Mobile Payment: Sparkassen kaufen Zahlungsdienstleister Payone

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Mobile Payment: Sparkassen kaufen Zahlungsdienstleister Payone

von Oliver Voß

Die Sparkassen stärken ihr Digitalgeschäft mit einem Spezialisten für den Online-Handel. Payone soll auch den Bereich Mobile Payment stärken.

Im Bereich Finanzdienstleistungen haben in diesem Jahr zahlreiche Gründer neue Firmen gestartet und den Banken den Kampf angesagt. Die so genannten Fintech-Start-ups sind derzeit eines der heißesten Themen in der Branche. Auch viele Banken reagieren mit Digitalisierungsoffensiven, so hat die Commerzbank einen eigenen Inkubator gegründet. Die Sparkassen kooperieren mit Start-ups wie Sensorberg.

Nun legt die Sparkassen-Finanzgruppe nach und übernimmt die Mehrheit am Zahlungsspezialisten Payone. „Wir vervollständigen sowohl die Payment-Wertschöpfungskette für die Sparkassen als auch deren Leistungsportfolio für ihre Kunden, indem wir Lösungen über alle Bezahlkanäle anbieten“, sagt Michael Ilg, Geschäftsführer der DSV-Gruppe, die bei den Sparkassen für den Bereich Payment verantwortlich ist.

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Zalando, Sony Music und Globetrotter setzen setzen auf Payone

Das 2003 gegründete Unternehmen agiert als Dienstleister für Online-Händler und organisiert den Zahlungsverkehr im Hintergrund. Egal ob Kunden mit Kreditkarte, per Lastschrift oder über PayPal zahlen – Payone kümmert sich um die Abwicklung und stellt die notwendige Technologie bereit. Zu den Kunden zählen Zalando, Home24, Globetrotter oder Sony Music.

Im Vorjahr hat Payone so Transaktionen im Gesamtwert von drei Milliarden Euro abgewickelt. Das Unternehmen erhält dabei Gebühren und hat so sieben Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet - doppelt so viel wie 2011.

Die Payone-Geschäftsführer Carl Frederic Zitscher und Jan Kanieß. Quelle: Presse

Die Payone-Geschäftsführer Carl Frederic Zitscher und Jan Kanieß.

Bild: Presse

Payone wurde von Jan Kanieß und Carl Frederic Zitscher gegründet, die beide als Geschäftsführer und Gesellschafter mit jeweils zehn Prozent im Unternehmen bleiben. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt, Branchenkenner gehen von einer zweistelligen Millionensumme aus.

„Wir wurden schon von vielen Interessenten angesprochen und haben bislang abgelehnt“, sagt Zitscher. Doch er hofft nun, mit Hilfe der Vertriebsreichweite der Sparkassen das Geschäft deutlich auszubauen. Zudem werde Größe in dem Markt zunehmend wichtig. „Es wird im Payment-Bereich eine Konsolidierung geben“, so Zitscher.

Bezahldienste sollen Schwung ins Digitalgeschäft bringen

Die Sparkasse wiederum erhofft sich weiteren Schwung für ihr Digitalgeschäft. „Wir können dabei helfen, dass die Sparkassen für ihre Geschäftskunden auch in Zeiten des digitalen Wandels Lösungen im Gepäck haben“, sagt Zitscher.

Die zehn wichtigsten jungen Finanzdienste aus dem Internet

  • Erläuterung

    Die zehn wichtigsten jungen Internet-Finanzdienste

    Quelle: Unternehmen, eigene Recherche

  • Avuba

    Geschäftsmodell: Girokonto auf dem Smartphone

    Sitz: Berlin

    gegründet: 2013 von Jonas Piela, Oliver Lukesch und Wilken Bruns

    größte Geldgeber: Business Angels

    Nutzer: nicht veröffentlicht

    Mitarbeiter: 9

  • Ayondo

    Geschäftsmodell: Social Trading: ambitionierte Anleger folgen erfahrenen Spekulanten

    Sitz: Frankfurt, London

    gegründet: 2009 von Robert Lempka und Thomas Winkler

    größte Geldgeber: Luminor Capital

    Nutzer: 80.000

    Mitarbeiter: 47

  • Klarna

    Geschäftsmodell: Internet-Zahldienst und Festgeld

    Sitz: Stockholm, Köln

    gegründet: 2005 von Sebastian Siemiatkowski

    größte Geldgeber: Sequoia Capital, Atomico

    Nutzer: 25 Millionen

    Mitarbeiter: 1.100

  • Kreditech

    Geschäftsmodell: Scoring-Algorithmus zum Aufbau einer digitalen Bank

    Sitz: Hamburg

    gegründet: 2012 von Sebastian Diemer

    Investoren: Värde Partners, Blumberg Capital, Pont Nine Capital 

    Kunden: 2 Millionen Nutzer gescored, bei 9 Niederlassungen

    Mitarbeiter: mehr als 200

    Stand:Oktober 2014

  • Moneymeets

    Geschäftsmodell: Private Finanzplanung über soziales Netzwerk

    Sitz: Köln

    gegründet: 2012 von Dieter Fromm und Johannes Cremer

    größte Geldgeber: Dieter von Holtzbrinck Ventures, Family Offices

    Nutzer: etwa 5000

    Mitarbeiter: 12

  • Smava

    Geschäftsmodell: Vermittlung von Bank- und Privatkrediten

    Sitz: Berlin

    gegründet: 2007 von Alexander Artopé und Eckart Vierkant

    größte Geldgeber: Earlybird

    Nutzer: nicht veröffentlicht

    Mitarbeiter: über 100

  • Stockpulse

    Geschäftsmodell: Kursprognosen durch Auswertung sozialer Netzwerke

    Sitz: Köln

    gegründet: 2011 von Jonas Krauß und Stefan Nann

    größte Geldgeber: Ayondo, eigenes Management

    Nutzer: 2.700

    Mitarbeiter: 7

  • Vaamo

    Geschäftsmodell: Automatisierte Geldanlage

    Sitz: Frankfurt

    gegründet: 2013 von Thomas Bloch, Yassin Hankir und Oliver Vins

    größte Geldgeber: Business Angels

    Nutzer: 200 Testkunden, Ziel bis 2018: 100.000

    Mitarbeiter: 14

  • Weltsparen

    Geschäftsmodell: Festgeldanlagen bei internationalen Banken

    Sitz: Berlin

    gegründet: 2013 von Tamaz Georgadze, Frank Freund, Michael Stephan

    größte Geldgeber: Index Ventures

    Nutzer: Etwa 5.000

    Mitarbeiter: 30

  • Wikifolio

    Geschäftsmodell: Social Trading: Anleger folgen erfahrenen Händlern und Profis

    Sitz: Wien

    gegründet: 2011 von Andreas Kern

    größte Geldgeber: Speedinvest, Verlagsgruppe Handelsblatt

    Nutzer: 28.000

    Mitarbeiter: 24

Durch die Einführung von Apple Pay wird im kommenden Jahr das Bezahlen per Smartphone eine größere Bedeutung erlangen. Auch hier seien neue Entwicklungen geplant. Die Sparkassentochter B+S Card Service bietet schon jetzt Händlern Lösungen für Terminals, über die kontaktlos mit der auch von Apple genutzten NFC-Funktechnik gezahlt werden kann. Payone wiederum bietet Bezahlsysteme für Smartphone-Apps an. „Wir können im Mobile Payment gemeinsam schlüssige Lösungen aus einer Hand anbieten“, kündigt Zitscher an.

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Inwieweit dabei auch ein eigenes Bezahlsystem als Alternative zu Apple Pay oder Paypal geplant sei, wollte der Payone-Geschäftsführer nicht kommentieren. Eine Gruppe deutscher Privat- und Volksbanken plant seit langem, einen Paypal-Konkurrenten zu entwickeln. Im Sommer hatte die WirtschaftsWoche berichtet, dass die Sparkassen aus der Gruppe ausgeschert waren, möglicherweise um eine eigene Lösung zu entwickeln.

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