Quartalsminus: LBBW will riskante Altlasten „rigoros“ abbauen

Quartalsminus: LBBW will riskante Altlasten „rigoros“ abbauen

, aktualisiert 17. November 2011, 15:11 Uhr
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Logo der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in Stuttgart.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Landesbank LBBW hat im dritten Quartal einen Verlust von fast 200 Millionen Euro verbucht. Schuld seien vor allem die Belastungen durch die Schuldenkrise der Euro-Zone.

StuttgartDie Staatsschuldenkrise hat die größte deutsche Landesbank LBBW erneut deutlich in die roten Zahlen getrieben. Weitere Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen und ungünstige Kurse schwankender Kreditausfallversicherungen zehrten im dritten Quartal das zu Jahresbeginn angehäufte Gewinnpolster zu weiten Teilen auf, wie das staatlich gestützte Institut am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Vorstandschef Hans-Jörg Vetter sieht dennoch die Chance, das Jahr 2011 noch mit einem Gewinn abzuschließen und die dreijährige Verlustserie damit zu beenden. Doch die Schuldenmisere könnte noch einen Strich durch die Rechnung machen: Sollte sich die Krise in der Euro-Zone ausweiten, ist die Gewinnprognose Makulatur.

Mit einem Verlust von 191 Millionen Euro vor Steuern im dritten Quartal hakte sich die LBBW bei der in den Sommermonaten ebenfalls in die roten Zahlen abgerutschten BayernLB unter, die an Problemen in Ungarn zu knabbern hat. Bei den Stuttgartern führten die Turbulenzen an den Finanzmärkten abermals zu Belastungen im Wertpapierbestand, der sich trotz des Abbaus von Risikoaktiva Ende September noch auf 105 Milliarden Euro belief. Griechische Staatsanleihen stehen nur noch mit 40 Prozent des Nennwerts in den Büchern.

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Seit Jahresbeginn summierten sich die Belastungen aus der Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone auf rund 750 Millionen Euro, rechnete die LBBW vor. Der nach dem ersten Quartal noch bei 352 Millionen Euro liegende Überschuss ist mittlerweile auf 245 Millionen Euro per Ende September zusammengeschrumpft. Im Vorjahreszeitraum hatte die mit rund fünf Milliarden Euro gestützte LBBW einen Verlust von 147 Millionen Euro eingefahren. Belastet werden die Erträge auch durch die politisch verordnete Bankenabgabe und Provisionen an die Eigentümer, die die Bank mit frischem Kapital versorgt hatten.

Obwohl die LBBW die Kreditvorsorge herunterfuhr und ihre Kernkapitalquote bei 13,4 Prozent stabilisierte, sieht Vorstandschef Hans-Jörg Vetter Handlungsbedarf. Mit den Eignern - den Sparkassen, dem Land Baden-Württemberg sowie der Stadt Stuttgart - würden wegen der erhöhten Anforderungen an die Kapitalausstattung Gespräche über die Umwandlung oder Härtung der stillen Einlagen geführt. Die noch verbliebenen finanziellen Altlasten in der Bilanz werde er „rigoros“ abbauen, versprach Vetter, denn „die Zukunft der LBBW liegt ausschließlich im Kundengeschäft“. Bis Jahresende soll zudem ein Käufer für den Immobilienbestand von rund 21.500 Wohnungen gefunden sein. Das Paket könnte 1,5 Milliarden Euro wert sein.

Die Refinanzierung könnte für die LBBW nach einer gesenkten Bonitätsbewertung durch die Ratingagentur Moody's künftig teurer werden. Nach Auffassung der Agentur können sich die deutschen Landesbanken und ihre Gläubiger nicht mehr wie bisher auf den finanziellen Rückhalt der Länder und Sparkassen verlassen, die Bonitätsnote sank bei der LBBW daher um drei Stufen auf „A2“ von „Aa2“. Neben der LBBW stufte Moody's weitere zehn Institute aus dem Landesbankensektor herab, da künftig stärker die Gläubiger bluten sollen, bevor die Banken ihre Eigentümer anzapfen dürfen.

Besser als die LBBW und die BayernLB schlug sich im zurückliegenden Quartal die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), obwohl auch sie die Wertansätze ihrer Hellas-Bonds verringern musste. Die Frankfurter hielten sich mit einem Vorsteuergewinn von 38 Millionen Euro in den schwarzen Zahlen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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