Postbank-Hauptversammlung: Zurück auf den Solokurs

Postbank-Hauptversammlung: Zurück auf den Solokurs

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Postbank-Chef Frank Strauß sieht den Konzern auf die Herausforderungen jedenfalls gut vorbereitet - auch auf die Trennung von der Deutschen Bank.

Es ist beschlossene Sache: Die Deutsche Bank trennt sich von der Postbank. Auf der Hauptversammlung werden nun Nägel mit Köpfen gemacht und die letzten Aktionäre aus der Gesellschaft gedrängt.

Runter vom Börsenparkett und wieder drauf: Die Postbank bereitet sich erneut auf einen Börsengang vor. Derzeit befindet sich das Bonner Kreditinstitut - mit 14 Millionen Kunden und über 5 Millionen Girokonten einer der größten deutschen Finanzdienstleister für Privatkunden und Kleinunternehmen - mehrheitlich noch im Besitz der Deutschen Bank. Die Frankfurter hatten vor wenigen Monaten jedoch die Abspaltung der Tochter angekündigt.

Auf der Hauptversammlung in Bochum wird jetzt der erste Schritt auf dem Weg zurück in die Eigenständigkeit des traditionsreichen Instituts getan. Abschied nehmen von der Postbank müssen dabei die letzten noch verbliebenen freien Aktionäre (3,2 Prozent), die im Wege eines sogenannten Squeeze-Out zwangsweise aus der Gesellschaft gedrängt werden - gegen eine Barabfindung von 35,05 Euro je Aktie.

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Kündigen muss die Deutsche Bank vor allem den Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag mit der Postbank, der unter anderem die Zahlung einer Garantiedividende vorsieht. Danach wird die Postbank-Aktie komplett von der Börse genommen, um die Voraussetzungen für einen erneuten Gang an den Kapitalmarkt im Wege einer Erstemission - eines sogenannten IPO (Initial Public Offering) - zu schaffen. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass sich am Ende noch ein Käufer findet, der das Institut vollständig übernimmt.

Sechs Milliarden Euro Abfindung?

Genannt wurden in der Vergangenheit immer wieder zwei Große der Finanzbranche: die französische BNP Paribas und die spanische Bank Santander. Doch die große Frage ist, welchen Preis wären sie bereit zu zahlen. Für die Postbank hatte die Deutsche Bank eine Summe von 6,4 Milliarden Euro auf den Tisch geblättert. Zur Berechnung des Abfindungskurses ermittelten die Wirtschaftsprüfer von Deloitte jetzt einen Wert von gut 6 Milliarden Euro. Das „Handelsblatt“ zitierte einen Konkurrenten der Postbank, der den Wert dagegen nur auf 3 Milliarden Euro bezifferte.

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Postbank-Chef Frank Strauß sieht den Konzern auf die Herausforderungen jedenfalls gut vorbereitet. Die Basis für den geplanten Börsengang sei gelegt, sagte er vor wenigen Wochen bei der Vorlage der Halbjahreszahlen. Mit ihrer Strategie sei die Postbank auf dem richtigen Weg.

Für die Bonner ist der Umbruch ein weiteres Beispiel für die höchst wechselhafte Unternehmensgeschichte. Alles begann mit der Zerlegung der ehemaligen Bundespost durch das Poststrukturgesetz 1990 in die Bereiche Telekom, Post und Postbank. 1995 erfolgte deren Umwandlung in Aktiengesellschaften. Die Postbank blieb zunächst im Besitz des Bundes, bis die Deutsche Post ihre kleine Schwester 1999 übernahm. „Der Bund macht einen Teil seiner Postreform wieder rückgängig“, titelten die Gazetten.

Postbank im Strudel der Krise

Doch die „kleine Wiedervereinigung“ hatte in den Augen ihrer Protagonisten ein klares Ziel: Die gemeinsame Vertriebskraft stärken und Wachstum fördern. Die Post versprach sich darüber hinaus von dem Erwerb einen wirtschaftlicheren Betrieb ihrer damals 1200 Filialen.

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Die Postbank selbst setzte auf Expansion: Das Institut übernahm unter anderem den Baufinanzierer BHW und die Immobilienbank DSL, 2004 dann der Schritt an die Börse. Die Post platzierte einen Anteil von 50 Prozent minus einer Aktie am Kapitalmarkt. Zwischen 2006 und 2009 notierten die Papiere sogar in der ersten Börsenliga Dax.

Doch dann geriet die Postbank in den Strudel der Finanzkrise. Das Institut legte ein rigides Sparprogramm mit Stellenabbau auf und baute den Bestand an verlustreichen Wertpapieren im Volumen von fast 80 Milliarden Euro ab. Die Deutsche Bank stieg mit knapp 30 Prozent bei der Postbank ein. 2010 übernahmen die Frankfurter die Mehrheit. Doch das Privatkundengeschäft der Postbank erwies sich am Ende wegen des hohen Kapitalbedarfs als zu teuer und wenig lukrativ für den Branchenprimus.

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