Medienbericht: Volks- und Raiffeisenbanken beenden Nahrungsmittelspekulation

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Medienbericht: Volks- und Raiffeisenbanken beenden Nahrungsmittelspekulation

Die DZ Bank, Dachorganisation von 900 Volks- und Raiffeisenbanken, und ihre Fondstochter Union Investment ziehen sich komplett aus dem Geschäft mit Spekulationen auf Agrarrohstoffen zurück.

Die DZ Bank verzichtet einem Medienbericht zufolge künftig auf Spekulationsgeschäfte mit Nahrungsmitteln. "Spiegel Online" verweist dabei auf einen Brief der DZ Bank an die Verbraucherorganisation "Foodwatch" berichtete. In dem Schreiben, das "Spiegel Online" vorliege, spreche sich DZ-Bank-Vorstand Lars Hille außerdem für eine strengere Regulierung der Agrarrohstoffmärkte aus, insbesondere "durch die Einführung wirksamer Positionslimite an Börsen oder zentralen Clearing-Plattformen". Mit solchen Positionslimits würde - wie auch von foodwatch gefordert - die Zahl der gehandelten Kontrakte auf den Rohstoff-Terminmärkten begrenzt, um Spekulationsexzesse zu verhindern.
In dem Brief mache die DZ Bank deutlich, dass es "derzeit keine Nachfrage nach solchen Produkten" gebe. Die Bank werde daher Wertpapiere auf Basis von Agrarrohstoffen 2013 auslaufen lassen. Nachfolgeprodukte würden nicht emittiert, auch würden keine Agrarderivate anderer Banken gekauft. Auch für die Fonds von Union Investment gelte ein absoluter Verzicht auf Produkte, die Agrarrohstoffpreise abbilden.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

  • Platz 5

    Anglo American

    Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern erreicht einen Börsenwert von 45,4 Milliarden Dollar. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

    Quelle: Bloomberg, Stand 10. Januar 2013.

  • Platz 4

    Xstrata

    Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und will sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammenschließen. Xstrata hat an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz sind bereits eng verflochten. Glencore hält rund 34 Prozent an Xstrata.

  • Platz 3

    Vale

    Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

  • Platz 2

    Rio Tinto

    Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

  • Platz 1

    BHP Billiton

    Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Die Deutsche Bank hält dagegen am Geschäft mit Nahrungsmittelspekulationen fest. Das Management von Deutschlands größtem Bankhaus sieht anders als Verbraucherschützer-Organisationen wie "Foodwatch" keinen Zusammenhang dieser Geschäfte mit starken Preisschwankungen an den Agrarmärkten und dem Hunger in der Welt. Auch der Versicherer Allianz hält an dem Geschäft fest.

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Die DZ Bank ist das viertgrößte Geldhaus der Republik und fungiert - nach Angaben von "Spiegel Online" - als Zentralinstitut für mehr als 900 Volks- und Raiffeisenbanken. Die Bilanzsumme liegt bei rund 407 Milliarden Euro.

Mit Lebensmittel-Spekulationen sind in erster Linie Finanzprodukte von Banken gemeint, mit denen Anleger Wetten auf die Preisentwicklung bei Getreide wie Mais oder Weizen abschließen können. Ursprünglich dienten solche Warentermingeschäfte der Absicherung von Bauern gegen wetterbedingt schlechte Ernten. Kritiker halten den Finanzinstituten aber vor, dass es sich inzwischen vor allem um spekulative Geschäfte handelt, die den Preis für Nahrungsmittel auf Kosten von armen und hungernden Menschen in der Dritten Welt mit in die Höhe treiben. Außerdem sehen die Kritiker die Finanzprodukte zur künftigen Preisentwicklung der Rohstoffe (Futures) als ein Auslöser für spekulative Preisspitzen bei Lebensmitteln. Befürworter betonen hingegen die Funktion der Papiere zur Preissicherung. Allerdings ist in den vergangenen Jahren der Derivatehandel mengenmäßig deutlich angestiegen, was auf starke Spekulationen schließen lässt.

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