Monte dei Paschi: Italiens Krisenbank braucht noch mehr Geld

Monte dei Paschi: Italiens Krisenbank braucht noch mehr Geld

, aktualisiert 27. Dezember 2016, 09:05 Uhr

Die Krisenbank Monte dei Paschi di Siena braucht deutlich mehr Geld als bislang angenommen. Nicht erst seit der Neuberechnung durch die EZB ist klar, dass die Traditionsbank nur noch durch Staatshilfe zu retten ist.

Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) braucht deutlich mehr Geld als bisher angenommen. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe für das Kreditinstitut eine Kapitallücke von 8,8 Milliarden Euro ermittelt, teilte die nur noch durch Staatshilfe zu rettende Traditionsbank am späten Montagabend in Siena mit. Bislang war stets von einem Kapitalbedarf in Höhe von 5 Milliarden Euro die Rede.

Schon für diese Summe hatte die Bank keine privaten Geldgeber gefunden, so dass Italiens Regierung in der vergangenen Woche ein Rettungspaket schnüren musste. Das Kabinett schaffte die Voraussetzungen für die Bildung eines Fonds mit Mitteln in Höhe von 20 Milliarden Euro. Das Geld ist dazu gedacht, neben Monte dei Paschi auch andere Krisenbanken im Land zu stützen.

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Die neue Berechnung des Finanzbedarfs sei Monte dei Paschi mitgeteilt worden, nachdem das Geldhaus beantragt hatte, von der „vorsorglichen Rekapitalisierung“ durch den Staat Gebrauch zu machen. Auch die Liquidität der Bank habe sich zwischen dem 30. November und dem 21. Dezember rasch verschlechtert, hieß es in der Mitteilung.

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Quelle: dpa, rtr

Monte dei Paschi braucht dringend frisches Geld, um die Verluste bei der Auslagerung fauler Kredite abzudecken. Um Staatshilfe abzuwenden, hatte sie neue Aktien verkauft und Anleihen in Aktien umgetauscht, konnte darüber aber nicht so viel Geld einnehmen wie geplant.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hatte vor einer Rettung der Krisenbank durch den italienischen Staat eine sorgfältige Prüfung angemahnt. Die EU-Regeln verbieten mittlerweile eigentlich staatliche Rettungsaktionen für Banken. Bevor der Steuerzahler zur Kasse gebeten wird, sollen nach europäischen Abwicklungsregeln zunächst die Gläubiger von Anleihen mit Verlusten rechnen.

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Das Problem in Italien ist, dass viele Kleinanleger ihre Ersparnisse in diese Papiere gesteckt haben. Ministerpräsident Paolo Gentiloni hatte vergangene Woche betonte, dass die Intervention des Staates darauf abziele, die Ersparnisse von Bürgern so weit wie möglich zu schützen und Italiens Bankensektor zu stärken.

Am Freitag erklärte ein Sprecher der EU-Kommission, unter gewissen Auflagen sei eine „vorsorgliche Rekapitalisierung“ möglich. Es gebe bereits „enge und konstruktive Kontakte“ zur Ausarbeitung eines Sanierungsplans. Die Hilfen müssten von der EU-Kommission genehmigt werden.

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