Laufende Überwachung: EZB will Banken künftig jährlich Stresstest unterziehen

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Laufende Überwachung: EZB will Banken künftig jährlich Stresstest unterziehen

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Im November übernimmt die EZB die zentrale Aufsicht über die rund 130 wichtigsten Geldhäuser, vorher gibt es einen umfassenden Stresstest. EZB Chefaufseherin Nouy möchte die Stresstests künftig jährlich durchführen - wenn auch nicht im selben Umfang.

Banken-Stresstests in der Euro-Zone soll es künftig jährlich geben. Das kündigte die Chef-Aufseherin der EZB, Daniele Nouy, an. Die Tests sind fraglos sinnvoll, aber Schlupflöcher bleiben.

EZB-Chefaufseherin Daniele Nouy kündigte in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" an, die europäischen Banken in Zukunft jährlich auf ihre Schwachstellen zu überprüfen. Die künftigen Stresstests würden aber weniger umfangreich als die aktuellen, erläuterte sie. "Die Tests werden sich ähnlich weiterentwickeln wie in den USA und stärker zu einem Instrument der laufenden Überwachung werden."

In den USA wurde 2009 als Folge der Finanzkrise erstmals ein Makro-Stresstest für 19 Großbanken durchgeführt. Damit sollten die Banken zur Stärkung ihrer Eigenkapitalbasis gezwungen werden. Ein ähnlicher Test fand im Mai 2010 nach der Griechenlandkrise für das europäische Bankensystem statt. Bestanden hatten nur Geldinstitute, die noch eine Kernkapitalquote von mindestens 6 Prozent aufweisen konnten. In den folgenden Jahren gab es mehrere kleine und große Tests, um die Stabilität des Finanzmarkts zu prüfen.
Im November übernimmt die EZB die zentrale Aufsicht über die rund 130 wichtigsten Geldhäuser der Euro-Zone. Vorher will sie die Banken mit einem Stresstest auf Risiken und Leichen im Keller röntgen um zu erfahren, wie widerstandsfähig die Geldhäuser in einer neuen Krise wären.

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Sind die Daten bis August eingesammelt, simuliert die EZB eine Wirtschafts- und Finanzkrise, um zu testen, ob die Banken dem Stress standhalten würden, ohne dass ihr Haftungspolster unter die Schwelle von 5,5 Prozent der als riskant eingestuften Vermögenswerte sinkt. Dabei verlangt sie, dass die Bank im Nicht-Krisen-Modus über acht Prozent an Eigenkapital verfügt.

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Nouy sagte, der Erfolg amerikanischer Stresstests habe darauf basiert, dass es für den Fall möglicher Kapitallücken einen öffentlichen Sicherungsmechanismus gegeben habe. "Bei früheren Tests in Europa war das nicht der Fall, was zu erheblichen Verwerfungen geführt hat." Als "letzter Ausweg" wäre auch der europäische Rettungsfonds ESM eine Möglichkeit, wird die Französin zitiert. "Aber wir werden uns auch nicht scheuen, Banken abwickeln zu lassen", betonte sie.

Trotz aller Vorkehrungen solcher Stresstests, gibt es Schlupflöcher, durch die sich Wackelkandidaten mogeln könnten. So gibt es Unschärfen bei der Frage, welche Kredite und Wertpapiere als riskant einzustufen sind und welche Testszenarien geeignet sind, Schwächen im Geschäftsmodell der Banken aufzudecken. Mehr zu den Schlupflöchern lesen Sie hier.

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