgliederversammlung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) wählte den früheren bayerischer Finanzminister am Mittwochabend zum Präsidenten des Verbandes. Der 43-jährige Münchener, der in der CSU lange als Hoffnungsträger galt, erhielt in dem 24-köpfigen Gremium Verbandskreisen zufolge eine Handvoll Gegenstimmen, obwohl er einziger Kandidat war. Er soll sein Amt im Mai 2012 antreten. Fahrenschon folgt auf Heinrich Haasis. Der 66 Jahre alte Schwabe, einstmals für die CDU im Stuttgarter Landtag, war aus Altersgründen nicht mehr für den DSGV-Chefposten angetreten.

Neuer DSGV-Vize ist der niedersächsische Verbandspräsident Thomas Mang. Er ersetzt Rolf Gerlach, der seine Bewerbung um die Nachfolge Haasis' zurückgezogen und seine Ämter auf Bundesebene niedergelegt hatte, als er seine Felle davonschwimmen sah. Gerlach hatte seinen Kollegen vorgeworfen, sich vorzeitig - und ohne Rücksicht auf die besseren Argumente - auf Fahrenschon festgelegt zu haben.

In seiner Antrittsrede vor den Mitgliedern erklärte der neue Präsident, er wolle die Stärken der Sparkassen neu beleben sowie schlagkräftigere und effizientere Strukturen innerhalb der Finanzgruppe schaffen. Sein Vorgänger Haasis hatte die erhoffte Konsolidierung unter den Landesbanken in seiner sechsjährigen Amtszeit nur in Ansätzen verwirklicht.


Effizientere Strukturen schaffen

Auch die Landschaft der öffentlichen Versicherer ist noch zersplittert. „Sparkassen und die von ihnen vertretenen Geschäftsprinzipien müssen als Teil der Lösung der Finanzkrise erkannt werden. Dafür will ich arbeiten“, kündigte der künftig oberste Lobbyist des Sektors an. Die Sparkassen dürften aber ihren Charakter als in den Regionen verwurzelte Institute nicht verlieren. Das müssten auch die Regulierer stärker berücksichtigen.

Fahrenschon hatte Ende Oktober wegen seiner Kandidatur überraschend seinen Rückzug aus der Politik erklärt und war aus dem bayerischen Landeskabinett ausgeschieden. Er hatte sich mit seinem harten Durchgreifen bei der Sanierung der BayernLB einen Namen gemacht, deren Aufsichtsratschef er als Finanzminister war. Deren Vorstandschef Michael Kemmer musste auf Druck der Politik wegen seiner Rolle beim umstrittenen Kauf der österreichischen Hypo Alpe Adria (HGAA) vor zwei Jahren gehen. Nun treffen die beiden wieder aufeinander: Kemmer ist Hauptgeschäftsführer des Privatbankenverbandes BdB. Auch der Landes- und Förderbankenverband VÖB ist in Unions-Hand: Er wird operativ vom früheren CDU-Politiker und Bundesbanker Hans Reckers geführt.

Gewählt wird der DSGV-Chef von elf Vertretern der regionalen Sparkassenverbände, der zehn Landesbanken und drei Vertretern der kommunalen Spitzenverbände Landkreistag, Städtetag und Deutscher Städte- und Gemeindebund. Der DSGV-Präsident gilt als einer der einflussreichsten Banken-Funktionäre. Er vertritt 427 deutsche Sparkassen, neun Landesbanken, den Fondsdienstleister DekaBank, die elf regionalen öffentlichen Versicherer und die zehn Landesbausparkassen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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