Libor-Skandal: Deutsche Bank erneut im Visier der BaFin

Libor-Skandal: Deutsche Bank erneut im Visier der BaFin

Die Finanzaufsicht erhebt schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Bank. Die Manipulation des Libors sei nicht ordentlich aufgeklärt worden. Keiner der Verantwortlichen habe seinen Hut nehmen müssen.

Nach einem Bericht des Spiegels ist die deutsche Finanzaufsicht BaFin mehr als unzufrieden mit der Deutschen Bank. Obwohl die die Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen eine vollständige Aufarbeitung in der Affäre um manipulierte Zinssätze angekündigt haben, sei nichts dergleichen passiert. Es sei bislang nicht geklärt, "ob eine Beteiligung oder Kenntnis des Senior Managements bezüglich möglicher Manipulationsversuche bestand".

Was den Libor so wichtig macht

  • Für wen gilt der Libor?

    Grundsätzlich gilt der Libor für alle Kreditnehmer aus den folgenden Währungsräumen:

    - Australischer Dollar
    - Kanadischer Dollar
    - Neuseeland-Dollar
    - US-Dollar
    - Schweizer Franken
    - Dänische Krone
    - Schwedische Krone
    - Euro
    - Pfund Sterling
    - Yen

  • Was legt der Libor fest?

    Der Libor ist ein Angebotszins, also der Satz, zu dem Banken Geld verleihen können. Grundsätzlich gilt der Libor nur für Kredite mit einer Laufzeit von einem Tag bis zu zwölf Monaten. Das heißt, er betrifft Optionen, Derivate und Termingeschäfte, aber auch den Kredit fürs neue Auto oder die Eigentumswohnung.

  • Wer bestimmt den Libor?

    Grundsätzlich legt die British Banker's Association (BBA) den Libor (London Interbank Offered Rate) jeden Tag aufs Neue fest. Die BBA saugt sich den Satz allerdings nicht einfach so aus den Fingern, sondern ermittelt einen Durchschnittssatz aus den Angaben verschiedener Banken. 19 Institute melden der BBA täglich, zu welchem Zinssatz sie sich untereinander Geld leihen.

  • Welche Banken stehen jetzt in der Kritik?

    Grundsätzlich gibt es derzeit einen Verdacht gegen alle 19 Banken, die ihre Zinssätze der BBA mitteilen. Barclays hat die Manipulationen bereits zugegeben, ermittelt wird des Weiteren gegen die Royal Bank of Scotland, die Deutsche Bank, die HSBC, die UBS, Citigroup und Lloyds.

Ein Prüfbericht von Ernst & Young zeige, "dass es im Umgang mit den Vorwürfen zum Libor keine hinreichende Aufklärung und Untersuchung der Vorgänge innerhalb der Bank gab", zitiert der Spiegel einen Zwischenbericht der BaFin. Auch die Berichte der Deutschen Bundesbank wiesen auf "schwerwiegende Missstände" bei der Aufklärung des Zinsskandals hin.

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Personelle Konsequenzen gefordert

Jain und Fitschen hätten zwar Besserung gelobt, wirklich etwas unternommen haben sie nach Ansicht der Aufsichtsbehörde jedoch nicht.

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So heißt es in dem Bericht, der der Deutschen Bank im August 2013 zugestellt worden ist: "Als neuer Vorstand haben Sie zwar einen Kulturwandel angekündigt, im vorliegenden Fall entsteht jedoch der Eindruck, dass Sie klare Konsequenzen, insbesondere personeller Art, nicht gezogen haben."

Wie der Spiegel berichtet, sei der Ablauf der internen Kontrollen und Untersuchungen bei der Deutschen Bank laut BaFin ein "Indikator für eine möglicherweise sachlich unangemessene Einflussnahme von Geschäftsbereichen, hier dem Handel, auf die Innenrevision." Und weiter: "Auch wenn eine unbotmäßige Einflussnahme nicht zu beweisen ist, so liegt sie doch nahe."

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