OECD-Studie: Europäische Banken um 84 Milliarden Euro unterkapitalisiert

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Banken in Frankfurt am Main. Die 60 größten europäischen Banken haben zu wenig Kapital. Das ist das Ergebnis einer OECD-Studie.

von Silke Wettach

Die OECD attestiert Europas Banken eine alarmierend dünne Kapitaldecke.

Eine neue Studie der Organisation beziffert die Unterkapitalisierung auf 84 Milliarden Euro, wie die WirtschaftsWoche berichtet. Am dramatischsten ist die Situation bei der französischen Bank Crédit Agricole, wo sich die Unterfinanzierung auf 31,5 Milliarden Euro beläuft. An zweiter Stelle folgt aber schon die Deutsche Bank mit einer Kapitallücke von 19,0 Milliarden Euro. Auf dem dritten Rang kommt die Commerzbank mit 7,7 Milliarden Unterkapitalisierung.

Brisant ist die Studie, weil ihr Autor davon ausgeht, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei der Bilanzprüfung und dem anschließenden Stresstest in diesem Jahr eine ähnlich große Kapitallücke identifizieren wird. „Weil die EZB eine andere Methodologie benützt, wird sie nicht auf identische Zahlen kommen“, so Dirk Schoenmaker, Dekan an der Duisenberg School of Finance in Amsterdam und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB) gegenüber der WirtschaftsWoche. „Ich halte es jedoch für wahrscheinlich, dass sie eine Unterkapitalisierung in ähnlicher Größenordnung ermitteln wird.“

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EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier bezweifelt die Probleme der europäischen Banken. „Grundsätzlich glaube ich, dass die großen europäischen Banken heute genauso gut kapitalisiert sind, wie die amerikanischen“, sagte er in einem Interview mit der WirtschaftsWoche.
Die 34 Mitgliedsstaaten der OECD werden sich Mitte Februar mit der Studie befassen.

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2 Kommentare zu OECD-Studie: Europäische Banken um 84 Milliarden Euro unterkapitalisiert

  • Kein Problem, dafür gibt es ja den ESM und die EZB. Läppische 84 Milliarden Euro, kaum eine Meldung wert.

  • Toll, eine Studie die am 6.1. publiziert wurde heute als "exklusiv" anzupreisen .. Die 84 Milliarden werden benötigt um eine Markt-basierte Preis-Book Ratio von 1 zu erreichen. Das ist extrem theoretisch und hat exakt nichts mit echtem Kapitalbedarf zu tun! ("to restore capital to a market based leverage ratio of 3%, EUR 84bn of extra capital would be needed ..." Jetzt zu behaupten die EZB, welche mit anderen (nicht-öffentlichen) Zahlen und anderen Zielen (regulatorisches Kapital - Aktienbewertung spielt keine Rolle) operiert zu den gleichen Ergebnissen kommen müsste ist kompletter Unsinn!!! Also: zuerst lesen, DANN Schlagzeilen verbreiten ...

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