Manipulationen: Bank-Skandale ohne Ende

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KommentarManipulationen: Bank-Skandale ohne Ende

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Die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Elke König, weiß offenbar mehr über die Machenschaften der Banken, als sie durchblicken lässt.

von Frank Doll

Die BaFin-Präsidentin deutet mögliche Manipulationen von Devisenkursen und Goldpreis an. Mit der EZB als oberste Bankenaufsicht hat man den Bock zum Gärtner gemacht.

Die Notenbanken alimentieren die Banken und die Banken finanzieren die Regierungen. Der Verfall der geldpolitischen Sitten hat in den Banken offenbar alle Skrupel beseitigt. So weitet sich der Kreis der Finanzmärkte, die unter dem Verdacht stehen, von Banken manipuliert worden zu sein, immer weiter aus. In diesem Zusammenhang hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in der vergangenen Woche aufhorchen lassen. So deutete BaFin-Präsidentin Elke König mögliche Manipulationen an den Währungs- und Edelmetallmärkten an. Manipulationen an diesen Märkten bezeichnete König als besonders schwerwiegend, weil es sich hier nicht - wie bei den Referenzzinssätzen Libor und Euribor - um Schätzungen der Banken handele, sondern um tatsächliche Kurse.

Wegen der Manipulationen von Referenz-Zinssätzen hatte die EU-Kommission im Dezember sechs Banken mit einer Strafe von insgesamt 1,7 Milliarden Euro belegt. Allein auf die Deutsche Bank entfiel eine Buße von 725 Millionen Euro. Jetzt will sich die Deutsche Bank plötzlich aus dem Londoner Goldpreisfixing zurückziehen. Die BaFin weiß offenbar schon mehr, als ihre Präsidentin am Donnerstag durchblicken ließ.

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Es ist nachvollziehbar, warum Notenbanken, Regierungen und Banken in den überschuldeten Industrieländern kein Interesse haben können an einem haussierenden Goldpreis. Er gefährdete das lukrative Spiel der Banken mit den von den Notenbanken geschaffenen Überschussreserven. In den USA schnellten diese zuletzt auf das Rekordniveau von 2445 Milliarden Dollar. Allein rund 1300 Milliarden Dollar entfallen auf die Finanzriesen Citigroup, Bank of America, JP Morgan Chase und Wells Fargo. Wegen der schwachen Kreditnachfrage von Privathaushalten und Unternehmen bleiben die Reserven im Bankensystem und finanzieren so die spekulativen Geschäfte der Banken. Eine Lizenz zum Gelddrucken. Demgegenüber wirkt das traditionelle Kreditgeschäft wie eine Belastung.

Verdacht Auffällige Geschäfte mit dem Goldpreis

Fünf Banken stellen fest, was eine Unze weltweit kosten soll. Jetzt untersuchen Aufseher die intransparente Preisfindung – zu Recht. Doch nicht nur das antiquierte Ritual ist das Problem.

Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Derweil bereitet die Europäische Zentralbank (EZB) die Eurozone auf Quantitative Easing (QE) nach amerikanischem und japanischem Vorbild vor. Ein paar negative Nachrichten noch, und es ist soweit. Die Parameter für den 2014 anstehenden Stresstest der Banken wurden vorsorglich schon einmal verwässert. Als künftige Bankenaufsicht hatte die EZB im Oktober einen glaubwürdigen Stresstest angekündigt. Doch jetzt rudert sie zurück. Die ursprünglich angestrebten Kapitalanforderungen werden entschärft und die von den Banken gehaltenen Staatsschulden im Stresstest nicht bestraft. So erhalten die Großbanken der Kernländer mehr Spielraum zur Spekulation und die Banken der Krisenländer mehr Luft zum Kauf von Staatsanleihen. Die Bankaktien honorierten den Kurswechsel mit einem Kurssprung. Sicherer wird das europäische Bankensystem dadurch jedoch nicht. Mit der EZB als Bankenaufsicht hat man den Bock zum Gärtner gemacht.

Man darf gespannt sein, wie in einigen Jahren die gegenwärtige Geldpolitik in den USA, in Japan und in Europa in der Rückschau bewertet wird. Als naiv, inkompetent, inflationär? Oder vielleicht gar als verantwortungslos, desaströs, kriminell oder mafiös? Sicher ist schon jetzt: Die Nachwirkungen dieser Politik werden noch lange in den Gesellschaften zu spüren sein. Das zeigt sich aktuell in Irland und Griechenland bei der Aufarbeitung der Bankenkrise.

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