Landesbanken: West LB-Fusion mit Deka rückt näher

Landesbanken: West LB-Fusion mit Deka rückt näher

Die gebeutelte West LB wird wohl schon bald in Teilen mit der Deka-Bank verschmolzen. Insider berichten, dass bereits ein konkreter Zeitplan bestehe. Dennoch verläuft nicht alles reibungslos. Querschüsse kommen vor allem aus Brüssel.

Der Zusammenschluss von Teilen der angeschlagenen West LB mit der Deka-Bank rückt näher. Die beiden Institute hätten sich auf einen Fahrplan für ihre Fusionsgespräche verständigt, hieß es am Mittwoch in Finanzkreisen. Bis Dezember solle eine erste Übereinkunft – ein „Letter of Intent“ - unterzeichnet werden, berichtete die „Financial Times Deutschland“. Mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen bestätigten diesen Zeitplan. Nach der Unterzeichnung solle eine genaue Prüfung der Bücher beginnen, hieß es weiter.

Mit der Unterzeichnung einer Übereinkunft käme die West LB der EU-Kommission in einem wichtigen Punkt entgegen. Denn die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten im Rahmen ihrer Prüfung der milliardenschweren Garantien, mit denen die Eigner der Düsseldorfer Bank das Geldhaus im Frühjahr vor einer Schieflage bewahrt hatten, unter anderem einen Eigentümerwechsel verlangt. Eine grundsätzliche Einigung darüber muss nach Brüsseler Vorstellungen noch 2008 erzielt werden.

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Dass die Kommission das Ernst meint, hat sie am Mittwoch erneut unterstrichen. Die Behörde kündigte an, die öffentlichen Hilfen für die West LB genau unter die Lupe nehmen zu wollen. Dafür leitete Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes eine vertiefte Beihilfeprüfung  ein. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte die EU-Kommission zuletzt noch davor gewarnt, die West LB durch einen solchen Schritt weiter ins Wanken zu  bringen. Dass die West LB einige ihrer Teile bei der Sparkassentochter Deka unterbringen möchte, war schon in der vergangenen Woche durchgesickert. Insbesondere geht es dabei dem Vernehmen nach um das Asset-Management, die WestLB-Fondsmanagementtochter Mellon, den Aktienhandel und die Research-Abteilung der Düsseldorfer Landesbank.

Der Verwaltungsrat der Deka-Bank wiederum hatte den Vorstand des Fondsdienstleisters Anfang September beauftragt, eine „Verbindung“ zur West LB zu prüfen.

Die Zeit für eine Fusion der WestLB mit einem anderen Institut drängt nun. Bundesbankpräsident Axel Weber und der Chef der Finanzaufsicht, Jochen Sanio, hatten sich Finanzkreisen zufolge bereits in einem Treffen mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers und Finanzminister Helmut Linssen (CDU) für eine rasche Konsolidierung der öffentlichen Institute stark gemacht.

Die Bundesregierung hatte den grundsätzlichen Plan zur Umstrukturierung der angeschlagenen Landesbank am 8. August in Brüssel angemeldet. Danach sollen 1350 Stellen abgebaut und 300 Millionen Euro im Jahr eingespart werden. Dies ist  Voraussetzung für die Unterstützung des Instituts durch die öffentliche Hand. Im Februar hatten das Land Nordrhein-Westfalen  und die Sparkassen der Landesbank einen Risikoschirm von fünf Milliarden Euro gewährt. Die Kreditrisiken der WestLB werden auf 23  Milliarden Euro geschätzt.

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