Quartalszahlen: Hausputz lässt Citigroup-Gewinn schmelzen

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Quartalszahlen: Hausputz lässt Citigroup-Gewinn schmelzen

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Der Gewinn der Citigroup schrumpft von 3,8 Milliarden auf 468 Millionen Euro.

Während andere große US-Banken im vergangenen Quartal Milliarden verdienten, muss sich die Citigroup mit Millionen begnügen. Grund ist vor allem die Neubewertung einer Tochterfirma, die negativ zu Buche schlug.

Die Citigroup muss im Gegensatz zur Konkurrenz für das vergangene Quartal einen herben Gewinneinbruch verkraften. Weil eine Tochterfirma weniger wert ist als gedacht und dadurch ein heftiger Buchverlust anfiel, verdiente das New Yorker Institut unterm Strich vergleichsweise magere 468 Millionen Dollar (361 Mio Euro). Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren noch 3,8 Milliarden Dollar herausgekommen.

Auch die Neubewertung eigener Schulden belastete das Ergebnis. Doch es gibt auch Lichtblicke. „Unser Kerngeschäft hat im Quartal an Schwung gewonnen“, erklärte Bankchef Vikram Pandit am Montag in New York. Die Bank habe mehr Kredite vergeben, erläuterte er. Operativ konnte die Citigroup somit die Erwartungen der Analysten übertreffen. Die Aktie stieg vorbörslich um 2 Prozent.

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Die Citigroup hatte jüngst die Vermögensverwaltung Morgan Stanley Smith Barney neu bewertet, weil der Partner Morgan Stanley die Gemeinschaftsfirma bis zum Jahr 2015 komplett übernehmen soll. Dabei darf die Citigroup auf 6,6 Milliarden Dollar hoffen - in den Büchern stand der Anteil an der Tochter jedoch mit 11,3 Milliarden Dollar. Das führte nach Steuern zu einem Verlust von 2,9 Milliarden Dollar. Die Belastung hatte die Citigroup bereits angekündigt.

Morgan Stanley Smith Barney ist ein Kind der Finanzkrise. Anfang 2009 hatten die beiden Großbanken unter dem Druck der schlingernden Finanzmärkte ihr Broker-Geschäft zusammengelegt. Die Firma führt unter anderem Börsengeschäfte für reiche Privatkunden aus und berät bei der Geldanlage. Die Citigroup hält nach einem ersten Anteilsverkauf von 14 Prozent noch 35 Prozent.

Konzentration auf das klassische Bankgeschäft

Die Trennung von der Tochter ist Teil des großen Konzernumbaus, den die Citigroup als Folge der Finanzkrise durchmacht. Der einstige Wall-Street-Star hatte vom Staat gestützt werden müssen. Der jetzige Bankchef Pandit trat als Sanierer an und trennt sich bis heute von problematischen Geschäftsbereichen.

Die Citigroup will sich vor allem auf das klassische Bankgeschäft mit Krediten und Einlagen konzentrieren, das nach der allmählichen Erholung des US-Häusermarkts wieder lukrativ ist. Auch in Auslandsmärkten ist die Bank stark, besonders gut lief es zuletzt in Lateinamerika. Zweites Standbein ist ein geschrumpftes Investmentbanking.

Ohne die milliardenschweren Belastungen hätten die Erträge - die Einnahmen der Bank - um 3 Prozent auf 19,4 Milliarden Dollar zugelegt, rechnete die Citigroup vor. Inklusive der Lasten fielen die Erträge jedoch um ein Drittel auf 14,0 Milliarden Dollar.

Von der Erholung auf dem US-Häusermarkt hatten bereits die zwei Rivalen JPMorgan Chase und Wells Fargo im dritten Quartal profitiert. Die größte US-Bank JPMorgan verdiente 5,7 Milliarden Dollar, der größte US-Hausfinanzierer Wells Fargo scheffelte 4,9 Milliarden Dollar. Beide gelten als Gewinner der Finanzkrise, weil sie schwächelnde Konkurrenten günstig schlucken konnten.

In dieser Woche legen mit der Bank of America, Morgan Stanley und Goldman Sachs weitere große amerikanische Institute ihre Bilanzen vor. Die deutschen Rivalen folgen etwas später: Die Deutsche Bank ist am 30. Oktober an der Reihe, die Commerzbank am 8. November.

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