Privatbank: Neues Ermittlungsverfahren wegen Oppenheim-Esch

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Schriftzug der Privatbank Sal. Oppenheim

Ein Prozess wegen Untreue droht Gesellschaftern der Privatbank Sal. Oppenheim, die in den Neunzigerjahren persönlich hafteten.

Wie die WirtschaftsWoche aus Beschuldigten- und Kölner Justizkreisen erfuhr, hat die Staatsanwaltschaft wegen des Anfangsverdachts auf Untreue ein Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem Erweiterungsbau der Bank-Zentrale in Köln eingeleitet. Der Anbau in der Kölner Enggasse entstand 1994 als eines der ersten Fonds-Projekte gemeinsam mit dem Troisdorfer Projektentwickler Josef Esch. Die Bank kaufte den Bau später von den Fonds-Zeichnern.

Den Staatsanwälten fiel bei den Ermittlungen auf, dass Sal. Oppenheim nach der Übernahme durch die Deutsche Bank 2010 auffällig hohe Wertberichtigungen bildete. Das legt den Verdacht nahe, dass der an die Fondszeichner gezahlte Kaufpreis zu hoch war. Grundlage des Kaufpreises waren die vereinbarten Mietzahlungen, die die Bank zahlen musste.

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Sal Oppenheim Angst vor der Auflösung

Dem Jobabbau bei Oppenheim dürften weitere Einschnitte folgen. Eine eigenständige Bank wird das Traditionshaus wohl nicht bleiben. Im schlimmsten Fall droht ihr das gleiche Schicksal wie dem Schweizer Haus Rüd Blass.

huGO-BildID: 24073498 Nordrhein-Westfalen/ ARCHIV: Der Schriftzug der Privatbank Sal. Oppenheim am Eingang der Bank in Koeln (Foto vom 04.06.09). Die fruehere Fuehrungsriege des Koelner Bankhauses Sal Oppenheim steht offenbar vor einer Anklage wegen Untreue in besonders schwerem Fall. Wie der Koelner Stadt-Anzeiger am Samstag (12.11.11) und das Nachrichtenmagazin Focus berichten, beziehen sich die Vorwuerfe der Koelner Staatsanwaltschaft auf zwei Immobiliengeschaefte, durch die der Privatbank ein Millionenschaden entstanden sein soll. (zu dapd-Text) Foto: Roberto Pfeil/AP/dapd Quelle: dapd

Diese sollen deutlich über dem marktüblichen Niveau gelegen haben. Wie im Fall eines Oppenheim-Baus in Frankfurt waren Bankmanager auch selbst an dem Immobilienfonds beteiligt. Sie könnten durch den Abschluss des Mietvertrags die eigene Bank geschädigt haben. Zu den persönlich haftenden Gesellschaftern zählte bei Abschluss des Mietvertrags auch der frühere Bundesbankpräsident Karl Otto Pöhl. Ob auch gegen Pöhl ermittelt wird, wollte die Staatsanwaltschaft nicht sagen.

Staatsanwaltschaft Köln erhebt 2013 Anklage wegen Strohfirma ADG

Die Kölner Staatsanwaltschaft wird aller Voraussicht nach spätestens im Frühjahr 2013 Anklage gegen frühere Manager der Privatbank Sal. Oppenheim wegen Untreue im Zusammenhang mit dem insolventen Handelskonzern Arcandor erheben. Wie die WirtschaftsWoche aus Beschuldigten- und Kölner Justizkreisen erfuhr, werfen die Staatsanwälte den früheren Bankchefs Matthias Graf von Krockow und Christopher Freiherr von Oppenheim, dem früheren Aufsichtsratschef Baron Georg von Ullmann und dem Immobilienentwickler Josef Esch vor, mit der Gründung der Scheinfirma ADG Allfinanz die Bank geschädigt zu haben.

ADG sollte an der Finanzaufsicht vorbei der KarstadtQuelle-Großaktionärin Madeleine Schickedanz mit Krediten in Höhe von 350 Millionen Euro eine weitere Aufstockung ihrer Anteile an dem Handelskonzern ermöglichen. Für diesen Kredit bürgten unter anderen von Krockow und von Oppenheim sogar mit ihrem Privatvermögen. Nach der Arcandor-Pleite kündigte die Bank Sal. Oppenheim den ADG-Kredit.

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Die Lanxess-Arena in Köln soll verkauft werden.

Die jahrelangen Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft zum Themenkomplex Karstadt sind inzwischen abgeschlossen. In Kölner Justizkreisen heißt es, sie hätten ausreichend Indizien für eine Strafbarkeit ergeben. Die Staatsanwaltschaft hat die Verteidiger zu einer abschließenden Stellungnahme aufgefordert. Die Anklageerhebung ist für Anfang 2013 geplant.

Oppenheim-Esch-Fondsanleger wollen Lanxess-Arena in Köln verkaufen

Die Eigentümer der Lanxess Arena wollen Europas zweitgrößte Mehrzweckhalle sowie die umliegenden Gebäude wie das Technische Rathaus der Stadt Köln verkaufen und treffen die ersten Vorbereitungen. Wie aus internen Protokollen und Unterlagen des geschlossenen Immobilienfonds des Kölner Bankhauses Sal. Oppenheim und des Troisdorfer Projektentwicklers Josef Esch hervorgeht, wollen die 80 Anteilseigner den Fonds aufteilen. Lanxess Arena, Rathaus und das Parkhaus sollen möglichst getrennt vermarktet werden. Das geht aus den Unterlagen hervor, die die WirtschaftsWoche einsehen konnte. Auf der letzten Gesellschafterversammlung am 25. September, an der neben Fondsgeschäftsführer Esch auch Georg Baron von Ullmann und Thomas Bscher als Vertreter der ehemaligen Sal.-Oppenheim-Gesellschafter teilnahmen, wurden die Ausstiegspläne erstmals vorgelegt und diskutiert. Wie die WirtschaftsWoche erfuhr, hat eine Mehrheit der Fondszeichner inzwischen im schriftlichen Umlaufverfahren den Vorschlag abgesegnet, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Der Immobilienfonds mit dem offiziellen Namen Köln-Deutz Arena und Mantelbebauung GbR soll demnach in zwei oder drei Teile zerschlagen werden. Das ist schwierig, weil Lanxess Arena, Rathaus, die Trainingshalle des Kölner Eishockeyclubs „Die Haie“ und das Parkhaus auf zwei verschiedenen Grundstücken liegen.

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Die Studie soll sinnvolle Teilungsvorschläge erarbeiten. „Insbesondere das Rathaus ist für Investoren wegen des langfristigen Mietvertrages hoch interessant“, heißt es aus dem Kreis der Gesellschafter.

Die Anleger hoffen auf einen Erlös von mindestens einer halben Milliarde Euro. Einige der Fondszeichner sind im Zuge der Oppenheim-Krise und der Karstadt-Pleite auch privat in Schwierigkeiten geraten und brauchen die Verkaufserlöse. Vor allem die ehemals persönlich haftenden Gesellschafter des Bankhauses Sal. Oppenheim, die Adelsfamilien Oppenheim, Ullmann und Krockow, die alle im Fonds der Lanxess Arena investiert haben, benötigen offenbar dringend Geld.

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