Live aus dem Gerichtssaal: Breuers verkniffenes Lächeln im Gericht

Live aus dem Gerichtssaal: Breuers verkniffenes Lächeln im Gericht

, aktualisiert 24. November 2011, 12:15 Uhr
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Der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Rolf-Ernst Breuer, wartet in München im Oberlandesgericht auf die Fortsetzung des Verfahrens.

von Axel HöpnerQuelle:Handelsblatt Online

Zweiter Anlauf im Strafprozess gegen Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer: Ab heute muss sich der 74-Jährige vor dem Landgericht München verantworten. Handelsblatt Online ist live dabei.

MünchenWenige Minuten vor Prozessbeginn erscheint Breuer mit verkniffenem Lächeln im Gerichtssaal. Er ist inzwischen Prozessprofi, bis die Fotografen den Saal verlassen, bleibt er lieber stehen. Die Anwälte raten üblicherweise dazu. Bilder auf der Anklagebank machen sich nicht gut. 

Doch wie schon beim letzten Mal kommt es erst einmal nicht zur Verlesung der Anklage: Die Verteidigung lehnt einen der Richter ab - und über diesen Antrag muss nun erstmal beraten werden. Gegen Mittag teilt die Strafkammer mit, dass der Prozess frühestens um 15 Uhr weitergehen wird.

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Breuer muss seit Jahren einen großen Teil seiner Zeit in Gerichtssälen verbringen. Im parallel laufenden Schadensersatzprozess vor dem Oberlandesgericht München ordnet Richter Guido Kotschy regelmäßig seine Anwesenheit an. 

Doch im Strafprozess geht es um mehr. Die Staatsanwaltschaft wirft Breuer vor, 2003 in einem der zahlreichen Verfahren die Unwahrheit gesagt zu haben. Damals hatte Breuer als Zeuge ausgesagt, bei seinen umstrittenen Aussagen über die Kreditwürdigkeit Kirchs im Jahr 2002 habe er sich nicht auf Insiderwissen gestützt. Die Kreditakte Kirch zum Beispiel habe er nicht gekannt.

Ein erster Anlauf für den Strafprozess war im August gescheitert. Wegen eines Formfehlers musste das Verfahren gleich wieder verschoben werden - und weil die Richter dann Urlaubspläne hatten komplett, neu angesetzt werden. Auch im zweiten Anlauf ist erst einmal offen, wie es weiter geht.


Auch gegen Josef Ackermann wird ermittelt.

Der Prozess um den Untergang der Kirch-Gruppe zieht sich bereits seit Jahren hin. Der inzwischen verstorbene Medienmogul Leo Kirch hatte zeitlebens die Bank und Breuer für den Zusammenbruch seines Imperiums 2002 verantwortlich gemacht. Vor allem ein Interview, das Breuer Wochen vor dem Untergang der Kirch-Gruppe gab, habe die Pleite mitverursacht. In vielen Zivilverfahren kämpft die Kirch-Seite seit Jahren um milliardenschweren Schadenersatz. Breuer hatte in dem Interview die Kreditwürdigkeit Kirchs angezweifelt. Vor Gericht hatte Breuer 2003 ausgesagt, er habe Informationen über Kirchs Lage nur aus den Medien gehabt. Allerdings hatte die Deutsche Bank einem Teil des Konzerns einen Kredit gewährt, sodass Breuer zumindest dafür auch über interne Informationen verfügte. Das bestreite Breuer auch nicht und habe das auch in dem Verfahren gesagt, meint die Verteidigung. Doch die Staatsanwaltschaft sieht das anders: Sie geht davon aus, dass Breuer gelogen hat.

Auch gegen Breuers Nachfolger Josef Ackermann und Aufsichtsratschef Clemens Börsig ermittelt die Staatsanwaltschaft. Gegen Ackermann wird wegen des Verdachts auf "mittäterschaftlichen Prozessbetrug" ermittelt. Dabei geht es nach Angaben aus Bankkreisen um Aussagen, die der Vorstandschef im milliardenschweren Schadenersatzprozess rund um die Pleite des Kirch-Medienkonzerns gemacht hatte. Ackermann habe der Bank "einen Vermögensvorteil" verschaffen wollen.

Auch der ehemalige Personalchef Tessen von Heydebreck steht im Blick der Staatsanwaltschaft.

Mit dpa

Quelle:  Handelsblatt Online
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