Portugal: Banco Espirito Santo bemüht sich um Schadensbegrenzung

Portugal: Banco Espirito Santo bemüht sich um Schadensbegrenzung

, aktualisiert 11. Juli 2014, 11:38 Uhr

Die Aktien von Portugals Großbank Espírito Santo wurden vom Handel ausgesetzt. Die Finanzmärkte reagierten nervös, die Angst vor einer neuen Krise geht um. Das portugiesische Geldhaus versucht, zu beruhigen.

Machtkampf in einer Bankerdynastie und finanzielle Schwierigkeiten eines Großaktionärs: In Portugal wachsen die Sorgen um die Großbank Banco Espírito Santo (BES). Die Börsenaufsicht CMVM in Lissabon setzte am Donnerstag die Notierung der Aktien der größten Privatbank des Landes bis auf weiteres aus. Die Lage des Geldhauses, das in Portugal bislang als ein Inbegriff der Seriosität gilt, löste auch auf den internationalen Finanzmärkten Unruhe aus.

Nun bemüht sich die portugiesische Bank Espirito Santo in der Debatte über Zahlungsprobleme ihrer Gründerfamilie um Schadensbegrenzung. Die eigene Kapitaldecke sei ausreichend dick, erklärte das größte börsennotierte Geldhaus des Landes in der Nacht zum Freitag. Zum Ende des ersten Quartals seien die regulatorischen Mindestanforderungen um gut zwei Milliarden Euro übertroffen worden, im Juni sei eine weitere Milliarde durch eine Kapitalerhöhung hinzugekommen. Damals verlor die gleichnamige Bankiersfamilie die Kontrolle über die Bank. Sie blieb mit einem Anteil von 25 Prozent aber größter Aktionär.

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Portugal

  • Wirtschaftswachstum

    2013: -1,6 Prozent

    2014: 0,3 Prozent

  • Inflation

    2013: 0,2 Prozent

    2014: 0,3 Prozent

  • Arbeitslosenquote

    2013: 16,7 Prozent

    2014: 16,7 Prozent

  • Quelle der Daten

    IHS Global Insight

In genau dieser engen Verflechtung liegt das Problem: Denn das Aktienpaket ist in der Espirito Santo Financial Group (ESFG) gebündelt, die wiederum an die Muttergesellschaft Espirito Santo International (ESI) angedockt ist. Gegen diese in Luxemburg ansässige Holding ermitteln die Behörden seit einiger Zeit wegen massiver Unregelmäßigkeiten. Laut Medienberichten soll die Gesellschaft über sieben Milliarden Euro Schulden haben, die sie nicht komplett bedienen kann. Finanzkreisen zufolge wird nach wie vor mit Hochdruck an einem Rettungsplan gearbeitet.

Investoren müssten nicht um die Stabilität des Finanzsystems fürchten, sagte Portugals Ministerpräsident Pedro Passos Coelho. Am Donnerstag hatte unter Anlegern die Sorge dominiert, die Probleme könnten in letzter Konsequenz auch das Bankhaus erfassen, völlig außer Kontrolle geraten und damit den gesamten portugiesischen Finanzsektor in die Krise stürzen. Das wäre ein Rückschlag für das südeuropäische Euro-Land, das gerade erst den Rettungsschirm verlassen hat und sich mühsam wieder über die Kapitalmärkte finanzieren kann.

Nicht zuletzt zählt die Banco Espirito Santo zu jenen Großbanken, die künftig von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigt werden sollen und ist damit Teilnehmer des laufenden Stresstests. Jede Negativ-Schlagzeile ist hier Gift für das Vertrauen der Anleger. Daher stellte sich inzwischen auch die portugiesische Zentralbank hinter das Institut und erklärte, dieses stehe solide da.

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