Paul Achleitner: Deutsche Bank mit Trennbankensystem nicht mehr wettbewerbsfähig

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Paul Achleitner spricht sich für eine stärkere Regulierung des Bankensektors aus, warnt jedoch vor der Gefahr unternehmerische Initiative zu verhindern

von Cornelius Welp

Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner sieht in der möglichen Abspaltung des Investmentbankings eine Gefahr für das Unternehmen. Die Doppelspitze der Bank nimmt er in einem Interview mit der WirtschaftsWoche in Schutz.

Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, hat die Bundesregierung eindringlich vor der geplanten Einführung eines Trennbankensystems gewarnt. „Wir halten unsere Argumente für das Modell Universalbank für glaubwürdig und belastbar. Wenn das die Politik nicht überzeugt, wird sie die Trennung umsetzen. Allerdings müssen wir uns dann von dem Anspruch verabschieden, global wettbewerbsfähig zu sein“, sagte Achleitner im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Denn dafür brauchen wir das Kapitalmarktgeschäft.“ Mit dessen Abspaltung werde zudem das Gegenteil des Gewünschten erreicht. „Die Teilbanken müssten sich eigenständig am Markt finanzieren, was teuer würde. Um die Kosten zu verdienen, müssten die Beschäftigten dort riskante Geschäfte machen“, warnte Achleitner.

Der Chefkontrolleur sprach sich in der WirtschaftsWoche für eine maßvolle Regulierung aus. „Wir müssen Regeln vermeiden, die sich widersprechen, Konkurrenten in anderen Industrienationen Vorteile bieten oder reine Bürokratie darstellen. Der Sinn von Regulierung kann nicht sein, unternehmerische Initiative in der Finanzindustrie zu unterbinden. Dann fällt Europa im globalen Wettbewerb zurück.“ Schon heute dominierten die USA die Finanzmärkte zu etwa 80 Prozent. "Wir haben an den Ausspäh- und Abhöraktionen der NSA gesehen, was passieren kann, wenn eine Nation ein wichtiges globales Netzwerk wie das Internet vollständig beherrscht. Wir Europäer sollten unseren Platz am Tisch nicht freiwillig räumen."

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Der regulatorische Druck werde ebenso wie der Stresstest der EZB 2014 zu einer weiteren Konsolidierung der Finanzbranche führen. Viele Institute seien über Jahre "auf einer Welle oben mitgeschwommen, aber deren Geschäftsmodelle funktionieren in der neuen Welt nicht mehr. Der Druck auf die Ertragslage ist enorm", sagte Achleitner der WirtschaftsWoche. Kaum eine europäische Großbank verdiene derzeit ihre Kapitalkosten, exorbitante Renditen werde es auf absehbare Zeit nicht geben. Das werde zu "angemessenen Größenordnungen führen."

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