Neuer HSH Chef: Mirow wird keine Wunder bewirken

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KommentarNeuer HSH Chef: Mirow wird keine Wunder bewirken

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Thomas Mirow kenn sich nicht nur im Bankgeschäft bestens aus, sondern auch in der Hamburger Politik.

von Cornelius Welp

Thomas Mirow ist Nachfolger von Hilmar Koppers an der Spitze der HSH Nordbank. Er ist kein Polterer und damit auf den ersten Blick eine gute Wahl. Was aber kann er auf dem Posten bewegen?

Am Ende dürften beide Seiten froh über das Ende ihrer Beziehung sein. Hilmar Kopper, 77, hat nach seinem Rücktritt als Aufsichtsratsvorsitzender der HSH Nordbank endlich Ruhe vor den von ihm so ungeliebten Landespolitkern im Norden. Die hatten als Eigentümer des Instituts das Vertrauen in den prominenten Unruheständler spätestens verloren, als er den von ihm selbst verpflichteten Bankchef Paul Lerbinger vor wenigen Monaten überraschend und eigenmächtig vor die Tür setzte.

Koppers Ausflug nach Hamburg als einziges Missverständnis zu bezeichnen, wäre zu einfach. Der frühere Deutsche-Bankchef („Peanuts“) übernahm den Posten 2009 am absoluten Tiefpunkt, an dem kaum ein anderer dafür bereit gestanden hätte, vermutlich tatsächlich aus Pflichtgefühl. Dass die Eigentümer einen großen Name gewinnen konnten, war ein Signal nach außen, dass es um die Bank vielleicht doch nicht ganz so katastrophal stand.

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Doch die Situation war so verfahren, dass Kopper von Beginn an irritieren musste: Vor allem durch seine Treue zu dem intern wie extern extrem umstrittenen Chef Dirk Jens Nonnenmacher. An dem hielt Kopper trotz immer neuer Enthüllungen fest und stattete ihn, als sein Abgang nicht mehr zu verhindern war, auch noch mit einem großzügigen Abfindungsvertrag aus.

Thomas Mirow ist nun so etwas wie das Gegenmodell zu seinem Vorgänger. Der frühere Chef der Osteuropabank kennt sich nicht nur im Bankgeschäft, sondern als früherer Senator auch in der Hamburger Politik aus. Anders als der polterige Kopper ist er ein diplomatischer Mann der leisen Töne. Damit scheint er auf den ersten Blick so etwas wie die Idealbesetzung für den Posten.

Und doch ist fraglich, ob er die Hoffnungen der Eigentümer erfüllen kann. Denn nach einer kurzen Beruhigung ist die HSH 2012 wieder in schweres Fahrwasser geraten. Im vierten Quartal dürfte sie einen hohen Verlust gemacht haben. In den kommenden Jahren drohen durch die vor allem in der Schiffsfinanzierung engagierte Bank nahezu unabsehbar hohe Belastungen für die Landeshaushalte. Und das mahnende Beispiel gibt die West LB, die inzwischen abgewickelt ist. Dass auch Mirow hier keine Wunder bewirken, sondern allenfalls das schlimmste verhindern kann, müssen die Eigentümer, die ihn jetzt geholt haben, wissen. Der bittere Realismus hat ihnen in der Vergangenheit zu oft gefehlt.

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