Quartalszahlen: Der Deutschen Bank droht Gewinnrückgang

Quartalszahlen: Der Deutschen Bank droht Gewinnrückgang

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Am morgigen Dienstag veröffentlicht die Deutsche Bank die Ergebnisse des ersten Quartals 2013.

Die Börsen haben sich zuletzt positiv entwickelt, davon profitiert bei einer Bank vor allem das Investmentbanking. Warum die Deutsche Bank morgen dennoch einen Rückgang des Gewinns verkünden dürfte.

Die Deutsche Bank ist schlechte Nachrichten gewöhnt. Das dürfte sich auch nicht ändern, wenn Deutschlands größte Bank am Dienstag ihre Zahlen für das erste Quartal 2013 bekannt gibt. Denn nach Einschätzungen von Analysten muss das Institut zum Jahresauftakt 2013 erneut einen Gewinnrückgang hinnehmen - trotz der Beruhigung an den Finanzmärkten. Erwartet wird, dass der Konzern unter dem Strich mit 1,13 Milliarden Euro fast 18 Prozent weniger als ein Jahr zuvor verdient hat.

Zwar hatte Co-Chef Anshu Jain bei einer Analystenkonferenz im März ein solides Quartal angekündigt. Doch der Fokus des größten deutschen Geldhauses lag auf der Stärkung des Kapitals. Dazu wollte es Risiken schnell abbauen, das drückt auf den Gewinn. Zumindest dürfte das Institut nach dem hohen Verlust im Schlussquartal 2012 aber wieder schwarze Zahlen schreiben. Im vergangenen Geschäftsjahr musste die Deutsche Bank wegen zahlreicher Rechtsrisiken und des eingeleiteten Konzernumbaus einen herben Gewinneinbruch hinnehmen: Der Überschuss sackte von 4,3 Milliarden Euro 2011 auf 291 Millionen Euro 2012 ab.

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Wegen des Abbaus von Risiken dürften sowohl der Gewinn als auch das Ergebnis deutlich gesunken sein. Das Vorsteuerergebnis sehen die Experten um 16 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro sinken. Dabei hat sich gerade für Investmentbanken das Umfeld im ersten Quartal deutlich aufgehellt, sie profitierten vor allem von der besseren Stimmung an den Börsen. Auch bei Börsengängen war für Banken zuletzt wieder mehr zu holen als noch vor einigen Monaten.
Insgesamt hält das seit Juni amtierende Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen im laufenden Jahr ein Ende der Dauerkrise für die Finanzbranche für möglich. „In Europa könnte das Jahr 2013 für die Banken ein Wendepunkt zum Besseren bringen“, heißt es im kürzlich veröffentlichten Geschäftsbericht der Bank. Allerdings dürfte die „Rückkehr zu nachhaltigem Ertragswachstum kaum vor 2014 gelingen“.

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Eine Stabilisierung erwartet das Institut etwa im Kreditgeschäft vor allem mit Unternehmenskunden. Weil viele Institute ihre Kapitalpuffer inzwischen stärkten, dürfte es zudem mehr Spielraum für Neugeschäft geben. Problematisch ist allerdings, dass sich mittlerweile viele Banken auf das Firmenkundengeschäft stürzen. Damit herrscht ein enormer Wettbewerb um die Kunden.
Die Bank kämpft mit zahlreichen Altlasten, für die in der Vergangenheit immer wieder Rückstellungen gebildet werden mussten. Nicht nur die Verwicklung in die Manipulationen rund um den Interbankenzins Libor, ist noch nicht endgültig aufgeklärt. Auch wegen des noch offenen Rechtsstreits infolge der Pleite des Medienkonzerns Kirch 2002 ist die Bank seit mehr als einem Jahrzehnt immer wieder mit Klagen konfrontiert. Vor gut zwei Wochen musste das Institut deshalb eine außerordentliche Hauptversammlung abhalten, um wichtige Beschlüsse des Aktionärstreffens 2012 wasserdicht zu machen - unter anderem die Wahl von Aufsichtsratschef Paul Achleitner.

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