Plus für Großbank: Barclays legt dank sinkender Kosten für faule Kredite zu

Plus für Großbank: Barclays legt dank sinkender Kosten für faule Kredite zu

, aktualisiert 31. Oktober 2011, 13:50 Uhr
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Barclays konnte im dritten Quartal zulegen.

von Reuters Quelle:Handelsblatt Online

Ein deutliches Plus für die britische Großbank: Barclays profitiert im dritten Quartal von sinkenden Kosten für faule Kredite.

LondonDie britische Großbank Barclays schafft trotz Schuldenkrise ein Gewinnplus. Fallende Kosten für faule Kredite, bessere Geschäfte im Privatkundengeschäft und mit Kreditkarten hätten einen Rückgang im Investment-Banking wettgemacht, teilte die Bank am Montag mit. Wie bei allen anderen global tätigen Geldhäusern entpuppte sich das Investment-Sparte als Achillesferse. Die Krise in der Euro-Zone führte im Sommer zu einer Flaute an den Kapitalmärkten. Laut Barclays hat sich die Situation seit dem EU-Gipfel in der vergangenen Woche etwas verbessert. Trotzdem will das Institut weiter Stellen zusammenstreichen. Seit Jahresbeginn fielen bisher 3500 Jobs weg - 500 mehr als angekündigt. Laut Barclays-Chef Bob Diamond wird der Abbau auch künftig fortgesetzt, um die Kosten weiter zu reduzieren. Die Barclays-Aktie gab in einem negativen Marktumfeld am Montag mehr als zwei Prozent nach. Nach der Devisen-Intervention Japans büßten allerdings fast alle Bankenwerte ein.

Die Investment-Tochter Barclays Capital, die etwa die Hälfte zum Jahresüberschuss beiträgt, kam im dritten Quartal auf einen Gewinn von 2,25 Milliarden Pfund (2,56 Milliarden Euro). Das sind 22 Prozent weniger als im Vorquartal und 15 Prozent als vor einem Jahr. Es war der dritte Rückgang in Folge. Die Beteiligung am weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock reduzierte Barclays um 1,8 Milliarden Pfund.

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Ärgere Probleme im Investment-Banking hatten jedoch Konkurrenten wie die Deutsche Bank, deren Gewinne im Schnitt im Investment-Banking um ein Drittel sanken. Rund um den Globus sind die Anleger durch die Schuldenkrise so verunsichert, dass sie sich im Handel mit Aktien, Anleihen und Devisen zurückhielten.

Auch bei Fusionen, Übernahmen und Kapitalerhöhungen herrscht Flaute. Trotz des Rückgangs im Investment-Banking erzielte Barclays bereinigt vor Steuern ein Plus von fünf Prozent auf 1,34 Milliarden Pfund (1,52 Milliarden Euro). Unter Berücksichtigung der geringeren Bewertung der eigenen Verbindlichkeiten in der Bilanz kam Barclays sogar auf 2,4 Milliarden Pfund.

Trotz der Verbesserungen seit des EU-Gipfels in der vergangenen Woche sieht Diamond noch keinen Aufschwung. „Es steht außer frage, dass die Marktbedingungen dieses Jahr schwierig waren, und wir rechnen angesichts des schwächeren Wirtschaftswachstums damit, dass sich dies irgendwie bis ins kommende Jahr fortsetzt“, sagte Diamond. Der Amerikaner hatte zu Jahresbeginn die Führung des Konzerns übernommen, nachdem er 14 Jahre lang die Investmentsparte aufgebaut hatte. Eine Kapitalerhöhung hat Barclays nach Einschätzung von Diamond nicht nötig.

Barclays muss wie die heimischen Konkurrenten Royal Bank of Scotland und Lloyds das Privatkundengeschäft abspalten, um den Steuerzahlern mehr Sicherheit zu bieten. Teil des Risikoabbaus war auch die Rückführung von Staatsanleihen krisengeschüttelter Staaten wie Spanien, Griechenland, Italien, Portugal und Irland. Die dort angelegten Vermögenswerte wurden um 31 Prozent auf acht Milliarden Pfund heruntergeschraubt. „Es scheint, als leisten alle Unternehmensbereiche einen Beitrag. Das ist immer ein gutes Zeichen“, lobte Fonds-Manager Paul Mumford.

Die Royal Bank of Scotland gibt am Freitag Einblick ins abgelaufene Quartal. Die größte Bank Europas, die HSBC , folgt am 9. November.

Quelle:  Handelsblatt Online
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