Quartalsbericht: Gewinneinbruch bei Deutscher Bank

Quartalsbericht: Gewinneinbruch bei Deutscher Bank

Die Deutsche Bank hat im letzten Quartal deutlich weniger verdient, als erwartet. So viel zur schlechten Nachricht. Die gute: Eine Prüfung habe ergeben, dass das Management keine Schuld an der Libor-Manipulation habe.

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal weniger verdient als erwartet. Der Vorsteuergewinn liege bei rund einer Milliarde Euro, teilte das Institut am Dienstag mit. Im vergangenen Jahr waren es noch 1,8 Milliarden Euro. Unter dem Strich liege der Gewinn bei rund 700 Millionen Euro (1,2 Milliarden Euro im Vorjahr). Analysten hatten laut Daten von Thomson Reuters Starmine für das zweite Quartal einen Vorsteuergewinn von 1,4 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von gut einer Milliarde vorhergesagt. Die Bank habe unter dem schwachen Euro gelitten, durch den sich die in Pfund und Dollar angefallenen Kosten erhöht hätten, hieß es zur Begründung. Für das Gesamtjahr geht die Deutsche Bank nun von einem geringeren Gewinn aus als Analysten ihr noch im Frühjahr zugetraut hatten. Damals hatte das Geldhaus auf Basis von Analystenschätzungen einen Nettogewinn von drei Milliarden Euro nach Ausschüttung einer Dividende angenommen. Der vollständige Quartalsbericht wird am kommenden Dienstag (31. Juli) erwartet.

Keine Managementfehler im Libor-Skandal

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Eine andere Baustelle des Geldhauses scheint sich derweil in Wohlgefallen aufzulösen: Die Deutsche Bank hat in ihrer internen Untersuchung des Skandals um Zinsmanipulationen bislang keine Anzeichen für eine Mitschuld der Führungsebene gefunden. Die seit einem Jahr laufende Prüfung habe ergeben, dass zwei Händler mutmaßlich in die Tricksereien verwickelt seien, sagten mehrere mit den vorläufigen Ergebnissen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Beide Händler seien bereits im vergangenen Jahr suspendiert worden und hätten das größte deutsche Geldhaus mittlerweile verlassen. "Die interne Untersuchung hat bislang keine Hinweise auf ein institutionelles Versagen ergeben", sagte ein Insider. Die beiden früheren Mitarbeiter hätten demnach auf eigene Faust gehandelt - ohne Anweisung von oben.

Entlastung für Anshu Jain

Ihre Erkenntnisse hat die Bank Finanzkreisen zufolge auch den ermittelnden Behörden mitgeteilt, die mehr als ein Dutzend Geldhäuser weltweit wegen des Zinsskandals unter die Lupe nehmen. Sie gehen Hinweisen nach, dass zahlreiche Händler zusammengearbeitet haben, um die Zinssätze zu manipulieren. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat eine Sonderprüfung bei der Deutschen Bank eingeleitet - Ergebnisse stehen noch aus. "Wann die Bank ihre interne Untersuchung veröffentlicht, hängt maßgeblich von den Regulierern ab. Sie diktieren den Zeitplan", sagt eine mit den Plänen vertraute Person. "Das wird eng abgestimmt." Die Bank hatte ihre Prüfung nach Bekanntwerden des Skandals durch Regulierungsbehörden vor einem Jahr eingeleitet. Das Institut äußert sich nicht zum Stand. Die beiden betroffenen Händler waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

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Die vorläufigen Ergebnisse der internen Untersuchung dürften den neuen Vorstandschef Anshu Jain aufatmen lassen. Er stand zur fraglichen Zeit der Zinsmanipulationen an der Spitze des Investmentbankings und ist wegen des Skandals in der Politik unter Druck geraten, die Affäre möglichst rasch aufzuklären und die Vorwürfe auszuräumen. Jain hat sich noch nicht dazu geäußert. Die interne Prüfung zeige nun, dass er wie auch andere Top-Manager nichts von dem mutmaßlichen Fehlverhalten der Händler gewusst habe, heißt es in Finanzkreisen.

Die britische Großbank Barclays hat als erstes Geldhaus eine Beteiligung an dem Manipulationsskandal eingeräumt. Sie wurde daraufhin zu einer Strafe von fast einer halben Milliarde Dollar verdonnert. Zudem mussten Bankchef Bob Diamond und weitere Top-Manager gehen, nachdem Vorwürfe laut wurden, dass die Händler auf Anweisung gehandelt hätten. Im Zentrum des Skandals stehen die Referenz-Zinssätze Libor und Euribor, die täglich ermittelt werden. Sie beruhen auf den Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten. Der Vorwurf lautet, dass sie durch zu niedrige Zinsmeldungen den Referenz-Satz verzerrt und damit Handelsgewinne eingestrichen haben.

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