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Libor-Skandal: BaFin knöpft sich vier deutsche Banken vor

28. Januar 2013

Die Finanzaufsicht Bafin geht mit neuer Härte gegen deutsche Banken in der Zinsaffäre vor. Unter anderem haben die Finanzaufseher die Deutsche Bank und den WestLB-Nachfolger Portigon im Visier.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat die Finanzaufsicht BaFin eine Sonderprüfung gegen vier deutsche Banken ins Leben gerufen. Den Geldhäusern wird vorgeworfen, die Zinssätze Libor und Euribor manipuliert zu haben. Nach Informationen des Blattes will die Behörde mittels der Sonderprüfungen Manipulationsvorwürfe beim Referenzwert Euribor klären.

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Was den Libor so wichtig macht

  • Für wen gilt der Libor?

    Grundsätzlich gilt der Libor für alle Kreditnehmer aus den folgenden Währungsräumen:

    - Australischer Dollar
    - Kanadischer Dollar
    - Neuseeland-Dollar
    - US-Dollar
    - Schweizer Franken
    - Dänische Krone
    - Schwedische Krone
    - Euro
    - Pfund Sterling
    - Yen

  • Was legt der Libor fest?

    Der Libor ist ein Angebotszins, also der Satz, zu dem Banken Geld verleihen können. Grundsätzlich gilt der Libor nur für Kredite mit einer Laufzeit von einem Tag bis zu zwölf Monaten. Das heißt, er betrifft Optionen, Derivate und Termingeschäfte, aber auch den Kredit fürs neue Auto oder die Eigentumswohnung.

  • Wer bestimmt den Libor?

    Grundsätzlich legt die British Banker's Association (BBA) den Libor (London Interbank Offered Rate) jeden Tag aufs Neue fest. Die BBA saugt sich den Satz allerdings nicht einfach so aus den Fingern, sondern ermittelt einen Durchschnittssatz aus den Angaben verschiedener Banken. 19 Institute melden der BBA täglich, zu welchem Zinssatz sie sich untereinander Geld leihen.

  • Welche Banken stehen jetzt in der Kritik?

    Grundsätzlich gibt es derzeit einen Verdacht gegen alle 19 Banken, die ihre Zinssätze der BBA mitteilen. Barclays hat die Manipulationen bereits zugegeben, ermittelt wird des Weiteren gegen die Royal Bank of Scotland, die Deutsche Bank, die HSBC, die UBS, Citigroup und Lloyds.

Darunter sind die Deutsche Bank und der WestLB-Nachfolger Portigon. Demnach wurde bei Portigon auch eine Untersuchung zu möglichen Manipulationen am Zinssatz Libor eingeleitet, bei der Deutschen Bank läuft die Libor-Prüfung bereits seit Sommer 2012.

Welche Anlagen vom Libor-Skandal betroffen sind

  • Aktien

    Unternehmen haben eher zu niedrige Zinsen für Kredite bezahlt, Aktionäre also über höhere Gewinne ihrer Firmen profitiert.

  • Anleihen

    Variabel verzinste Papiere sind in der Regel an den Euribor oder Libor gekoppelt, Anleger haben deshalb bei diesen Papieren zu wenig Zins kassiert.

  • Fonds

    Insbesondere Geldmarkt- und Rentenfonds haben weniger eingebracht.

  • Zertifikate

    Betroffen sind Papiere, die sich direkt auf Euribor/Libor beziehen, sowie weitere Papiere über Rückkoppelungseffekte.

Weitere Artikel

Bei zwei weiteren Banken aus dem Euribor-Panel schickte die Behörde ihre Prüfer, berichtet die „SZ“ weiter, nachdem der Rücklauf aus einer schriftlichen Anfrage unbefriedigend gewesen sein soll. Bei einer der beiden betroffenen Banken soll die Bafin sogar überlegt haben, eine Verwarnung auszusprechen. Zum Euribor-Panel gehörten im Ermittlungszeitraum neben der Deutschen Bank und der WestLB die Landesbank Berlin, die BayernLB, die Commerzbank, die genossenschaftliche DZ-Bank, die LBBW, die Helaba und die NordLB.

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