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Neuer Kurs: Wie die Commerzbank auf Kundenfang geht

von Mark Fehr und Cornelius Welp

Nach der hektischen Kapitalbeschaffung muss die Commerzbank nun im Tagesgeschäft wieder auf die Füße kommen. Wer die großen und kleinen Weichen für die Genesung stellt.

Häuser und Lembeck
Das Heft in der Hand: Commerzbanker wie Häuser (links) und Lembeck sollen an der Filialfront neue Strategien umsetzen

Thomas Häuser steht für die bessere Zukunft, der Deutschlands zweitgrößte Bank entgegenstreben will. Der 47-jährige Geschäftskundenbetreuer leitet das neue Commerzbank-Beratungszentrum für Selbstständige und Freiberufler in der Vorzeigefiliale Frankfurt-Fürstenhof. Die Immobilie mit der neobarocken Fassade am Rand des Bankenviertels gehörte einst der Dresdner Bank, die der Versicherungsriese Allianz 2008 an die Commerzbank verkaufte.

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Auch Häuser war lange Jahre Teil der Dresdner Bank. Jetzt soll er unter dem gelben Logo des fusionierten Unternehmens nach Krise und Rettung durch den Staat zwei Kernbereiche mitgestalten: die Integration seines alten Arbeitgebers in die Commerzbank sowie die Eroberung neuer Geschäfts- und Unternehmenskunden, von denen sich die Bank mehr Wachstum erhofft.

Aktien-Info Commerzbank
Aktien-Info Commerzbank. Bitte anklicken für die Übersicht Commerzbank/Deutsche Bank

Mit voller Kraft ins Tagesgeschäft

Während die europäische Bankenaufsicht zurzeit prüft, wie realistisch die Pläne von Commerzbank-Chef Martin Blessing zur geforderten Aufstockung des harten Kernkapitals um 5,3 Milliarden Euro sind, müssen sich Management und Mitarbeiter nun wieder mit voller Kraft auf das Tagesgeschäft stürzen. Jetzt werden wichtige Weichen dafür gestellt, ob die Krisenbank mittelfristig solide auf eigenen Füßen stehen kann: Dazu gehören eine Lösung für die Problemtochter Eurohypo, der Endspurt bei der Integration der Dresdner Bank sowie neue Strategien für Privat- und Geschäftskunden. Einer der vielen internen und externen Weichensteller ist Geschäftskundenberater Häuser.

Ein klassischer Banker

Thomas Häuser steht gemeinsam mit seinem Kollegen Norbert Lembeck für all die Mitarbeiter, die an der Kundenfront in den Filialen, aber auch hinter den Kulissen im Backoffice die Integration der beiden Banken vollenden und das Geschäft vorantreiben sollen.

Der 50-jährige Lembeck ist für alle Frankfurter Filialen verantwortlich und ein „Alt-Gelber“, wie Mitarbeiter im internen Jargon in Anspielung auf die Firmenfarbe der Commerzbank zuweilen sagen. Der Jurist startete sein Bankerleben als Leiter einer Commerzbank-Filiale in Berlin, während sein „alt-grüner“ Kollege Häuser unter dem altehrwürdigen grünen Dresdner-Wappen eine klassische Bankausbildung absolvierte.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 23.02.2012, 09:43 UhrAnonymer Benutzer: Nun

    Die Commerzbank soll erst einmal nicht weiter an der Herstellung und dem Vertrieb von Streubomben und -munition verdienen und diese Geschäftskontakte beenden. Ich habe deshalb mein Konto gekündigt.

    http://swrmediathek.de/player.htm?show=dfea8b40-0bb2-11e1-8c12-0026b975f2e6

  • 23.02.2012, 08:28 UhrAnonymer Benutzer: Provision

    Unsere Bankster haben offensichtlich immer noch nicht verstanden, dass harte Verkaufsvorgaben im Zweifel zu Lasten des Kunden gehen. Denn der Berater wird seine Beratung auf das Produkt lenken, das den höchsten Provisionssatz bringt. Und damit der Kunde dennoch zufrieden mit der Beratungsleistung ist, wird das Produkt eben gekoppelt (ein günstiger Lockvogel wie hohe Tagesgeldzinsen mit einem mäßigen Fonds etc.).
    Ich hoffe nur, dass der neue Geist nicht in zwei Jahren wieder dazu führt, dass wir STeuerzahler den Bankensektor retten "müssen".
    Sonst darf auch gerne mal der Bankensektor unsere Sozialversicherungen "retten"

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