Quartalsbilanzen: Japans Banken erwarten mehr Gewinn

Quartalsbilanzen: Japans Banken erwarten mehr Gewinn

, aktualisiert 14. November 2011, 13:56 Uhr
Bild vergrößern

Japans Banken geht es vergleichsweise gut.

von Jan KeuchelQuelle:Handelsblatt Online

Japans Mega-Banken können vorsichtig aufatmen. Zwar ist nicht alles Gold, was glänzt, aber die Quartalssaison verlief unterm Strich vielversprechend.

TokioAuch wenn nicht bei allen die veröffentlichte Bilanz der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres positiv ausfiel, konnten immerhin alle mit zufrieden stellenden Gewinnaussichten aufwarten. Den Vogel schoss dabei die Nummer eins der Branche ab, die Mitsubishi UFJ Finanzgruppe. Sie schraubte die Erwartungen von bislang angekündigten 600 Milliarden Yen auf nun 900 Milliarden Yen (8,4 Milliarden Euro) hoch.

Die Mitsubishi war zugleich die einzige der großen Drei, die mit 95 Prozent zum Vorjahreszeitraum eine satte Zunahme des Nettoertrags in der Zeit von April bis September ausweisen konnte, dank guter Anleihengeschäfte und geringeren Kosten für faule Kredite. 696 Milliarden Yen stehen nun auf der Habenseite. Die gute Position kam allerdings auch dank eines Aktientausches mit Morgan Stanley zustande.

Anzeige

Die Konkurrenz dagegen musste Einbrüche vermelden. Während die Nummer zwei nach Marktwert, die Sumitomo Mitsui Finanzgruppe, einen Rückgang des Nettogewinns von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr einstecken musste, ging es bei der Nummer drei Mizuho um 26 Prozent nach unten auf 254,7 Milliarden Yen. Die Mizuho blieb deshalb bei ihrer Ankündigung von einem Gewinn von 460 Milliarden Yen zum 31. März 2012. Sumitomo Mitsui hob die bisherige Zahl von 400 Milliarden Yen auf 500 Milliarden Yen an.

Die Verluste aller drei Banken resultieren vor allem aus einem Abrutschen des Kreditgeschäfts, das erst im Oktober wieder auf die Beine gekommen ist. Nun aber erscheint es den Konzernen offenbar so stabil, dass sie wieder Hoffnung in das von der Natur- und Atomkatastrophe gebeutelte Geschäftsjahr setzen. Wie Zahlen von Thomson Reuters zeigen, gingen etwa die ausgegebenen Konsortialkredite um 20 Prozent nach oben und erreichten 11,4 Billionen Yen in der Zeit von April bis September.

Grund für den Aufschwung sind nicht zuletzt die Probleme der Energiekonzerne, die von der Tsunami-Katastrophe hart getroffen wurden. Konnten sie sich früher Geld am Markt leihen, müssen sie sich nun wegen hoher Verluste an die Banken wenden. Diese erwarten offenbar, dass diese Situation weiter anhalten wird.

Mizuho gab zugleich bekannt, bis 2015 etwa 3000 der insgesamt 31.300 Stellen in der Finanzgruppe streichen zu wollen. Hintergrund ist die Zusammenlegung von zwei Einheiten der Gruppe, Mizuho Corporate Bank und der Mizuho Bank. Mizuho Securities, der Investment-Arm des Konglomerats, muss sich auf 700 Stellen weniger einstellen. Durch den Umbau will Mizuho im Kampf um das Kreditgeschäft durch eine schlankere Struktur Boden gutmachen.

Ob der Aufwind in diesem Bereich anhält, ist allerdings fraglich. Experten halten den Heimatmarkt allein nicht für ausreichend tragfähig. „Japans Banken sollte ihr Kreditgeschäft und ihre Akquisitionen aggressiv in Übersee ausbauen“, empfiehlt Katsuhito Sasajima, Analyst bei JP Morgan Chase in Tokio.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%